Bastianini trotz fehlenden Flügels vor Martin: "Entscheidungshilfe für Ducati"

Enea Bastianini zeigt in Silverstone eine starke Aufholjagd, obwohl seine Ducati beschädigt ist, und kassiert zum Schluss sogar noch Markenkollege Jorge Martin

Bastianini trotz fehlenden Flügels vor Martin: "Entscheidungshilfe für Ducati"
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Trotz einer Kollision am Start, bei dem ihm ein Flügel abhanden kam, schaffte es Enea Bastianini beim Grand Prix von Großbritannien auf einen starken vierten Platz und fuhr damit das zweitbeste Saisonergebnis neben seinen drei Siegen ein.

Nachdem die Ergebnisse des Gresini-Ducati-Piloten zuletzt zu wünschen übrig ließen, meldete er sich pünktlich zum Start in die zweite Saisonhälfte eindrucksvoll zurück. "Es war ein großartiges Rennen", sagt er selbst. "Schade um die Berührung und den Verlust des Flügels, denn das hat mich einige Zeit gekostet."

"Aber dann gelang mir ein guter Mittelteil des Rennens und am Ende hatte ich ein bisschen mehr als die anderen, sodass ich den vierten Platz erreichte", erklärt Bastianini seine Aufholjagd. Denn nach der ersten Runde lag der Italiener nur an elfter Stelle.

Kurz nach dem Start fand er sich eingeklemmt zwischen seinen Markenkollegen Jorge Martin und Marco Bezzecchi wieder, wobei ein linkes Flügelelement seiner Aero wegbrach.

Bastianini trotzt Schaden an Aero-Verkleidung

"Es war schwierig, das Motorrad in dieser Situation zu managen, auch weil ich in der ersten Runde nicht merkte, dass ich den Flügel verloren hatte. Ich berührte Martin und Bezzecchi und sah etwas wegfliegen, aber ich erkannte nicht, dass es der Flügel war."

"Dann habe ich gemerkt, dass sich das Motorrad in den Linkskurven anders verhält, aber nach zwei oder drei Runden konnte ich mich daran gewöhnen und das Gefühl dafür finden. Natürlich war es schwieriger als mit beiden Flügeln, aber nicht allzu sehr", erklärt Bastianini, der sich damit arrangieren konnte.

Mehr noch: Ihm gelang es, in der zweiten Rennhälfte Position um Position gutzumachen. Am Ende konnte er sich sogar noch Martin schnappen, mit dem er ja bekanntermaßen um den zweiten Platz im Ducati-Werksteam für die nächste Saison konkurriert.

Bei seiner Attacke habe das aber keine Rolle gespielt: "Ich möchte in der letzten Runde immer 100 Prozent geben. Wenn also jemand vor mir ist, versuche ich natürlich, ihn zu überholen, aber ich denke, das ist bei den meisten Fahrern so. Ich sah, dass es möglich war, und wartete auf den richtigen Moment."

Ducati-Entscheidung in San Marino erwartet

Auch wenn der Gresini-Pilot einräumt, dass es im Hinblick auf die Entscheidungen von Ducati hilfreich gewesen sein könnte, scheint er dem gewonnenen Duell mit Martin keine allzu große Bedeutung beizumessen. Auch weil er bekräftigt, dass er seiner Zukunft in jedem Fall gelassen entgegensieht.

"Es ist definitiv eine zusätzliche Hilfe bei der Entscheidungsfindung. Aber ich bin ganz ruhig, egal, wie es ausgeht", betont Bastianini. Denn er wird ohnehin ein Werkspaket bekommen - unabhängig davon, ob er bei Pramac oder im Ducati-Werksteam fährt.

Der Italiener weiß: "Jorge ist ein sehr starker Fahrer und wir alle wissen, welches Talent er hat. Bis Misano sollten sie uns informieren, dann wird ihre endgültige Entscheidung fallen."

Martin zeigt sich ebenfalls gelassen, auch wenn er sich Bastianini in Silverstone knapp geschlagen geben musste. "Ich denke nicht, dass sie das von diesem Rennen oder Österreich abhängig machen werden. Wir wollen einfach gute Resultate abliefern. Das haben wir hier getan. Und ich gebe mein Bestmögliches", sagt er.

Mit seinem Rennen in Silverstone war der Pramac-Fahrer zufrieden: "Ich bin sehr glücklich, denn von P9 zu starten, ist alles andere als einfach. Ich hatte einen guten Start und gab auf den ersten Runden wirklich alles. Dafür musste ich am Ende des Rennens allerdings bezahlen, als die Reifen einbrachen."

"Aber ich war nah dran am Podest, wenn nicht sogar am Sieg. Ich denke, ich hatte die Pace, um darum zu kämpfen. Aber ich verlor im Kampf mit anderen Fahrern Zeit, mit Aleix und Maverick, auch beim Überholen von Rins und Fabio", erklärt er.

Seine Fortschritte im Rennen bewertet er aber dennoch als gut. "Mir fehlte ein bisschen Stabilität auf der Bremse. Ich hatte immer wieder Rutscher am Vorderrad. Aber ein Top-5-Ergebnis ist gut. Wir waren in den letzten vier, fünf Rennen recht konstant."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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