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"Das Gas reagierte nicht mehr": Acosta über den Unfall mit Alex Marquez

Pedro Acostas KTM versagt in Barcelona und löst einen schweren Unfall aus - Danach kritisiert er den zweiten Neustart: "Gesundheit geht vor die Show"

"Das Gas reagierte nicht mehr": Acosta über den Unfall mit Alex Marquez

Pedro Acosta und Alex Marquez umittelbar vor dem verhängnisvollen Unfall

Foto: AFP

"Über das Rennen gibt es nicht viel zu sagen", sagt Pedro Acosta nach dem Grand Prix in Barcelona. "Das Wichtigste ist, dass wir wissen, dass es Alex Marquez und Johann Zarco gut geht, sowie allen anderen, die gestürzt sind."

"Einmal mehr hatten wir einen Sonntag, der sehr schlimm hätte enden können. Zum Glück scheinen alle mehr oder weniger unversehrt davongekommen zu sein. Alle unsere besten Wünsche gehen an Alex und Johann."

"Alles andere ist nicht wirklich wichtig." Ein technisches Problem bei Acostas KTM löste in der zwölften Runde den schweren Unfall von Alex Marquez aus. Plötzlich hatte Acostas Motorrad beim Beschleunigen keinen Vortrieb mehr.

Wie hat er diese brenzlige Situation erlebt? "Es scheint ein elektronischer Defekt gewesen zu sein. Es war, als wäre das Motorrad plötzlich abgestorben, und alles hörte auf zu funktionieren. Das Gas reagierte nicht mehr."

"Das ist genau in dem Moment passiert, als ich mich hinter die Verkleidung duckte." Acosta hob sofort die Hand, aber es war schon zu spät. Alex Marquez war bereits mit ihm kollidiert.

Das Heck der KTM und der Hinterreifen waren stark beschädigt. Ohne Vortrieb halfen ihm die beiden Pramac-Fahrer zurück an die Box. Im ersten Moment wurde in der KTM-Box ein Elektronikproblem als Ursache vermutet.

Acosta wechselte für den Neustart auf sein zweites Motorrad. Nach dem Startunfall mit Johann Zarco (LCR-Honda) wurde das Rennen erneut unterbrochen und die Fahrer kehrten zurück an die Box.

Dass das Rennen anschließend noch einmal gestartet wurde, hinterfragt Acosta bei DAZN Spanien: "Wenn so etwas passiert, ist es wirklich furchtbar, dass wir so tun, als wäre nichts gewesen, und ganz normal wieder auf die Strecke gehen."

"Selbst als MotoGP-Fahrer, die schon ein gewisses Maß an Erfahrung mit solchen Dingen haben. Ich verstehe, dass wir nach einer roten Flagge wieder rausfahren müssen, aber nach der zweiten ..."

"Ich bin nicht wirklich damit einverstanden, nach zwei roten Flaggen noch einmal zu fahren. Wenn in demselben Rennen bereits zweimal etwas Schlimmes passiert ist, glaube ich nicht, dass es viel Sinn ergibt, noch einmal rauszufahren."

"Ich denke, die Gesundheit der Menschen geht vor die Show", findet der 21-jährige Spanier. "Wir hatten mit den beiden roten Flaggen heute genug Show. Es war nicht nötig, ein drittes Rennen zu fahren."

Acosta will wieder die Sicherheitskommission besuchen

In den vergangenen Wochen wurde im Paddock über die geringe Fahrerbeteiligung bei der Sicherheitskommission diskutiert. Meistens ist nur noch eine Handvoll Fahrer dabei, um wichtige Themen zu besprechen.

Auch Acosta zählt in der Regel zu den Abwesenden. Am Donnerstag sagte er in Barcelona, dass er in seiner ersten MotoGP-Saison regelmäßig bei dem Treffen war. Im Laufe seiner zweiten Saison, also im vergangenen Jahr, hörte er auf, hinzugehen.

Das hatte er am Donnerstag so begründet: "Ich habe in der Box ohnehin genug Probleme, sodass mir kaum Zeit bleibt, überhaupt dorthin zu gehen. Wenn es wirklich etwas Wichtiges zu besprechen gibt, gehe ich hin."

Pedro Acosta

Pedro Acosta will in Mugello wieder die Sicherheitskommission besuchen

Foto: AFP

"Aber normalerweise ist in den letzten paar Rennen nichts wirklich Interessantes passiert. Ich war einfach nicht dort." Diese Meinung änderte sich bei Acosta nach den Ereignissen am Sonntag.

Beim nächsten Rennen, das in Mugello stattfindet, wird er am Freitagabend zum Treffen der Sicherheitskommission gehen: "Ich werde nächste Woche auf jeden Fall hingehen, um über meine Meinung zum dritten Start zu sprechen."

"Mechanische Probleme können passieren, ein Sturz kann passieren, und im Großen und Ganzen war die Strecke eigentlich sicher genug, mehr oder weniger. Denn was passiert ist, passiert normalerweise nicht, weil es auf einer Geraden war."

"Es ist zwar viel passiert, aber normalerweise, wenn man darüber nachdenkt: Die Fahrer sind diejenigen, die die Show für die Fans machen. Deshalb ist die Gesundheit derer, die die Show erst ermöglichen, viel wichtiger als die Show selbst."

Ogura schießt Acosta in der Zielkurve ab

Nach dem finalen Neustart führte Acosta das Rennen lange an, aber in der Schlussphase hatte er keinen Grip mehr. Er wurde von Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati), von Joan Mir (Honda) und von Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati) überholt.

In der letzten Runde startete Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia) in der Zielkurve ein Überholmanöver und stach nach innen. Dabei berührte der Japaner Acosta, der stürzte und dabei zum Glück unverletzt blieb.

Trackhouse-Teamchef Davide Brivio entschuldigte sich bei DAZN Spanien: "Ich fühle mich sehr schlecht für Pedro. Ich entschuldige mich bei ihm. So etwas kann passieren, aber Ai ist ein sehr sauberer, sehr respektvoller Fahrer."

"Es war die letzte Kurve. Ai hat eingeschätzt, dass er Platz hatte, um reinzustechen. Wir akzeptieren die Entscheidung und die Strafe, aber wir können da nichts weiter dran ändern."

Ogura erhielt eine Zeitstrafe von drei Sekunden. Im Endergebnis bedeutete das den achten Platz. Der Japaner sprach von einem "dummen Manöver", nahm die Schuld auf sich und entschuldigte sich bei Acosta.

"Ich dachte, ich schaffe es. Was ich erwartet hatte und was ich dann gemacht habe, war unterschiedlich. Ich bin fast geradeaus auf Pedro zugefahren und habe ihn abgeschossen."

"Direkt nach dem Rennen bin ich zu seiner Box gegangen. Pedro war nicht da. Ich bin zu seinem Motorhome gegangen und wir haben bereits über das gesprochen, was passiert ist. Es ging ihm gut, und ich habe mich einfach bei ihm entschuldigt."

Eine Entschuldigung, die Acosta angenommen hat: "Er hat bei meinem Motorhome auf mich gewartet. Er hat lange gewartet, bis ich aus der Box kam und hat sich entschuldigt. Ich ziehe den Hut vor ihm, dass er ein gewisses Maß an Bescheidenheit gezeigt hat."

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