Bastianini zurück im Kampfmodus: "Hier bin ich wieder ich selbst"
Enea Bastianini meldet sich in Austin eindrucksvoll zurück, mit Podium im Sprint und starkem Fight im Grand Prix - Warum sich diesmal für ihn alles besser anfühlte
Enea Bastianini macht bei Tech3-KTM endlich spürbare Fortschritte
Foto: Getty Getty
Nach schwierigen Wochen hat Tech3-Fahrer Enea Bastianini beim Grand Prix in Austin ein deutliches Lebenszeichen gesendet. Auf dem anspruchsvollen Circuit of the Americas fand der Italiener nicht nur den Weg zurück in Q2, sondern auch zurück in den Kampf um die vorderen Plätze.
Der Grundstein für das erfolgreiche Wochenende wurde bereits am Freitag gelegt. Bastianini selbst wirkte erleichtert, wieder in der entscheidenden Qualifying-Phase angekommen zu sein: "Nein, vor einer Minute wusste ich nicht mehr, was Q2 ist - jetzt schon wieder. Es ist gut, zurück zu sein und am Limit zu fahren."
Dabei lief nicht alles reibungslos. Ein früher Sturz verhinderte wertvolle Runden auf dem weichen Reifen. "Ich hatte viel Schub vom Hinterrad, besonders beim Einlenken. Deshalb bin ich gestürzt", erklärte er. Doch abgesehen von kleineren Schwierigkeiten in Kurve 10 und 19 habe er "sehr gut fahren" können.
Warum es in Austin plötzlich besser lief
Technisch machte vor allem ein neues Chassis Hoffnung. Bastianini bestätigte: "Das neue ist besser. Es hat etwas mehr." Dennoch müsse man beide Varianten weiter testen.
Auch äußere Faktoren spielten laut Bastianini eine Rolle. Sowohl das Streckenlayout als auch die Rückkehr zur normalen Reifenkonstruktion gegenüber Thailand und Brasilien hätten geholfen, ein besseres Gefühl zu entwickeln und konkurrenzfähig zu sein.
"Auf eine schnelle Runde haben wir etwas gelitten, aber mein Rennspeed war ziemlich gut, auch im Vergleich zu den Top 3", resümierte der Italiener den Trainingsfreitag zufrieden.
Bastianini im Sprint zurück auf dem Podest
Im Sprint zahlte sich die Aufbauarbeit aus. Trotz Problemen am Vormittag, insbesondere mit Instabilität auf den Geraden durch Wind, gelang Bastianini ein starkes Rennen.
"Ich habe oft den Gasgriff zugemacht, sogar auf meiner Qualifying-Runde, weil das Bike so nervös war", schilderte er die Umstände. Im Sprint selbst waren die Bedingungen ruhiger: "Am Nachmittag war weniger Wind und ich konnte wieder pushen."
Besonders zufrieden war er mit seiner Konstanz: "Mein Tempo war schon in den ersten zwei, drei Runden gut." Am Ende stand ein Podium, auch begünstigt durch einige Stürze und eine Strafe für Pedro Acosta, wie er selbst einräumte. Dennoch betonte "La Bestia": "Meine Geschwindigkeit war gut, das ist das Wichtigste."
Explodierter Airbag und Duell mit Marquez
Im Hauptrennen wurde es dann deutlich turbulenter. Gleich in Kurve 3 kam es zu einer Berührung mit Johann Zarco, bei der Bastianinis Airbag auslöste. "Die erste Runde war wirklich schwierig zu fahren", berichtete er. Erst nach etwa einer halben Runde konnte der Tech3-KTM-Pilot wieder normal agieren.
Trotz dieses Rückschlags kämpfte er sich zurück ins Rennen. Runde für Runde verkürzte er den Abstand zur Spitze, ehe es zum direkten Duell mit Marc Marquez kam.
"Er hat besonders in den letzten drei Runden extrem gepusht. Es ist nicht einfach, da dranzubleiben", so Bastianini, der einen klaren Plan für ein mögliches Überholmanöver hatte: möglichst nah aus Kurve 11 herauskommen, um auf der Gegengeraden zuzuschlagen. "Aber uns hat ein bisschen Beschleunigung gefehlt."
Endlich wieder zurück auf Top-Niveau?
Trotz des verpassten Gegenangriffs und Platz sechs zeigte sich der Italiener zufrieden mit dem Gesamtbild: "Ich habe nur einen Fehler im Qualifying gemacht, und der hat mich im Rennen etwas bestraft. Aber zurück im Spitzenfeld zu kämpfen, ist gut."
Auch im größeren Kontext könnte Austin ein Wendepunkt gewesen sein. Seit dem Rennen in Barcelona 2025 hatte er das Gefühl fürs Motorrad verloren, erklärte Bastianini. "Das ist das erste Mal seitdem, dass ich wieder in diesem Modus fahre."
Warum es gerade in Austin so gut lief, bleibt für ihn schwer greifbar. Neben technischen Änderungen und Reifenfaktoren spielt wohl auch die Streckencharakteristik eine Rolle. Seine eigene Zusammenfassung fällt entsprechend emotional aus: "Hier bin ich ich selbst. Ich bin Enea Bastianini - nicht anonym."
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