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Cal Crutchlow witzelt: "Ergebnis umdrehen und ich gewinne"

Sportlich hat Cal Crutchlow bei seinem MotoGP-Comeback aktuell keine Chance auf Topresultate - Ein scherzhafter Blick auf Brünn zeigt seine selbstironische Seite

Cal Crutchlow witzelt: "Ergebnis umdrehen und ich gewinne"

Cal Crutchlow hat seinen Humor nicht verloren

Foto: Getty Getty

Nachdem Cal Crutchlow sein MotoGP-Comeback in Mugello aufgrund eines kleinen Muskelrisses im Bereich des linken Schulterblatts aufgeben musste, konnte er im Balaton Park den Grand Prix zu Ende fahren. Für den 40-Jährigen war die Strecke in Ungarn völlig neu.

"Ja, es macht mir Spaß", sagt er zu seiner überraschenden MotoGP-Rückkehr. Crutchlow vertritt im LCR-Honda-Team den verletzten Johann Zarco. Für LCR fuhr er von 2015 bis 2020 und gewann drei Rennen.

"Im Moment ist es mit meiner Schulter natürlich schwierig, es richtig zu genießen, aber ich wäre nicht da draußen, wenn ich nicht dabei sein wollte. Ich werde ganz sicher nicht gezwungen, auf das Motorrad zu steigen."

"Es ist meine Entscheidung. Ob es eine dumme Entscheidung ist oder nicht, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es eine verrückte Entscheidung ist. Aber ja, das Niveau ist hart. Das Niveau ist wirklich extrem hoch."

"Die anderen Fahrer haben einfach 7.500 Kilometer auf dem Motorrad, ich habe 350. Ich weiß nicht, was ich erwarten soll. Also ja, es ist, wie es ist. Im Moment bin ich ganz zufrieden, aber ich plane, in Brünn zu gewinnen."

"Wenn wir die Startaufstellung umdrehen, stehe ich auf Pole", scherzt Crutchlow, "und wenn wir das Ergebnis umdrehen, habe ich gewonnen. Das habe ich schon einmal geschafft." 2016 gewann er in Brünn seinen ersten Grand Prix.

Crutchlow hat kein Motivationsproblem

Natürlich war Crutchlow auch im Balaton Park das Schlusslicht im Feld. In Q1 fehlten ihm acht Zehntelsekunden auf den Vorletzten. Im Sprint und im Grand Prix fuhr er jeweils am Ende des Feldes.

Wie motiviert er sich dennoch? "Ich war immer motiviert, mich selbst zu verbessern. In meiner Karriere war mir oft egal, wo ich ins Ziel komme. Natürlich wollte ich gewinnen oder vorne mitkämpfen."

"Aber wenn ich abgestiegen bin und wusste, dass ich hundert Prozent gegeben habe, war ich zufrieden. Und wenn das Platz 15 war, dann war das eben so. So war ich schon immer."

Cal Crutchlow, Maverick Vinales

Mit den anderen Fahrern kann der 40-Jährige momentan nicht kämpfen

Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images

"Selbst wenn Marc mit der Honda gewonnen hat und ich 15. war und dachte, ich habe mein Bestes gegeben, war ich zufrieden. Es ist jetzt die gleiche Situation. Ich kann im Moment nicht mehr leisten als das, was ich mache."

"Ich lerne immer noch dazu. Mit 40 Jahren lerne ich immer noch. Und wie gesagt, ich genieße es. Ich brauche einfach etwas mehr Kraft, das wird schon kommen. Wie ich euch gesagt habe: Ich bin vom Fahrrad direkt auf ein MotoGP-Bike gestiegen."

"Das ist nicht einfach. Körperlich fühle ich mich aber gut. Auf dem Motorrad werde ich natürlich schneller müde, und die Muskeln, die ich lange nicht benutzt habe, ermüden stärker als bei den anderen Fahrern."

Für Crutchlow geht es in erster Linie darum, Spaß zu haben und sich kontinuierlich zu steigern. Das gelang ihm im Balaton Park im Vergleich zu Mugello auch. An beiden Wochenenden hatte er auch keinen Sturz.

Rennen sind seltsam und körperlich hart

Die Rennen am Ende des Feldes sind für ihn dennoch seltsam, wie er beispielhaft schildert: "Am Start habe ich mich gefragt: Warum fahren die alle so langsam? Auch in Mugello hatte ich genau das gleiche Gefühl."

"In der ersten Runde ist es wie eine Blockade. Du steckst hinten fest. Man fragt sich, warum sie so langsam fahren. Aber die Realität ist: Sie können sich kaum überholen. Ich will nicht sagen, dass es gefährlich ist, aber es ist schwierig zu überholen."

"Hinten fährst du überall mit Halbgas und denkst dir: Warum sind die so langsam? Aber dann versuchst du selbst zu überholen und merkst: Nein, das geht nicht, das ist unmöglich."

Im Grand Prix war Crutchlow nicht ganz allein am Ende des Feldes. Nach dem Sturz beim Startunfall war zunächst Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) dahinter, konnte den Briten aber rasch überholen.

Cal Crutchlow

Als 16. verpasste Crutchlow in Ungarn einen WM-Punkt

Foto: Getty Images Europe

Fast hätte Crutchlow in Ungarn einen WM-Punkt gesammelt, denn Maverick Vinales (Tech3-KTM) erhielt 16 Strafsekunden aufgrund einer Reifendruckstrafe. Trotzdem blieb der Spanier im Ergebnis sechs Sekunden vor Crutchlow.

"Ja, aber ich habe in den ersten drei Runden schon 16 Sekunden verloren, weil ich wie ein Opa herumgeeiert bin", lacht Crutchlow. "Nein, es war okay. Ich war zufrieden, das körperlich anstrengendste Rennen meines Lebens zu beenden."

"Einfach, weil ich seit 2022 keine Renndistanz mehr gefahren bin, so ist das eben. Es war wieder das gleiche Thema: Wenn ich pushe, verliere ich Muskelkraft. Also habe ich mir gedacht, es bringt nichts zu pushen - ich werde sowieso Letzter."

"Das weiß ich und damit bin ich zufrieden, das ist in Ordnung. In ein paar Rennen bin ich damit vielleicht nicht mehr zufrieden, wenn ich weitermache. Vielleicht ändert sich dann etwas."

"Wenn wir uns meine Rundenzeiten im Rennen anschauen, war ich so nah dran wie noch nie. Also haben wir wieder Fortschritte gemacht, und darauf müssen wir schauen."

"Wir schauen nicht auf das Ergebnis oder solche Dinge, sondern auf die Fortschritte, die ich beim Fahren mache. Ich habe weniger als eine Sekunde auf die anderen Hondas verloren, mehr kann ich im Moment nicht verlangen."

"Aber ja, es war ein hartes Rennen, ganz ehrlich. Alleine zu fahren ist schrecklich. In gewisser Weise ist es schlimm, weil man keine Referenz hat, keinen Vergleich. Andererseits ist es nicht so schlecht, weil man sich komplett auf sich selbst konzentriert. Und genau das muss ich im Moment sowieso tun."

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