Brad Binder zu MotoGP-Aufstieg von Bruder Darryn: "Ein erheblicher Schritt"

Brad Binder freut sich für seinen Bruder, aber mahnt auch: Der Schritt von der Moto3 in die MotoGP ist sehr groß: "Er wird Zeit brauchen, bis er alles versteht"

Brad Binder zu MotoGP-Aufstieg von Bruder Darryn: "Ein erheblicher Schritt"

Auch in der MotoGP-Saison 2022 wird es drei Brüderpaare im Starterfeld geben. Neben Marc und Alex Marquez, Aleix und Pol Espargaro werden das Brad und Darryn Binder sein. Der jüngere Bruder von KTM-Fahrer Brad Binder hat vom Yamaha-Satellitenteam RNF eine Chance erhalten. Darryn Binder wird direkt von der Moto3 in die MotoGP aufsteigen.

In jüngerer Vergangenheit hat nur Jack Miller die Moto2-Klasse übersprungen. "Dieser Schritt ist erheblich", sagt Brad Binder, der selbst in der Moto2 gefahren ist. "Wenn man von 60 PS auf nahezu 300 umsteigt, dann ist das ein großer Schritt."

"Wenn die ganze Leistung, Elektronik und so weiter hinzukommt, dann wird die Herausforderung noch größer. Er wird sehr viel lernen müssen, aber ich bin zuversichtlich, dass er das meistert. Es wird aber Zeit brauchen, bis er versteht wie alles funktioniert."

Brad Binder fährt seine zweite Saison in der Königsklasse und hat bereits zwei Siege gefeiert. Der 26-Jährige kann sich noch gut an seinen ersten MotoGP-Test erinnern: "Als ich das erste Mal die KTM gefahren bin, habe ich mir gedacht: 'Wie kann ich damit 25 Runden am Stück schaffen?'."

Brad Binder

Brad Binder weiß, wie groß der Schritt in die MotoGP-Klasse ist

Foto: Motorsport Images

"Ich kann mich erinnern, dass ich mich so fest angehalten habe, weil dieses Ding so schnell ist. Meine Arme waren nach einer Runde verspannt. Es gibt kein Straßenmotorrad, das einem das gleiche Gefühl vermittelt. Es ist wirkliche eine Waffe."

"Selbst wenn man nach der Winterpause zum ersten Test nach Katar kommt und das erste Mal das Gas aufdreht, dann ist das ein Gefühl, das man nicht beschreiben kann. Das Motorrad ist so stark und so schnell. Wenn man durch die Gänge schaltet, läuft es nahtlos."

Darryn Binder: "Chance, die man nicht ablehnen darf"

Darryn Binder hat noch nie ein MotoGP Bike getestet. Seine ersten Erfahrungen wird der 23-Jährige beim Nachsaisontest im November in Jerez sammeln. "Es fühlt sich surreal an", sagt Darryn Binder zu seinem MotoGP-Vertrag. "Es fühlt sich an, als wäre ich in einer anderen Welt."

"Es ist ein Kindheitstraum, in der MotoGP zu fahren. Nicht jeder bekommt diese Chance. Ich hätte nie erwartet, dass mir das in der Moto3 passieren würde. Ich bin super aufgeregt. Es ist ein großer Schritt vorwärts. Die Lernkurve wird für mich sehr steil sein."

Andrea Dovizioso

Bei RNF-Yamaha wird Darryn Binder Teamkollege von Andrea Dovizioso

Foto: Motorsport Images

Kritische Stimmen im Fahrerlager hinterfragen, ob es der richtige Schritt für Darryn Binder ist. In sieben Moto3-Jahren hat er ein Rennen gewonnen. Sechsmal schaffte er es in bislang 115 Grands Prix auf das Podium.

"Es ist eine Chance, die man nicht ablehnen darf", sagt Darryn Binder. "Es ist natürlich ein großer Schritt. Ich werde meinem Bruder viele Fragen stellen und versuchen, in seinen Fußstapfen zu bleiben, wenn wir über den Winter trainieren, damit ich für das große Bike bereit bin."

"Von meiner Seite aus habe ich das Gefühl, dass ich viel zu lange in der Moto3 war. Ich bin recht groß. Meine Größe sollte dem größeren Bike besser passen. Natürlich wird es eine steile Lernkurve, aber ich bin für die harte Arbeit bereit und werde mein Bestes geben, um stärker zu werden."

Während Dovizioso im nächsten Jahr die aktuelle Werksspezifikation erhalten wird, bekommt Binder die Yamaha von 2021.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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