Blufft Marquez? Er schiebt Dovizioso die Favoritenrolle in Motegi zu

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Blufft Marquez? Er schiebt Dovizioso die Favoritenrolle in Motegi zu
Autor: Gerald Dirnbeck
Co-Autor: Oriol Puigdemont
19.10.2018, 10:01

Marc Marquez sieht nach dem Freitagstraining Andrea Dovizioso in der Favoritenrolle für Motegi. Aber der Italiener nimmt seinem Konkurrenten diese Einschätzung nicht ganz ab.

Auch beim Grand Prix von Japan lautet das Duell Andrea Dovizioso (Ducati) gegen Marc Marquez (Honda). Im trockenen ersten Freien Training bestimmte der Italiener das Tempo und fuhr Tagesbestzeit. Auch Marquez war konkurrenzfähig, aber als in der Schlussphase die Zeitenjagd begann, fiel er auf den vierten Platz (+0,140 Sekunden) zurück. Auf das feuchte Nachmittagstraining verzichteten beide. Als Vergleichswert kann daher nur die erste Session herangezogen werden.

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Marquez sieht nach dem Freitag Dovizioso in der Favoritenrolle, denn in FT1 gab es einen entscheidenden Unterschied. Zunächst fuhr Dovizioso zwei Stints mit dem weichen Vorder- und weichen Hinterreifen. Zum Schluss ließ er vorne den gebrauchten weichen Reifen drauf und zog hinten eine neue Medium-Variante auf. Damit stellte Dovizioso auch die Bestzeit auf. Marquez arbeitete auf der anderen Seite bei seinen ersten beiden Stints mit dem Medium-Hinterreifen und wechselte dann vorne und hinten auf die weichen Reifen.

Marquez: Müssen noch arbeiten, um Dovizioso herausfordern zu können

Allerdings konnte Marquez zum Schluss seine Sektorbestzeiten nicht aneinanderhängen. Es gibt also noch Luft nach oben. "Wir wollen einige Ideen ausprobieren", sagt der angehende Weltmeister. "Im ersten Training haben wir die Basis gecheckt und Dinge wie die Linien und den Fahrstil verstanden." Mit einer etwas besseren Basis startete Dovizioso ins Rennwochenende: "Wir haben sehr gut begonnen", nickt der Italiener zufrieden. "Mein Gefühl auf dem Motorrad und die Pace war gut. Natürlich können wir uns noch steigern, aber das Motorrad funktioniert auf dieser Strecke sehr gut."

 

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Und wie stehen die Chancen, dass es am Sonntag wie im Vorjahr zu einem Duell zwischen den beiden in der letzten Kurve kommt? "Im Moment", winkt Marquez ab, "sind wir dafür noch nicht bereit. Dovi hat eine sehr gute Pace und ist die schnellste Zeit in FT1 mit dem Medium-Hinterreifen gefahren. Wir müssen arbeiten. Momentan kann ich noch nicht an die letzte Runde denken, denn wir müssen noch viel arbeiten, wenn wir in der letzten Runde gegen ihn eine Chance haben wollen."

Dovizioso nimmt Marquez diese Einschätzung nicht ganz ab

Glaubt Dovizioso, dass Marquez mit dieser Einschätzung richtig liegt? "Nicht zu 100 Prozent", lacht der Italiener. "Wir können hier sehr konkurrenzfähig sein. Aber nach dem Freitag überlegen sich viele schon eine Strategie für den Sonntag. An einem Tag kann sich mit zwei Trainings viel ändern. Auf dem Papier bin ich sehr konkurrenzfähig für die Chance auf den Sieg, aber viele Fahrer waren knapp hinter mir." Schon bevor am Ende die Zeitenjagd eröffnet wurde, waren die Abstände im Feld gering. Mit Maverick Vinales und Andrea Iannone mischten auch Yamaha und Suzuki mit.

Andrea Dovizioso, Ducati Team

Andrea Dovizioso, Ducati Team

Foto: Gold and Goose / LAT Images

In welchen Bereichen sieht Marquez noch Möglichkeiten? "Im dritten Training wollen wir an der Beschleunigung und der Bremsstabilität arbeiten. Dann werden wir sehen, ob wir konkurrenzfähiger werden und gegen Dovi kämpfen können, denn er scheint hier sehr schnell zu sein." Die Bremsstabilität vor den Haarnadeln hat auch Ducati im Aufgabenheft stehen, wie Dovizioso erklärt: "Es geht auf dieser Strecke um die Bremse, die Stabilität muss etwas besser werden. Unsere Beschleunigung ist nicht schlecht, obwohl wir uns noch um den Reifenverschleiß kümmern müssen. Um hier schnell zu sein, geht es um die Bremsphase."

Die Fahrer-WM ist zwar praktisch schon entschieden, aber zwischen Honda und Ducati geht es in der Teamwertung und der Marken-WM sehr eng zu. "Natürlich denke ich auch daran", sagt Marquez. "Glücklicherweise sieht es so aus, dass Lorenzo am Sonntag nicht fahren wird. Für die Team-WM und die Marken-WM ist das für uns natürlich besser. 2014 habe ich hier den Titel gewonnen und dann beim nächsten Rennen gesagt, dass ich wieder dafür pushen werde. Wir versuchen natürlich, dass es ein perfektes Jahr wird." Auf der Strecke geht das Duell Marquez gegen Dovizioso am Sonntag in seine nächste Runde.

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