Deutliche Kritik: Beschädigt Fabio Quartararo sein Yamaha-Vermächtnis?
Seit Wochen übt Fabio Quartararo offen Kritik an Yamaha - Keine Fortschritte, kein Gefühl, keine Reaktion - Was macht diese Kritik mit seinem Erbe bei den Japanern?
Fabio Quartararo erkennt von Yamaha keine Reaktion auf die aktuelle Situation
Foto: Getty Getty
Nach Platz 18 und über einer halben Minute Rückstand nahm sich Fabio Quartararo nach dem Grand Prix von Italien kein Blatt vor den Mund. Der MotoGP-Weltmeister sprach in Mugello davon, dass Yamaha verloren sei und es keine Hoffnung gebe.
Hat sich seine Sicht der Dinge nach wenigen Tagen Pause etwas abgekühlt? "Ich kann das nicht einfach abhaken, weil es im Grunde seit einem Monat so ist, dass ich nicht wirklich zufrieden bin", sagt er zu Beginn des Rennwochenendes in Ungarn.
"Ich bin sehr sensibel für das Gefühl am Vorderrad, und ich hatte noch nie ein so schlechtes Gefühl wie jetzt. Dass es noch schlechter als in Mugello wird, ist schwer vorstellbar, aber ich konnte dort nicht wirklich fahren."
Noch vor Mugello äußerte sich Quartararo positiver. Beim Montagstest nach dem Rennen in Jerez wurde eine Basisabstimmung gefunden, mit der er zumindest ein konstantes Gefühl hatte und fahren konnte.
Vor allem in Le Mans und Barcelona hob er das als positiven Schritt hervor. In Mugello war dieses Gefühl wieder verschwunden. Deshalb kommt Quartararo zu dem Schluss, dass Yamaha keine Fortschritte macht.
"Ich bin nicht zufrieden damit, wie wir unser Motorrad verbessert haben. Es ist im Grunde dasselbe Motorrad wie im September 2025. Ich habe vom ersten Prototypen bis jetzt einen großen Schritt nach vorne erwartet."
"Aber wir stehen immer noch an derselben Stelle. Das meinte ich damit. Aber mein Job ist es, zu pushen, mein Bestes zu geben, und genau das werde ich tun, wenn ich mich auf dem Motorrad wohlfühle."
Quartararo sieht keine Reaktion von Yamaha
Der 27-Jährige nennt beim neuen V4-Motorrad von Yamaha keinen einzelnen Aspekt, der nicht gut funktioniert, sondern viele: "Wenn ich einen auswählen muss, dann ist es natürlich der Grip."
"Das haben wir beim Test in Barcelona gesehen: Sobald der Grip da ist, bin ich sofort schnell. Aber es hängt von vielen Faktoren ab, von der Strecke, von den Bedingungen."
"Ich würde also sagen, es ist der Grip, und dann natürlich das Turning, die Höchstgeschwindigkeit, die Beschleunigung, die Aerodynamik. Da sind wir immer noch sehr, sehr, sehr weit hinten. Es sind also viele Dinge."

Das bessere Gefühl von Le Mans und Barcelona war in Mugello wieder weg
Foto: 2026 Yamaha Motor Racing Srl
Yamaha-Testfahrer Augusto Fernandez absolvierte bei den beiden Spanien-Rennen in Jerez und Barcelona Wildcard-Einsätze mit dem Testteam. Vor Mugello nahm das Testteam an einem Privattest in Misano teil. Auch Andrea Dovizioso war dort dabei.
Reagiert Yamaha also auf die Probleme und die Kritik? "Nein, ich sehe keine Reaktion", antwortet Quartararo auf diese Frage. "Ich denke, wir sind in einer Phase der Meisterschaft, in der wir keine großen Reaktionen mehr sehen werden."
"Weil wir mit dem V4-Projekt ohnehin schon etwas spät dran sind. Sie müssen natürlich auch das nächste Jahr vorbereiten. Deshalb glaube ich nicht, dass wir für dieses Jahr noch eine Reaktion sehen werden."
Laute Kritik: Beschädigt Quartararo sein Yamaha-Vermächtnis?
Damit spricht Quartararo zwischen den Zeilen an, dass er nicht davon ausgeht, dass Yamaha eine weiterentwickelte Variante des neuen V4-Motors mit 1.000 Kubikzentimetern Hubraum an die Rennstrecke bringen wird.
Der Fokus liegt offenbar bereits vollständig auf dem neuen 850er-Motorrad für 2027. Quartararo wird dann nicht mehr Teil dieses Projekts sein. Nach acht Jahren bei Yamaha (sechs davon im Werksteam) wechselt er zu Honda.
Mit einem Weltmeistertitel und elf MotoGP-Siegen hat sich Quartararo in der MotoGP-Geschichte von Yamaha verewigt. Aber könnte seine häufige öffentliche Kritik dieses Vermächtnis beschädigen?
"Nun, im Grunde war es schon im vergangenen Jahr ein wenig so, deshalb glaube ich nicht, dass es unsere Geschichte zerstören wird. Ich werde Yamaha immer dankbar sein für das, was wir gemeinsam erreicht haben."
"Natürlich waren die vergangenen drei Jahre nicht die besten, die wir zusammen hatten, aber ich glaube nicht, dass diese sechs Monate jetzt unsere Beziehung verändern werden. Es wird sich nur länger ziehen, aber es wird unsere Beziehung nicht verändern."
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