präsentiert von:

Cal Crutchlow bedauert: Erstmals seit 2010 kein britischer Fahrer im Feld

Großbritannien ist eine der erfolgreichsten Nationen in der Motorrad-WM, aber 2021 gibt es keinen britischen MotoGP-Fahrer - Cal Crutchlow hofft auf Moto2-Talente

Cal Crutchlow bedauert: Erstmals seit 2010 kein britischer Fahrer im Feld

Erstmals seit der Saison 2010 wird kein Brite in der MotoGP-Startaufstellung stehen. Cal Crutchlow hat einen Schritt zurück gemacht und bei Yamaha als Testfahrer angeheuert. Bradley Smith wurde von Aprilia nicht für das zweite Motorrad berücksichtigt. Dabei ist Großbritannien in der Geschichte der Motorrad-WM eine der erfolgreichsten Nationen.

Leslie Graham hat sich 1949 zum ersten 500er-Weltmeister gekürt. Ihm folgten Geoff Duke, John Surtees, Mike Hailwood, Phil Read und Barry Sheene. Diese sechs Fahrer haben zusammengerechnet 17 Weltmeistertitel in der Königsklasse errungen.

Nur Italien ist erfolgreicher. Sechs Italiener haben zusammen 20 WM-Titel gewonnen, wobei alleine acht auf Giacomo Agostini entfallen und sieben auf Valentino Rossi. Britische Fahrer spielten vor allem in der Frühphase der Weltmeisterschaft eine große Rolle.

Nachdem Sheene Mitte und Ende der 1970er-Jahre seine Glanzzeiten erlebte, wurden Erfolge britischer Fahrer eine Seltenheit. Crutchlow war der erste Brite seit Sheene, der einen Grand Prix in der Königsklasse gewinnen konnte.

Nun können die britischen Fans keinen lokalen MotoGP-Helden mehr anfeuern. "Das ist natürlich sehr schade", bedauert Crutchlow. "Es ist auch für die MotoGP sehr schade. Historisch gesehen hatten wir über die Jahre immer einige gute britische Fahrer."

Bradley Smith, Cal Crutchlow

Im Jahr 2013 waren Bradley Smith und Cal Crutchlow Teamkollegen bei Tech 3

Foto: Tech 3

"Ich habe so wie alle gedacht, dass Brad für Aprilia fahren würde. Die News hat mich aber nicht überrascht, weil wir wissen, dass Werksteams andere Entscheidungen treffen können - und manchmal seltsame Entscheidungen."

"Bradley kann Motorradfahren. Er war in den vergangenen Jahren konkurrenzfähig und er ist auch ein guter Testfahrer", lobt Crutchlow seinen Landsmann. "Ich denke, seine Arbeitsmoral ist sehr gut." Aprilia orientiert sich um und wird im April einen Test mit Andrea Dovizioso durchführen.

"Sollten wir uns Sorgen machen, ob britische Fahrer in die MotoGP kommen? Ich weiß es nicht", meint Crutchlow. "Wir haben in der Moto2 und Moto3 gute Talente. Hoffentlich werden einige den Schritt schaffen, oder es im Falle von Sam Lowes wieder schaffen."

Lowes und Dixon: Wer erhält eine MotoGP-Chance?

Lowes fuhr 2017 für Aprilia. Er erreichte aber nur zweimal die WM-Punkteränge. In der Moto2 zählt er aktuell zu den Spitzenfahrern und für dieses Jahr auch zum Kreis der Titelanwärter. Mit Jake Dixon gibt es einen weiteren Briten in der mittleren Klasse.

Dixon fährt für Petronas-Sprinta und wäre damit in einem Team, das ihm eine MotoGP-Perspektive bieten könnte. Sollte Rossi seine letzte Saison bestreiten, könnte Petronas einen seiner Moto2-Fahrer befördern. Neben Dixon fährt Xavi Vierge für das Team.

Jake Dixon

Jake Dixon steht vor seiner dritten Moto2-Saison

Foto: Motorsport Images

Crutchlow glaubt, dass Dixon eine Chance bekommen könnte: "Ja, aber es hängt alles von den Petronas-Fahrern [in der MotoGP] ab. Er hat eine tolle Chance auf diesen Platz. Man muss aber auch abwarten, wie er sich in der Moto2 schlägt. Man muss Rennen gewinnen und auf dem Podium stehen, um eine Chance zu erhalten."

In der Moto3 ist Großbritannien weiterhin durch John McPhee vertreten, der ebenfalls für Petronas-Sprinta fährt. Um den Nachwuchs in Großbritannien zu fördern, gibt es seit einigen Jahren den British-Talent-Cup, der auch von MotoGP-Promoter Dorna unterstützt wird.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Maverick Vinales: "Yamaha braucht einen Plan und muss daran festhalten"

Vorheriger Artikel

Maverick Vinales: "Yamaha braucht einen Plan und muss daran festhalten"

Nächster Artikel

Kein Comeback in Katar: Marc Marquez fehlt auch beim MotoGP-Saionstart 2021

Kein Comeback in Katar: Marc Marquez fehlt auch beim MotoGP-Saionstart 2021
Kommentare laden

Artikel-Info

Rennserie MotoGP
Urheber Gerald Dirnbeck