Bradley Smith über Silly Season: "Es ist wirklich verrückt!"

KTM-Pilot Bradley Smith weiß, wie es sich auf dem Schleudersitz anfühlt - Für die Zukunft wünscht sich der Brite mehr Disziplin und Zeit bei Vertragsverhandlungen.

Für Bradley Smith war es keine einfache MotoGP-Saison 2017. Nicht nur, dass sich der Brite mit der Gewöhnung an die neue KTM sichtlich schwerer tat als Teamkollege Pol Espargaro. Hinzu kamen Gerüchte darüber, dass Smiths Platz im Team aufgrund ausbleibender Ergebnisse wackele und er trotz Vertrags für 2018 auf die Ersatzbank verbannt werden könne. Doch KTM schuf noch vor dem Großen Preis von Japan Klarheit.

Der österreichische Hersteller bestätigte, dass man Smith als Stammfahrer auch 2018 festhalten werde. Eine Erlösung für den 27-Jährigen, der im Rückblick verrät: "Das Schlimmste am Tag war, mit den Journalisten zu reden, weil die Fragen dazu einfach nicht aufgehört haben. Wenn man weiß, dass die Situation nicht so ist, wie sie sein sollte, und die Leute immer wieder den Finger in die Wunde legen, macht es das natürlich nicht leichter."

Zu diesem Zeitpunkt hatte Smith 14 WM-Punkte gesammelt und war beim Großen Preis von San Marino erstmals in die Top 10 vorgedrungen. Zum Vergleich: Teamkollege Espargaro hatte zu der Zeit bereits 37 Zähler auf seinem Konto, erreichte die Punkteränge also deutlich häufiger als Smith. Dieser gibt zu: "Ich wusste, dass ich meinen Weg mit dem Motorrad finden musste. Meinem Gefühl nach wurde die Performance in den letzten Rennen besser."

Smith wünscht sich Zeitfenster für Verhandlungen

Das bestätigt ein Blick auf die finalen drei Grands Prix, in denen der Brite seinen zweiten Top-10-Platz einfuhr (Australien) und zwei weitere Mal in den Punkten landete (Platz zwölf in Sepang, Platz elf in Valencia). Dass KTM ihm da bereits grünes Licht für die kommenden MotoGP-Saison gegeben hatte und damit auch eine gewisse Sicherheit, habe zur positiven Entwicklung seiner Formkurve beigetragen, glaubt Smith.

"Ich bin hier, um das Training zu sprechen und nicht den Vertrag für das nächste Jahr. Die Verkündung hat das mit Sicherheit etwas einfacher gemacht. Damit war vor Japan alles klar", blickt der KTM-Pilot zurück, räumt aber zugleich ein: "Wenn du auf dem Motorrad sitzt, hast du ohnehin keine Zeit, über solche Dinge nachzudenken. Da fährst du über 300 km/h. Das ist wirklich nicht der richtige Zeitpunkt, um zu grübeln."

Was Vertragsverhandlungen und die Silly Season im Allgemeine angeht, wünscht sich Smith etwas mehr Zurückhaltung. "Es wird immer über Verträge gesprochen werden. Aber die Gerüchte über 2019/2020 haben bereits jetzt begonnen", stellt der 27-Jährige fest. Er habe darüber mit Weltmeister Marc Marquez auf dem Rückflug von Malaysia gesprochen. Auch dessen Vertrag läuft Ende 2018 aus. Nicht wenige bringen ihn mit KTM in Verbindung.

"Es ist wirklich verrückt", betont Smith. "Wenn man sich diese Saison anschaut, waren drei verschiedene Hersteller an drei unterschiedlichen Punkten im Jahr am stärksten. Jetzt schon darüber zu sprechen, ohne überhaupt zu wissen, was nächstes Jahr passiert", sei nicht zielführend. Deshalb schlägt der Brite eine Art Verhandlungsfenster vor: "Erst dann sollten wir darüber sprechen und die Beteiligten ihre Entscheidungen treffen - statt schon drei Saisons vorher."

Einen Kommentar schreiben
Kommentare anzeigen
Über diesen Artikel
Rennserien MotoGP
Fahrer Bradley Smith
Teams Red Bull KTM Factory Racing
Artikelsorte News
Tags marc marquez, motogp, motogp 2018, silly season, verträge