Reaktion
MotoGP Misano
Bezzecchi nach Misano-Rückschlag: "Wenn es einfach wäre, könnte es jeder"
Der Sturz in Führung liegend in Misano war für Marco Bezzecchi ein möglicherweise entscheidender Einschnitt im Titelkampf, aber Aufgeben kommt für ihn nicht infrage
Mario Fritzsche Matteo Nugnes
Veröffentlicht: 15.09.2026, 13:55
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Marco Bezzecchi dachte eigener Aussage zufolge noch nicht an den Titel
Foto: Gold Gold
Aprilia-Werkspilot Marco Bezzecchi hat am vergangenen Sonntag im Grand Prix von San Marino in Misano einen möglicherweise entscheidenden Rückschlag im MotoGP-Titelkampf 2026 erlitten. Sein Sturz in Führung liegend direkt in der ersten Runde des Rennens vor heimischem Publikum hat ihn beim gleichzeitigen Sieg von Ducati-Werkspilot Marc Marquez nun vor eine denkbar schwierige Aufgabe für restlichen Saisonrennen gestellt.
Vor dem Grand Prix von Österreich in Spielberg am kommenden Wochenende hat Bezzecchi, der die WM-Tabelle über weite Teile der ersten Saisonhälfte angeführt hatte, nun 33 Punkte Rückstand auf sowohl Marc Marquez als auch auf seinen eigenen Aprilia-Teamkollegen Jorge Martin (MotoGP-Gesamtwertung 2026).
Aufgeben kommt für Bezzecchi aber nicht infrage. Das hat er schon nach seinem verhängnisvollen Sturz Mitte Juli am Sachsenring betont. Der Sturz, bei dem er sich an Schulter und Knie verletzt hat, passierte damals im Qualifying. Die Folge war, dass "Bez" sowohl den Sprint als auch den Grand Prix in Deutschland auslassen und sich stattdessen in Italien operieren lassen musste.
Insbesondere die Knieverletzung macht ihm jetzt, zwei Monate später, noch immer zu schaffen. Den WM-Titel 2026 schon jetzt Marquez oder Martin zu überlassen, ist für Bezzecchi aber keine Option.

Bezzecchis Sturz in Misano passierte in Runde 1 in Führung liegend
Foto: Gold and Goose Photography / Getty Images
Nachgefragt, wie es ihm nach Misano-Sturz nun körperlich geht, antwortete er direkt am Sonntag: "Was ich sagen kann ist, dass meine Schulter in perfektem Zustand ist. Mein Knie schmerzt noch immer ein bisschen, aber ich glaube nicht, dass das auf diesen Sturz hier zurückzuführen ist."
Bezzecchis Sichtweise auf den WM-Kampf ist eine entschlossene. "Nach sieben Rennen bist du kein Anwärter, noch nicht mal nach 14. Es sind noch immer jede Menge Rennen zu fahren. Ich selber hatte nach sieben Grands Prix keineswegs das Gefühl, schon eine Hand am Titel zu haben. Und ich bin sicher, dass selbst Marc nicht daran denkt."
"Marc ist natürlich jemand mit Erfahrung. Es ist sehr schnell und ist kein einfacher Gegner, auch Martin nicht. Das ist klar. Aber wenn es einfach wäre, könnte es jeder. Wenn ich diesen Druck nicht haben wollen würde, dann hätte ich in der Werkstatt meines Vaters gearbeitet. Stattdessen versuche ich ein Rennfahrer zu sein. So etwas gehört einfach dazu", so Bezzecchi.
"Leider ist es nicht so gelaufen wie wir uns das erhofft hatten", spielt "Bez" auf seinen bitteren Misano-Sturz an und blickt nach vorn: "Das, was passiert ist, müssen wir jetzt versuchen, hinter uns zu lassen. Wir müssen versuchen, das Positive aus dem Wochenende als Ganzes mitzunehmen. Das Gute ist, dass es nun direkt in Österreich weitergeht. Lasst uns die Ärmel hochkrempeln und versuchen, unser Bestes zu geben."

WM-Stand vor Spielberg: Marquez und Martin punktgleich, Bezzecchi 33 zurück
Foto: Mirco Lazzari gp / Getty Images
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