Bagnaia: Ducati wegen Dovizoso und Co. auf diesem hohen Level

Die diesjährige Desmosedici ist mit verschiedenen Fahrern auf diversen Strecken konkurrenzfähig - Francesco Bagnaia und Ducatis Technikdirektor erklären warum

Bagnaia: Ducati wegen Dovizoso und Co. auf diesem hohen Level

Im Vergleich zu den Vorjahren hat Ducati in dieser MotoGP-Saison einige Fortschritte machen können, was die Gesamtperformance des Motorrads betrifft. Verschiedene Fahrer sind auf unterschiedlichen Strecken konkurrenzfähig, was sich nicht zuletzt in den aktuellen WM-Platzierungen widerspiegelt.

So rangieren in der Fahrerwertung drei Ducati-Piloten in den Top 5. In der Herstellerwertung hat die italienische Marke nach dem zweiten Spielberg-Rennen die Führung übernommen und liegt es drei Punkte vor Yamaha.

Technikdirektor Davide Barana zieht deshalb ein positives Zwischenfazit: "Aus technischer Sicht würde ich sagen, dass wir recht zufrieden sind. Als Marke ist es erfreulich zu sehen, wenn ein Motorrad mit verschiedenen Fahrern und ihren eigenen Fahrstilen sowie auf sehr unterschiedlichen Strecken gut funktioniert."

Bagnaia schwärmt von seinen Ducati-Vorgängern

"Ich bin daher sehr zufrieden und denke, dass die Ergebnisse unsere Bemühungen nicht nur in diesem Jahr, sondern auch die Entwicklung in den vergangenen Jahren belohnen", sagt der Ingenieur weiter. Diesen Punkt betont auch Francesco Bagnaia, der die Arbeit der ehemaligen Ducati-Piloten explizit lobt.

"(Danilo) Petrucci und Dovi (Andrea Dovizioso; Anm. d. R.) haben einen unglaublichen Job gemacht. Denn dass die Ducati im Moment auf einem solchen Niveau ist, liegt daran, dass sie in den vergangenen Jahr gute Arbeit geleistet haben."

Andrea Dovizioso

Andrea Dovizioso wirkte seit 2013 an der Entwicklung der Desmosedici mit

Foto: Motorsport Images

"Das Motorrad ist momentan unglaublich", schwärmt Bagnaia. "Also danke an Dovi, auch an Andrea Iannone, Jorge (Lorenzo), Petrucci, dass das jetzige Bike so konkurrenzfähig ist."

Ducati-Technikchef: Turning wurde weiter verbessert

"Jetzt liegt es an uns. Wir verbessern unser Motorrad mit kleinen Details. Mit jeder Session, in der wir mit Gigi (Dall'Igna) über unsere Eindrücke sprechen, können sie das Bike weiterentwickeln. Und wir sind in der glücklichen Lage, dass alle vier Werksfahrer dasselbe sagen. So sind wir in der Lage, uns weiter zu verbessern."

Vor allem das Turning galt lange als die Achillesferse von Ducati. "Vielleicht trifft das für bestimmte Phasen auch zu", sagt Barana. "Aber wie ich schon in den vergangenen Jahren immer sagte, haben wir viel am Chassis, am Motor und an der Aerodynamik gearbeitet, um das Turning des Motorrads zu verbessern."

"Das ist ein ziemlich zeitaufwändiger Prozess, denn man muss in verschiedenen Schritten beweisen, dass etwas funktioniert, bevor man zum nächsten Schritt übergeht. Durch die begrenzten Testtage mit den offiziellen Fahrern dauert der Prozess noch länger."

Verschiedene Fahrstile gut für die Entwicklung

"Aber ich denke, das Ergebnis, das wir jetzt sehen, ist das Resultat dieses langen Prozesses. Er beginnt sich auszuzahlen. Und natürlich hilft die neue Fahrerbesetzung. Denn einige unserer aktuellen Fahrern sind in Sachen Turning sehr gut. Es ist also sicherlich eine Kombination dieser beiden Faktoren", erklärt Barana.

Dass alle vier Piloten mit Werksmaschinen ihre eigenen Stile und Stärken mitbringen, sieht der Ducati-Technikdirektor als Vorteil: "Diese Art von, nennen wir es mal, 'Biodiversität' der Fahrer hilft uns sehr bei der Entwicklung des Motorrads."

"Denn die Stärke des einen Piloten liegt in einem Aspekt, die eines anderen in einem anderen. Und wenn man zum Beispiel einen Fahrer hat, dessen Bremsleistung nicht besonders gut ist, wird er stärker darauf reagieren, wenn man in diesem Bereich etwas tut, um sein Gefühl zu verbessern", weiß der Ingenieur.

Bagnaia zieht Vergleich zu Miller, Martin und Zarco

"Gleichzeitig profitiert davon auch der Fahrer, der bereits stark auf der Bremse ist. Es ist ein Kompensationsmechanismus, der es ermöglicht, das Motorrad als Ganzes zu verbessern, ohne sich auf den einen oder anderen Aspekt zu konzentrieren."

Ähnlich äußert sich Bagnaia, wenn er die Stärken der Ducati-Fahrer analysiert. "Aus meiner Sicht kann jeder Fahrer bei Ducati den Unterschied machen. Alle vier Werkspiloten sind sehr konkurrenzfähig, jeder auf seine Weise", sagt der Italiener.

Jorge Martin

Auch das Pramac-Duo mit Martin und Zarco fuhr bereits Podestplätze ein

Foto: Motorsport Images

"Ich denke, derjenige, der mir am nächsten kommt, ist Jorge Martin. Er kann sehr hart bremsen und hat ein gutes Turning. Aber auch Johann und Jack sind sehr konkurrenzfähig. Jack nutzt viel Schräglage, Johann geht sehr sanft mit den Reifen um. Jeder Fahrer hat andere Stärken. Wir arbeiten alle sehr gut, um das Motorrad zu entwickeln."

Barana: Das beste Motorrad ist immer das nächste

Bereits im Laufe der aktuellen Saison sei ein weiterer Schritt gelungen. "Und ich glaube, das neue Chassis für das kommende Jahr wird sehr, sehr konkurrenzfähig sein", so Bagnaia.

Deshalb meint Technikchef Barana auch nicht, dass die Desmosedici GP21 die beste Ducati ist, die es je gegeben hat. "Ich glaube, Ferrari hat gesagt, das beste Auto, das je gebaut wurde, ist das nächste. Ich denke, das gilt auch für uns", sagt er.

"Aus technischer Sicht sind wir recht zufrieden, denn wir sehen, dass verschiedene Fahrer gute Leistungen bringen und dass wir auf Strecken besser sind, auf denen wir in der Vergangenheit nicht so stark waren. Aber wir haben noch viele Ideen, die wir umsetzen wollen, also bin ich sicher, dass das nächste Motorrad noch besser sein wird."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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