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MotoGP
Davide Brivio: Zwei Rennen auf einer Strecke ein Vor- oder Nachteil?
Ist es sportlich fair, wenn die MotoGP-Saison nur rund zehn Rennen umfasst und zwei GPs auf einer Strecke stattfinden? - Davide Brivio wägt Vor- und Nachteile ab
Gerald Dirnbeck Matteo Nugnes
Bearbeitet: 19.05.2020, 09:35
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Die Corona-Krise sorgt für außergewöhnliche Ideen. Ab Sommer plant die MotoGP auf der gleichen Strecke zwei Grands Prix an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden. So soll im Juli zunächst zweimal in Jerez gefahren werden, anschließend könnte zweimal Spielberg folgen und so weiter. Mit diesem Notkalender könnten insgesamt noch zehn bis zwölf Rennen in Europa stattfinden.
Doch ist das aus sportlicher Sicht gerecht? Es gibt Strecken, die einem Motorrad oder auch einem Fahrer besser liegen als einem anderen. "Natürlich wollen wir nicht zweimal in Österreich fahren, aber das könnte passieren", lacht Suzuki-Teamchef Davide Brivo. Denn die Powerstrecke in Spielberg ist Ducati-Land.
"Es wird auch kein Rennen in Assen geben, wo wir sehr konkurrenzfähig sein könnten. Wir werden auch nicht in Silverstone fahren, wo wir zweimal gewonnen haben", denkt Brivio an Strecken, die Suzuki liegen würden. "Aber so ist eben die Situation. Jemand wird in Österreich sehr stark sein, aber dafür in Jerez weniger."
2020 ist ein spezielles Jahr
"Zwei Rennen auf einer Strecke ist eine Lösung, um die Saison fortsetzen zu können. Wir müssen das akzeptieren und uns darauf vorbereiten. So können wir zehn bis zwölf Rennen schaffen. Man muss das akzeptieren. Für die eine Marke ist es nicht gut, zwei Rennen in Jerez zu haben und für eine andere ist es nicht gut, zweimal in Österreich zu fahren. Das ist 2020, es ist ein spezielles Jahr."
Denn die Voraussetzungen sind im Endeffekt für alle gleich. Brivio lobt auch den Zusammenhalt hinter den Kulissen: "Innerhalb der MSMA waren alle den Vorschlägen gegenüber offen. Alle haben im Interesse der MotoGP gesprochen. Ich hatte nie das Gefühl, dass jemand nur an sein eigenes Interesse gedacht hat."

Suzuki-Fahrer Joan Mir mit Teamchef Davide Brivio
Foto: LAT
Aber wie wird sich sportlich eine relativ kurze Saison auswirken, denn seit Jahren war man 18 oder mehr Rennen gewohnt? "Ich weiß es nicht. Aber ich glaube nicht, dass es zwischen einer kurzen und einer langen Saison einen großen Unterschied gibt", meint der Italiener. "Es werden immer die gleichen Fahrer schnell sein."
Die schnellen Fahrer werden immer vorne sein
"Natürlich gibt es Variablen in diesem Jahr. Man wird sehen, ob diese lange Pause den einen mehr oder den anderen weniger beeinflusst hat." Vor dem ersten Rennen wird es zumindest noch einen Testtag geben. "Aber in Bezug auf Ergebnisse und Wettbewerb sollte es mehr oder weniger gleich sein. Es gibt eine ungefähre Idee, welche Rennen wir fahren werden."
"Ich habe eine Überlegung angestellt", nennt Brivio beispielsweise einen Gedanken. "Wir könnten zweimal in Jerez und zweimal in Österreich fahren. Wenn man die Ergebnisse von Jerez und Österreich vom Vorjahr herannimmt und verdoppelt, dann wäre das Ergebnis für die WM im Endeffekt sehr ähnlich."
"Ich glaube nicht, dass sich viel verändern wird. Natürlich wird es wichtiger sein, keine Fehler zu machen, weil man weniger Rennen hat, um wieder aufholen zu können. Vinales hatte zum Beispiel im Vorjahr einen schwierigen Saisonstart und war dann am Ende sehr stark. Aber für die ersten Positionen in der WM wird sich nicht viel ändern im Vergleich zu einer langen Saison."
"Suzuki kann die Überraschung sein, aber ich hoffe, dass wir nicht mehr eine Überraschung sind. Im Vorjahr waren wir im letzten Teil der Saison nicht mehr so gut und hätten es besser machen können. Wir müssen konstantere Ergebnisse haben. Aus dieser Sicht könnte eine kurze Saison hilfreich sein."
Mit Bildmaterial von LAT.
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