Brad Binder mit vier Stürzen an drei Tagen: KTM beim Katar-Test mit Sorgen

Brad Binder erklärt nach vier Crashs beim laufenden MotoGP-Test in Losail, was sein Problem ist - Miguel Oliveira fühlt mit - Neuer Motor vermittelt positives Gefühl

Brad Binder mit vier Stürzen an drei Tagen: KTM beim Katar-Test mit Sorgen

Für das KTM-Werksteam gab es beim einzigen MotoGP-Vorsaisontest 2021 schon jede Menge Überstunden. Brad Binder ist bei den noch bis Freitag auf dem Losail International Circuit in Katar laufenden Testfahrten bis einschließlich Mittwochabend bereits viermal gestürzt: am Samstag, am Sonntag gleich zweimal und auch am Mittwoch.

Mit konkurrenzfähigen Rundenzeiten konnte Binder bislang nicht von sich reden machen. Am Wochenende schloss er in der Kombination beider Testtage mit 1,5 Sekunden Rückstand auf die Spitze auf P17 ab. Am Mittwoch, dem ersten von drei Tagen der zweiten Testwoche, reihte er sich mit zwei Sekunden Rückstand auf P20 ein.

Fotos: Brad Binder beim MotoGP-Test in Losail

Seinen Sturz am Mittwoch, der in Kurve 2 passierte, beschreibt Binder wie folgt: "Anhand der Daten kann ich sehen, dass ich ein bisschen zu spät gebremst habe, später als in den Runden zuvor. Dabei blockierte das Vorderrad. Bei den meisten meiner Stürze in letzter Zeit war es ähnlich."

Binders Problem: Kein Vertrauen ins Vorderrad

"Ein bisschen schockierend" sind die Worte, die Binder nach vier Stürzen an drei Tagen verwendet. Sein Hauptproblem: "Das Vorderrad wird bei mir momentan sehr stark belastet. Wenn dann nur etwas Kleines passiert, rutscht es weg."

Brad Binder

Wenn er sitzenbleibt, ist er langsam: Binder fährt die Kurven derzeit zu weit

Foto: Motorsport Images

Und wenn das Vorderrad mal nicht wegrutscht, ist Binder langsam. "Ich habe im Moment das Gefühl, dass ich jede Kurve viel zu weit fahre. Das killt einfach Rundenzeit, weil wir die Leistung des Bikes gar nicht nutzen", sagt er und schlussfolgert: "Ich muss vor allem daran arbeiten, dass Motorrad richtig zu verzögern und so früh wie möglich wieder aufzurichten, um die Leistung auf den Boden zu bekommen."

Miguel Oliveira - Binders neuer Teamkollege im KTM-Werksteam - sieht die Kombination aus der Strecke in Losail und den bereitgestellten Reifen als eine mögliche Ursache für mangelnden Grip am Vorderrad: "Das Layout [der Strecke] ist knifflig und die Mischung, die Michelin mitgebracht hat, funktioniert für ein paar Runden ganz gut."

Nach ein paar Runden aber "haben zumindest wir Probleme damit, die Reifen ins richtige Temperaturfenster zu kriegen, um guten Gewissens pushen zu können", so Oliveira, der zwar selber noch nicht gestürzt ist, sich aber gut in Binders Kopf hineinversetzen kann: "Mit jedem Sturz geht natürlich ein bisschen Selbstvertrauen verloren. Ich glaube, das ist es, was momentan gerade passiert."

Oliveiras erster Eindruck vom neuen Motor positiv

Im Vergleich zu Binder kommt Oliveira bislang besser zurecht. Wirklich Attacke gemacht hat er aber noch nicht. Sowohl am Wochenende als auch am Mittwoch schnitt der Portugiese knapp außerhalb der Top 10 ab und ist überzeugt, dass noch mehr geht.

Miguel Oliveira

Miguel Oliveira war am Mittwoch erstmals mit dem 2021er-Motor unterwegs

Foto: Motorsport Images

"Keine Frage, das Potenzial ist vorhanden, um noch zuzulegen", sagt Oliveira, der sich vordergründig auf andere Dinge konzentriert hat. Weil KTM neben Aprilia der einzige Hersteller ist, der in der MotoGP-Saison 2021 eine neue Motorenausbaustufe einsetzen darf, hat man von diesem Recht im Reglement Gebrauch gemacht und nachgelegt.

Fotos: Miguel Oliveira beim MotoGP-Test in Losail

Oliveira hat das neue Triebwerk am Mittwoch erstmals getestet und befindet es für gut. "Das Gefühl damit war von Beginn an gut. Ich war den Großteil des Tages mit der neuen Motorenspezifikation unterwegs. Es war in erster Linie ein Test, um zu sehen, ob es etwas Negatives gibt. Das war nicht der Fall", so der neue KTM-Werkspilot auf Nachfrage von 'Motorsport.com'.

Weitere Co-Autoren: Lewis Duncan. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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