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Yamaha steht in der MotoGP mit seinem V4-Projekt unter Druck, doch Pramac-Teammanager Gino Borsoi stellt sich mit klaren Worten vor den Hersteller

Borsoi verteidigt Yamaha-V4-Projekt: "Machen großartigen Job"

Pramac-Teammanager Gino Borsoi ergreift Partei für Yamaha

Foto: 2025 2025

Pramac-Teammanager Gino Borsoi hat die Entwicklung des neuen Yamaha-V4-Projekts entschieden verteidigt und die Kritik am Hersteller deutlich relativiert.

Beim MotoGP-Test in Jerez am vergangenen Montag stellte der ehemalige Rennfahrer klar, dass die Erwartungen an das noch junge Projekt aus seiner Sicht oft unrealistisch seien, insbesondere im Vergleich zur etablierten V4-Konkurrenz.

"Ich verstehe nicht, warum Leute denken, dass Yamaha im Moment keinen großartigen Job macht", hält Borsoi fest. Denn vielmehr sei die aktuelle Situation aus seiner Sicht sogar positiv: "Ehrlich gesagt ist es für mich besser, als ich es erwartet habe."

"Das ist ein komplett neues Motorrad. Die anderen Hersteller haben ein fertiges V4-Motorrad seit mehreren Jahren. Und sie versuchen nur noch, Details zu verbessern."

Fabio Quartararo

Noch sucht Yamaha nach dem optimalen Set-up seines V4-Bikes

Foto: German Garcia Casanova

Deshalb unterscheide sich die Situation grundlegend von der der Konkurrenz, die bereits seit Jahren mit V4-Konzepten arbeitet. Yamaha ist der letzte MotoGP-Hersteller, der auf diese Motorenarchitektur umgestellt hat. Der V4 wurde zunächst in der vergangenen Saison parallel zum bisherigen Reihenvierzylinder getestet und in dieser Saison schließlich als alleinige Basis für das Rennprogramm übernommen.

Borsoi: "Wir sind eine offene Baustelle"

Die bisherige Saison 2026 verläuft allerdings schwierig: Sowohl das Werksteam als auch Pramac-Yamaha bewegen sich bislang meist nur im hinteren Bereich der Punkteränge - wenn überhaupt. Die Kritik am Projekt ist entsprechend laut, insbesondere auch aus dem Umfeld der Fahrer, darunter Werkspilot Fabio Quartararo.

Borsoi sieht die Situation jedoch differenziert und verweist auf den frühen Entwicklungsstand des Projekts. "Wir sind eine offene Baustelle. Jedes Mal, wenn wir an die Strecke gehen, entdecken wir Dinge. Jedes Mal versteht man, dass man einen Fehler gemacht hat, und man macht Fortschritte", erklärt der Teammanager.

Zudem stellt er klar, dass das aktuelle Motorrad erst seit kurzer Zeit unter realen Bedingungen eingesetzt werde. "Dieses Motorrad ist tatsächlich erst vor drei Monaten in Malaysia zum ersten Mal gefahren worden", blickt Borsoi auf die MotoGP-Wintertests zurück, wo die aktuelle Version des Bikes debütierte.

Er mahnt: "Man kann nicht erwarten, dass dieses Motorrad auf dem gleichen Niveau ist wie die anderen V4-Bikes, wenn [diese] bereits die Details perfektioniert haben."

Direkte Vergleiche hält Borsoi für unfair

Ein direkter Vergleich mit den etablierten V4-Projekten der Konkurrenz sei daher aus seiner Sicht nicht zielführend: "Wir versuchen, ein Projekt zum Funktionieren zu bringen. Es gibt zwei Philosophien. Zwei völlig unterschiedliche Niveaus."

Deshalb wünscht sich Borsoi mehr Anerkennung. "Wenn man bedenkt, dass wir eine Sekunde, eineinhalb Sekunden hinter denen liegen, die schon immer in der Weltmeisterschaft [mit dem V4] mitgespielt haben und ihre Bikes bis zur maximalen Ausbaustufe entwickelt haben, dann erscheint mir das ein großartiger Job."

Auch im Hinblick auf das kommende technische Reglement der MotoGP verteidigt Borsoi die Strategie von Yamaha. Ab 2027 wird der Hubraum von 1000 auf 850ccm reduziert, wodurch sich die technische Ausgangslage aller Hersteller verändert.

"Wir müssen im Hinterkopf behalten, dass das Bike im nächsten Jahr nicht sehr viel anders sein wird als das, was wir jetzt haben", erklärt er. Vielmehr sei das aktuelle Projekt bereits eng mit der Zukunft verknüpft: Es ist die Basis des 2027-Projekts."

"Ich glaube nicht, dass sich viel ändern wird, soweit ich weiß. Deshalb ist es für uns sehr wichtig, dass dieses Motorrad zu funktionieren beginnt, um für 2027 bereit zu sein."

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