"Der unermüdliche Champion": Dall'Igna lobt Marquez' Ungarn-Gala
In seiner Rennanalyse blickt Ducati-Boss Gigi Dall'Igna auf Marc Marquez' Sieg in Ungarn und lobt das "nahezu perfekte" Rennen des MotoGP-Weltmeisters
Marc Marquez machte in Ungarn die 100 Siege für sich und für Ducati voll
Foto: Gold Gold
Mit einem historischen Wochenende in Ungarn hat Marc Marquez nicht nur seine persönliche Durststrecke beendet, sondern auch gleich mehrere Meilensteine erreicht. Der Spanier feierte am Balaton seinen ersten Sonntagssieg seit Misano 2025 - nach 266 Tagen ohne Grand-Prix-Erfolg.
Gleichzeitig war es sein 100. Grand-Prix-Sieg über alle Klassen hinweg. Damit reiht er sich in einen exklusiven Klub ein, denn nur Giacomo Agostini (122 Siege) und Valentino Rossi (115) konnten in ihrer Karriere noch mehr verzeichnen. Zudem bescherte er dem Ducati-Werksteam den 100. MotoGP-Sieg seiner Geschichte.
Für Ducati-Rennchef Gigi Dall'Igna war das Balaton-Wochenende deshalb weit mehr als nur ein weiterer Sieg. In seinem traditionellen Rennblog spricht der Italiener von der Rückkehr eines Ausnahmefahrers, den viele bereits abgeschrieben hatten.
Gigi Dall'Igna schwärmt: "Wie nur er es kann"
"Marc hat sein 'Jahrhundert' vollgemacht! Hundert Siege in Grands Prix. Vor ihm liegen jetzt nur noch Agostini und Rossi. Herzlichen Glückwunsch!", schreibt Dall'Igna.
Besonders wertvoll sei dieser Meilenstein für ihn, weil er "an einem Wochenende erreicht wurde, das die Rückkehr des unermüdlichen Champions bestätigt, den wir alle kennen". Marquez dominierte das Wochenende nahezu nach Belieben. Pole, Sprint- und Grand-Prix-Sieg sowie die schnellsten Runden in beiden Rennen bescherten ihm seinen ersten perfekten "Double-Hattrick" seit Ungarn 2025.
Dabei hebt Dall'Igna vor allem die Art und Weise hervor, wie der amtierende MotoGP-Weltmeister den Grand Prix gewann. Der Ducati-Boss betont, dass niemand das Tempo des Spaniers habe mitgehen können. Marquez habe seine Poleposition optimal genutzt und "auf die Art gewonnen, wie nur er es kann".
Besonders beeindruckt zeigt sich Dall'Igna vom Rennmanagement. Marquez habe zu Beginn bewusst nicht überzogen, auf das optimale Arbeitsfenster des Medium-Hinterreifens gewartet und in der zweiten Rennhälfte den entscheidenden Unterschied gemacht.
"Er hat das Rennen nahezu perfekt gemanagt - das Timing und die Art seiner Angriffe, ohne am Anfang zu viel zu riskieren", erklärt er. Später habe Marquez "mit klarem Kopf, Entschlossenheit und seinem immensen Talent" den Vorstoß gesetzt, in einem spektakulären Duell, "in dem er eigentlich alles zu verlieren hatte".

Ducati-Rennchef Gigi Dall'Igna herzt Marc Marquez nach dessen Ungarn-Sieg
Foto: Getty Images Europe
Tatsächlich entwickelte sich das Rennen nach einem turbulenten Start zu einem packenden Zweikampf mit Pedro Acosta. Marquez setzte sich schließlich durch und holte seinen 15. Grand-Prix-Sieg mit Ducati. In der Ducati-internen Bestenliste hatten nur Francesco Bagnaia (31 Siege) und Casey Stoner (23) mehr.
Lob auch für Bagnaia, Di Giannantonio und Lecuona
Der Grand Prix selbst war stark von einem Massensturz in der ersten Kurve geprägt. Mehrere Titelanwärter, darunter WM-Spitzenreiter Marco Bezzecchi, schieden bereits in der Anfangsphase aus. Dall'Igna räumte ein, dass die Startposition auf dem engen und besonderen Balaton-Kurs wichtiger gewesen sei als gewöhnlich.
"Es war definitiv ein Rennen, das vom ersten Schlag geprägt wurde", schreibt er mit Blick auf die Kollisionen unmittelbar nach dem Start in die 26 Rennrunden. Dennoch müsse man solche Situationen akzeptieren und "mit Gelassenheit nehmen".
Während Marquez den Sieg einfuhr, sicherte sich Bagnaia als Dritter das nächste Podium. Dall'Igna wertet das Ergebnis seines zweiten Werksfahrers als wichtigen Schritt.
"Pecco profitierte von den Unfällen zu Beginn", analysiert er. Nach einem weniger gelungenen Start fand sich Bagnaia zunächst außerhalb der Spitzengruppe wieder, übernahm dann aber den dritten Platz und verteidigte ihn bis ins Ziel. Auf einer Strecke, die dem Italiener traditionell nicht besonders liegt, sei das ein "moralisch wichtiger Podestplatz" gewesen. Zudem war es bereits sein drittes Podium in Folge.
Ein besonderes Lob reserviert Dall'Igna für Ersatzfahrer Iker Lecuona. Der Spanier war kurzfristig aus der Superbike-WM geholt worden, um den verletzten Alex Marquez im Team von Gresini zu ersetzen, und fuhr auf Anhieb auf Rang sieben.
"Ein besonderer Applaus geht an Lecuona", lobt der Ducati-Chef. Der siebte Platz sei keineswegs selbstverständlich gewesen, vor allem nicht, weil der Spanier vor dem Rennwochenende keinerlei Testfahrten auf der Ducati absolviert hatte. "Bravo, Iker!"
Auch Fabio Di Giannantonio erhält anerkennende Worte. Der VR46-Pilot war in den Startunfall verwickelt worden, kämpfte sich jedoch durchs Feld zurück in die Punkte.
Dall'Igna spricht von einer "mutigen Aufholjagd" und betont, dass Di Giannantonio trotz des Rückschlags eine Pace gezeigt habe, die eigentlich podestwürdig gewesen sei. Für den Ducati-Manager war das ein Beweis für den Charakter und die Entschlossenheit des Italieners - Eigenschaften, die er "sehr schätze".
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.