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Bagnaia vs. Ogura um Platz 3: Nur 0,034 Sekunden entscheiden

In Mugello spitzt sich das Duell um Platz drei dramatisch zu - Ai Ogura setzt alles auf eine Karte, doch Francesco Bagnaia kontert auf den letzten Metern

Bagnaia vs. Ogura um Platz 3: Nur 0,034 Sekunden entscheiden

Die entscheidende Szene in der letzten Runde in der Bucine-Kurve

Foto: Getty Getty

Beim Grand Prix von Italien wurde der dritte Platz erst auf den letzten Metern in einem engen Duell entschieden. Nachdem Francesco Bagnaia (Ducati) das Aprilia-Duo Marco Bezzecchi und Jorge Martin ziehen lassen musste, brachen seine Rundenzeiten im letzten Rennviertel immer stärker ein.

Von hinten holte Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia) immer mehr auf. Etwa bei Rennhalbzeit lag der Japaner rund sechs Sekunden hinter Bagnaia. Zu Beginn der letzten Runde hatte Ogura die Ducati eingeholt.

"Als ich mit 1,4 Sekunden Vorsprung auf Ogura in die letzte Runde gegangen bin, habe ich gesagt: Er wird aufholen, weil er normalerweise in den letzten Runden unglaublich stark ist", schildert Bagnaia seine Gedanken.

"Und dann habe ich sein Motorrad in Kurve 12 gehört und gesagt: Okay, ich muss in der letzten Kurve härter bremsen, als ich eigentlich kann, um ihm keinen Platz zu lassen. Und wenn er versucht, mich zu überholen, werden wir weit rausgetragen."

Genau das passierte auch. Ogura stach in Bucine, der Zielkurve, innen hinein, konnte den Scheitelpunkt aber nicht halten und wurde nach außen getragen. Diese Lücke nutzte wiederum Bagnaia.

Am Kurvenausgang war Bagnaia vorne. Seine Ducati beschleunigte Richtung Ziellinie und ließ der Aprilia keine Chance. "Mein Motorrad war ein richtiges Geschoss, deshalb war es schwer, mich wieder zu überholen."

"In der letzten Kurve drehte das Hinterrad stark durch, also habe ich einfach versucht, den bestmöglichen Ausgang zu erwischen. Ich habe mich stark nach vorne gelehnt, damit das Motorrad keinen Wheelie macht."

"Das hat gereicht, um auf dem Podium zu bleiben. Aber auch dank meines Motors, denn der war wirklich sehr stark. Die Strategie war also richtig, aber am Limit, vielleicht etwas zu sehr am Limit."

"Denn in der letzten Kurve so das Podium zu verlieren, nach so einem Rennen, wäre emotional eine Katastrophe gewesen. Also habe ich alles versucht. Ich habe heute mein Maximum gegeben."

Dennoch hatte Bagnaia Glück, denn die Rundenanzeige auf seinem Display zeigte einen falschen Wert an. "Ich war ein bisschen verwirrt, weil mein Motorrad mir noch zwei Runden anzeigte."

"Ja, zwei Runden auf dem Display, aber dann kam ich aus der letzten Kurve heraus und sah die Zielflagge. Da habe ich gesagt: 'Okay, danke, vielen Dank. Vielen Dank, denn noch eine Runde wäre es unmöglich gewesen, vorne zu bleiben."

Ogura relativiert seine Aufholjagden

Ogura verpasste den dritten Platz um lediglich 0,034 Sekunden. Unmittelbar nach dem Rennen war dem Japaner die Enttäuschung in der Box anzusehen. Aber ihm war klar, dass es ohnehin schwierig gewesen wäre, Bagnaia noch zu überholen.

"Das Manöver in der letzten Runde war einfach ... ich meine, klar habe ich mein Bestes gegeben, aber ich wusste, dass ich nicht auf dem Podium ins Ziel kommen würde", sagt Ogura.

"Ich habe mir gesagt: Wenn ich dieses Rennen einfach nur hinter 'Pecco' beende, dann ist das nicht wirklich ... Also habe ich es versucht. Ich wusste, dass er zurückkommt, aber das ist in Ordnung."

Pedro Acosta, Ai Ogura

Einmal mehr zeigte Ai Ogura eine starke Schlussphase

Foto: Getty Images Europe

In Mugello war einmal mehr auffällig, dass Ogura im letzten Rennviertel zu den schnellsten Fahrern im Feld zählte, wenn nicht überhaupt der Schnellste war. Seine Aufholjagden sind inzwischen in fast jedem Rennen zu sehen.

Er selbst relativiert das aber: "Ja, aber sie haben den Reifen am Anfang genutzt, um eine Lücke herauszufahren, und ich habe ihn am Anfang nicht genutzt. Es kommt also darauf an, wann man den Reifen einsetzen will."

"Das ist von Fahrer zu Fahrer unterschiedlich. Ich denke, sie haben den Reifen am Anfang genutzt, um eine Lücke herauszufahren. Das war ihre Strategie. Meine Strategie war, den Reifen zu schonen und mir etwas für das Ende aufzuheben."

In der WM überholte Ogura wieder seinen Teamkollegen Raul Fernandez und ist Fünfter. Bagnaia ist nach seinem zweiten dritten Platz in Folge WM-Siebter.

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