Bautista statt Bradl als Marquez-Ersatz: "Habe meine Hilfe angeboten"

Alvaro Bautista hätte sich gut vorstellen können, das eine oder andere MotoGP-Rennen für den verletzten Marc Marquez zu bestreiten - Warum es nicht dazu kam

Bautista statt Bradl als Marquez-Ersatz: "Habe meine Hilfe angeboten"

Als sich Marc Marquez in der vergangenen MotoGP-Saison gleich beim Auftakt in Jerez verletzte und ein Comeback-Versuch nur eine Woche später scheiterte, beanspruchte Repsol-Honda die Dienste von Testfahrer Stefan Bradl, um den Spanier zu ersetzen. Wie lange das nötig sein würde, war damals noch nicht klar.

Elf der 14 Saisonrennen bestritt Bradl letztendlich, bei einem Grand Prix konnte er selbst gesundheitsbedingt nicht antreten. Gleichzeitig testete der Deutsche mehrfach für Honda. Auch die beiden ersten Saisonrennen 2021 sprang er für Marquez ein.

Ein Fahrer, der sich auch gut hätte vorstellen können, den japanischen Hersteller in dieser Situation zu unterstützen, ist Alvaro Bautista. Von 2010 bis 2018 trat er selbst in der MotoGP an, drei Jahre davon mit einer Honda. Seit 2019 fährt er in der Superbike-WM, wo er 2021 seine zweite Saison als Honda-Werkspilot bestreitet.

Bautista soll Superbike-Titel für Honda holen

Im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' verrät der 36-Jährige: "Ich habe HRC in der vergangenen Saison meine Hilfe angeboten, ob zum Testen oder während eines Rennwochenendes - was auch immer sie brauchen. Doch HRC hat ein sehr wichtiges Projekt in der Superbike-WM. Sie wollen hier gewinnen. Also haben sie mir gesagt: Danke, aber wir wollen, dass du die Superbike-WM gewinnst."

Das Risiko, Bautista im Rahmen eines Tests oder Rennens zurück in die MotoGP zu schicken und dadurch die Entwicklung des Superbike-Projekts zu gefährden, hätten sie nicht eingehen wollen, erklärt Bautista. Sie brauchen den Spanier voll fokussiert und in bester Verfassung für den Kampf um den Titel in der Superbike-WM.

"Ich bin sicher, wenn sie darauf nicht so viel wert legen würden, hätten sie mich als Ersatzpiloten für Marc bevorzugt", meint der Honda-Pilot. Die Leistung von Bradl will er damit aber keinesfalls in Abrede stellen - ganz im Gegenteil.

Lob für Bradl: Hat sich immer weiter gesteigert

"Ich denke, er hat gut mit HRC zusammengearbeitet. Aber es ist natürlich nicht einfach für ihn. Er ist ein Testfahrer und hat die Mentalität eines Testfahrers. Dann heißt es: Du ersetzt Marc für ein Rennen, das ist okay. Aber dann werden daraus zwei, drei, vier. Man konnte sehen, dass er sich im Laufe der Saison immer weiter steigern konnte. Aber es war mit Sicherheit schwierig für ihn", glaubt Bautista.

Er erinnert sich: "Bradl ist ein Rennwochenende gefahren, dann hatte er zwei Testtage - Dienstag, Mittwoch - und das nächste Wochenende musste er schon wieder auf einer ganz anderen Strecke ein Rennen fahren. Das war sicherlich stressig für ihn."

Dass Honda sein Angebot, in der MotoGP auszuhelfen, ausschlug, nehme er dem Hersteller nicht übel, betont Bautista abschließend. "Ich war keineswegs sauer, sondern kann ihre Haltung nachvollziehen. Gleichzeitig stehe ich auch in Zukunft bereit: Wofür auch immer sie mich brauchen, ich helfe gerne", so der Spanier.

Mit Bildmaterial von HRC.

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