Das Erfolgsgeheimnis von Quartararo: "Ich bin jetzt viel ruhiger"

Die Fehler in der Saison 2020 waren der Grundstein für den aktuellen Erfolg - Fabio Quartararo hat persönlich einen Schritt gemacht und ist auf dem Weg zum WM-Titel

Das Erfolgsgeheimnis von Quartararo: "Ich bin jetzt viel ruhiger"

"Das Ziel ist klar. Ich will Weltmeister werden oder zumindest darum kämpfen." Fabio Quartararo ist in der MotoGP-Saison 2021 auf dem besten Weg, dieses Ziel zu schaffen. Sechs Rennen vor Saisonende hat der Yamaha-Fahrer komfortable 65 WM-Punkte Vorsprung auf Titelverteidiger Joan Mir (Suzuki).

Auch im Vorjahr führte Quartararo lange die WM-Wertung an, aber einige schwierige Rennen machten jede Titelchance zunichte. Er fiel im Herbst sogar noch auf WM-Platz acht zurück. Mit dem Wechsel ins Werksteam hat der 22-Jährige einen Schritt gemacht.

"Ich habe meine Fehler von 2020 realisiert", analysiert er bei 'MotoGP.com' seine insgesamt bessere Performance und Ergebnisse. "Es gab manchmal Probleme mit dem Motorrad, aber auch ich habe Fehler gemacht. Wenn etwas falsch gelaufen ist, war ich auf dem Motorrad sehr wütend."

"Und wenn man verärgert ist, dann ist man nicht darauf fokussiert, was man tun muss. Ich habe gelernt, in schwierigen Situationen ruhiger zu bleiben. Deshalb bin ich viel stärker als im Vorjahr. Es ist bisher meine beste Saison. Ich genieße es, wodurch alles viel leichter geht."

Fünf Siege sprechen eine deutliche Sprache. Ansonsten hat noch Ducati-Fahrer Jack Miller zwei Rennen gewonnen. Bei den restlichen Rennen gab es immer einen anderen Sieger. Mir hat in diesem Jahr noch keinen Grands Prix für sich entschieden.

Auch Yamaha hat die M1 verbessert

"Ich fahre, weil es mir Spaß macht", sagt Quartararo. "Natürlich habe ich einen großen Punktevorsprung, aber ich fahre wie bei einem Test und versuche der Schnellste zu sein. Ich habe mit meiner Erfahrung große Schritte gemacht und Yamaha hat das Motorrad deutlich verbessert."

Fabio Quartararo

Fabio Quartararo hat sich als Nummer 1 bei Yamaha etabliert

Foto: Motorsport Images

"Ich spüre das Limit viel einfacher als in der Vergangenheit. Dadurch kann ich aggressiver fahren. Ich habe eine größere Verantwortung für die Entwicklung des Motorrads. Das ist auch eine Stärke von mir, denn ich spüre Änderungen beim Motorrad. Schritt für Schritt vertraut mir Yamaha immer mehr."

Binnen kürzester Zeit hat sich Quartararo als Führungsfigur bei Yamaha entwickelt. Bei Maverick Vinales ging nach seinem Auftaktsieg in Katar 1 nicht mehr viel und es kam zum Bruch mit dem Team. Valentino Rossi ist aus eigener Kraft nicht mehr im Spitzenfeld zu finden.

Und Franco Morbidelli hatte mit der 2019er-Yamaha Mühe, konkurrenzfähig zu bleiben. Eine Knieoperation setzte den Italiener lange außer Gefecht. Ab Misano wird er zurückkehren und im Yamaha-Werksteam der neue (alte) Teamkollege von Quartararo sein.

Quartararo kann den restlichen Rennen entspannt entgegenblicken. Sollte er theoretisch drei Rennen auslassen müssen, dann müsste Mir zwei davon gewinnen und einmal Dritter werden, um mit einem Punkt Vorsprung an Quartararo vorbeizuziehen. So groß ist sein Vorsprung.

"Misano, Valencia und Portimao sind starke Strecken für uns", blickt der Franzose auf die weiteren Rennen. "Aragon und der Circuit of The Americas werden schwieriger, aber unser Motorrad ist überall schnell. Deswegen mache ich mir keine Sorgen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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