Cal Crutchlow wünscht sich "natürlicheres Bike" für 2018

Cal Crutchlow spricht über die Wünsche der Honda-Fahrer für das nächste Jahr. Beim Prototyp für 2018 gibt es viele Änderungen, die Eindrücke beim Valencia-Test waren positiv.

Honda brachte als einziger MotoGP-Hersteller schon den 2018er-Prototypen zum Nachsaisontest in Valencia. Marc Marquez, Dani Pedrosa und Cal Crutchlow sammelten erste Informationen und Eindrücke. Die Wünsche für das kommende Jahr sind klar. "Für mich wäre das ein natürlicher zu fahrendes Motorrad, oder ein neutraleres", formuliert Crutchlow seine Forderungen. "Aber das ist nicht so einfach zu erzielen. Wenn jeder wüsste, was man mit dem Motorrad machen muss, dann würden alle innerhalb einer Zehntelsekunde sein."

Marquez sicherte sich mit der RC213V den WM-Titel, Honda gewann auch die Marken- und die Teamwertung. "Die Honda hat so viele gute Punkte", lobt Crutchlow sein Arbeitsgerät. "Wenn man etwas verändert, könnten wir diese verlieren. Positiv ist der Kurveneingang. Ich glaube aber, dass wir in diesem Jahr in diesem Bereich etwas verloren haben, oder die Konkurrenz wurde besser. Natürlich will man seine positiven Punkte behalten, aber ich glaube, wir müssen etwas davon aufgeben, um in anderen Bereichen besser zu werden."

Die Entwicklung liegt auf den Schultern von Marquez, Pedrosa und Crutchlow, da die übrigen drei Honda-Fahrer 2018 MotoGP-Rookies sind. Die drei Werksfahrer geben auch das gleiche Feedback, was Crutchlow etwas verwundert: "Das ist etwas seltsam, denn normalerweise sage ich etwas anderes, weil sie noch nichts anderes gefahren sind. Momentan sind unsere Prioritäten gleich. Das ist gut, weil wir in die gleiche Richtung arbeiten. Ich glaube nicht, dass wir große Änderungen sehen werden, aber hoffentlich ist das neue Paket für uns etwas einfacher zu fahren."

Neuer Prototyp: Positives überwiegt Negatives

Nach zwei Tagen mit dem neuen Prototypen gibt der Brite allerdings ein gemischtes Feedback: "Die Rundenzeit hätte besser sein können, aber wir perfektionierten es nie, schnell zu fahren – vor allem mit dem neuen Bike. Wir waren den ganzen Tag konstant und sind einige gute Runs gefahren. Die Longruns waren mit dem neuen Motorrad auch nicht so schlecht. Ich habe fast den ganzen Tag mit dem neuen Motorrad gearbeitet. Das war gut, weil Marc und Dani nicht so viel damit gemacht haben."

Fortschritte erkennt Crutchlow trotzdem: "Wir arbeiten hart. Der neue HRC-Prototyp scheint in manchen Bereichen etwas besser zu sein, aber auch schlechter in anderen. Ich denke, das Positive überwiegt. Wir müssen uns weiter darauf einstellen, denn es ist doch ein großer Unterschied, das neue Bike zu fahren." Kommende Woche wird LCR in Jerez mit dem neuen Motorrad weiterarbeiten. Marquez und Pedrosa sparen sich diese Testtage und fahren erst wieder im nächsten Jahr.

Auch wenn äußerlich kaum Neuigkeiten zu sehen sind, hat Honda an vielen Details gearbeitet. "Es gibt so viele verschiedene Änderungen. Es ist aber kein komplett neues Motorrad. Es sieht gleich aus und das Gefühl ist ähnlich, aber im Motorrad gibt es ziemlich viele Unterschiede." Und hat Honda die Wünsche der Fahrer erfüllt? "Schwierig zu sagen", meint Crutchlow. "Sie haben sich alle Bereiche angesehen, nach denen wir verlangen, aber man kann nicht alles verändern. Das Bike hat gerade die WM gewonnen, so schlecht kann es nicht sein."

Eine Priorität betrifft den Motor. Da im Laufe des Jahres keine Entwicklung erlaubt ist, müssen die Hersteller die Spezifikation bei den Wintertests festlegen. Diesbezüglich hatte Honda in den vergangenen Jahren auch schon Fehler gemacht. In Valencia festigte sich der Eindruck, dass die Japaner diesmal gut aufgestellt sind. "Ich denke, wir sind jetzt in besserer Form", bestätigt Crutchlow. "Es ist aber schwierig zu sagen, denn Marc und Dani sind kaum mit dem neuen Bike gefahren."

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