Dall'Igna schießt gegen Yamaha: "Ducati hätte Morbidelli anders behandelt"

Als Vizeweltmeister hätte Yamaha Franco Morbidelli eine aktuelle M1 geben müssen, findet Luigi Dall'Igna, die frühe Saisonplanung kann er aber nachvollziehen

Dall'Igna schießt gegen Yamaha: "Ducati hätte Morbidelli anders behandelt"

Yamaha setzt drei aktuelle und ein älteres Motorrad ein. Als das Petronas-SRT-Team 2019 als neues Satellitenteam installiert wurde, änderte sich die technische Unterstützung. Davor hatte das Tech-3-Team praktisch immer das Vorjahresmodell der M1 zur Verfügung.

Petronas kaufte eine aktuelle Werksspezifikation ein. 2019 fuhr damit Franco Morbidelli, aber er stand im Schatten seines damaligen Teamkollegen. Fabio Quartararo überraschte als Rookie, weshalb er für 2020 das gleiche Motorrad wie das Werksteam bekam.

Ende Januar 2020 wurde zudem Quartararos Zweijahresvertrag im Werksteam bekannt. Morbidelli verlängerte seinen Vertrag mit Petronas für zwei Jahre, obwohl er mit der 2019er-Spezifikation zurechtkommen musste. Mit Erfolg.

Der Italiener gewann im Herbst drei Rennen und wurde hinter Joan Mir (Suzuki) Vizeweltmeister. Trotzdem muss er auch in diesem Jahr mit der gleichen, mittlerweile zwei Jahre alten Yamaha fahren. Da die Konkurrenz Fortschritte gemacht ist, hat es Morbidelli immer schwerer.

"Ducati hätte einen Vizeweltmeister nicht so behandelt", wird Ducati-Motorsportchef Luigi Dall'Igna von 'GPOne.com' zitiert. "Der Sport muss der Hauptaspekt sein, wenn man über Teams und Fahrer nachdenkt."

Gigi Dall'Igna

Luigi Dall'Igna hätte es mit Morbidelli nicht wie Yamaha gemacht

Foto: LAT

"Klar, diese Entscheidung muss schon im Juni oder Juli getroffen werden und nicht am Saisonende", meint der Italiener. Damit liegt er auch richtig. Yamaha traf bereits im Sommer 2020 die Entscheidung, dass Morbidelli in diesem Jahr mit dem gleichen Motorrad fahren wird.

Wegen Corona begann die Saison 2020 erst Ende Juli. Zu diesem Zeitpunkt war völlig unklar, wie sich das Jahr weiterentwickeln würde. Nach einer durchwachsenen Saison 2019 gelang Morbidelli ein deutlicher Schritt nach vorne.

"Ich kann mir vorstellen", sagt Dall'Igna, "dass sich Yamaha in einer unvorbereiteten und unkomfortablen Situation befunden hat, denn sie hatten plötzlich einen sehr wichtigen Fahrer. Sie konnten die Situation aber nicht bestmöglich managen."

"Ich glaube, das war Francos Pech, denn er hätte sich die 2021er-Version des Motorrads verdient." Morbidelli hat für 2022 einen Vertrag mit Petronas. Ihm wird darin ein aktuelles Werksmotorrad garantiert.

Da sich Maverick Vinales mit Jahresende von Yamaha verabschiedet, könnte Morbidelli ins Werksteam wechseln. Derzeit erholt sich der Italiener von einer Knieoperation. Es ist offen, ob er Anfang August bei den beiden Spielberg-Rennen fahren kann.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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