Die MotoGP folgt der Formel 1: Permanente Ersatzfahrer geplant
Die MotoGP plant einen permanenten Ersatzfahrer bei jedem Grand Prix - Das Konzept ist der Formel 1 entlehnt - Nicht alle Beteiligten sind überzeugt
Liberty Media will bei den Rennen volle Starterfelder sehen
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Der Promoter der MotoGP-Weltmeisterschaft beabsichtigt im Rahmen des derzeit verhandelten neuen Vertragswerks, bei dem bislang keine Einigung erzielt werden konnte, einen permanenten Ersatzfahrer verpflichtend einzuführen. Diese Position existiert in der Formel 1 bereits.
Seit der Ankündigung des Kaufs der MotoGP durch den Unterhaltungskonzern Liberty Media, der auch die Formel 1 besitzt, haben die Verantwortlichen der Zweiradserie nicht gezögert, Trends ihres erfolgreichen vierrädrigen Pendants zu übernehmen.
Darunter auch der Name selbst: So wurde aus der Bezeichnung "Dorna Sports" die globalere "MotoGP Sports Entertainment Group" (MSEG). Diese Entwicklung zeigt, dass Sport und Unterhaltung in diesem Unternehmen Hand in Hand gehen.
Dieser Weg bringt neue Rennstrecken näher an Stadtzentren, wie in Adelaide oder Goiania, wertet das VIP-Village und das Erlebnis für zahlungskräftige Fans auf und weitet die Zahl der Nationalitäten der Fahrer so weit wie möglich aus. Das Spektakel soll im Mittelpunkt stehen.
Das Streben nach Spektakel führt bisweilen zu Extremen, wie zuletzt in Brasilien, als es Stimmen gab, die meinten, das Event hätte unter diesen Bedingungen, an der Grenze der Mindestsicherheitsanforderungen, nicht stattfinden dürfen.
Die hohe Belastung, die der aktuelle Wochenendkalender den Fahrern abverlangt, mit einem wichtigen Training bereits am Freitagnachmittag, dem Sprintrennen am Samstag und dem Hauptrennen am Sonntag, hat zu mehr Verletzungen geführt.
Im Rahmen dieser Maßnahmen zum Wachstum der Meisterschaft haben die MotoGP-Verantwortlichen erkannt, dass eine Formel-1-Regelung auch im Motorradbereich ohne allzu großen Aufwand umgesetzt werden kann: die Einführung eines permanenten Ersatzfahrers.
Beispiel: Kein Ersatz für Vinales in Austin
Die Hersteller haben die Bedeutung von Testfahrern für die Entwicklung ihrer Prototypen schon vor einiger Zeit erkannt: Dani Pedrosa und Pol Espargaro (KTM), Aleix Espargaro und Takaaki Nakagami (Honda) oder Andrea Dovizioso und Augusto Fernandez (Yamaha).
Sie üben seit einiger Zeit eine Rolle aus, die vor weniger als 20 Jahren noch gar nicht existierte. Vor diesem Hintergrund will der MotoGP-Promoter einen Schritt weitergehen. Es werden mit den Herstellern Lösungen gesucht, um einen oder zwei permanente Ersatzfahrer abzustellen.

Pol Espargaro ist auch für DAZN Spanien als Experte im Einsatz
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Sie sollen zu allen Grands Prix reisen und bereit sein, auf die Strecke zu fahren, falls einer der Stammfahrer ausfällt. Diese Ersatzfahrer sollen im offiziellen Team oder bei einem der Satellitenteams des jeweiligen Herstellers einspringen können.
Ein konkretes Beispiel ereignete sich zuletzt in Austin im Tech3-KTM-Team und zeigt, wie diese neue Regelung hätte greifen können: Maverick Vinales stieg am Freitag aus dem Sattel, nachdem er festgestellt hatte, dass seine Schulter die Belastung nicht mehr zuließ.
KTM-Testfahrer Pol Espargaro war in Texas als TV-Experte für DAZN Spanien anwesend und hätte das Wochenende statt Vinales fortsetzen können. Dieser Einsatz kam jedoch unter anderem deshalb nicht zustande, weil er keine Lederkombi dabei hatte.
In der Formel 1 sind Ersatzfahrer klar geregelt
In der Formel 1 sind die Regeln deutlich klarer: "Die Teams müssen auf jedes Szenario vorbereitet sein, einschließlich der Möglichkeit, dass einer ihrer Stammfahrer erkrankt oder sich verletzt und dadurch für ein Rennwochenende ausfällt."

Oliver Bearman sprang in Saudi-Arabien 2024 kurzfristig für Carlos Sainz ein
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2026 sind das folgende Fahrer: Leonardo Fornaroli und Pato O'Ward (McLaren), Frederik Vesti (Mercedes), Yuki Tsunoda (Red Bull), Antonio Giovinazzi (Ferrari), Lucas Browning (Williams), Jack Doohan (Haas), Ayumu Iwasa (Racing Bulls) sowie das Duo Jak Crawford und Stoffel Vandoorne (Aston Martin).
Es steht also jederzeit ein Ersatzfahrer bereit. Ein Beispiel war das Formel-1-Wochenende in Saudi-Arabien 2024. Der damalige Ferrari-Fahrer Carlos Sainz musste aufgrund einer Blinddarmentzündung ins Krankenhaus. Ab Samstag übernahm Oliver Bearman sein Auto.
MotoGP-Umsetzung schwieriger
"Es stimmt, dass die MotoGP den Herstellern ihren Wunsch mitgeteilt hat, dass die Teams bei den Grands Prix Ersatzfahrer dabei haben sollen", räumt Ducati-Teammanager Davide Tardozzi gegenüber Motorsport.com Spanien, einer Schwesterseite von Motorsport-Total.com, ein.
Laut dem Italiener ist das aber nicht einfach. "Ich glaube nicht, dass das umsetzbar ist. Im Moment haben wir wichtigere Dinge, mit denen wir uns befassen müssen", fügt er hinzu, wohl in Anspielung auf die wirtschaftlichen Aspekte des Vertrags, den Hersteller und Promoter derzeit verhandeln.
Tardozzi, ein alter Hase im Geschäft, wirft in seiner Argumentation eine Frage in den Raum, deren Antwort er bewusst offenlässt: "Glauben Sie, dass es elf Fahrer außerhalb dieses Feldes gibt, die das Niveau haben, in der MotoGP zu fahren?"

Alex Rins könnte sich die Rolle als Ersatzfahrer auf Abruf nicht vorstellen
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Als am besten geeignete Kandidaten gelten jene, die zuletzt in der Königsklasse aktiv waren. Namen wie Remy Gardner, Iker Lecuona, Augusto Fernandez, Miguel Oliveira, die Espargaro-Brüder, Nakagami, Danilo Petrucci oder Dovizioso.
Hinzu kämen theoretisch jene Fahrer, die am Saisonende ihren MotoGP-Platz verlieren und aktuell vor einer ungewissen Zukunft stehen. Einer davon ist Alex Rins, dem derzeit kein Angebot für die nächste Saison vorliegt.
Die neue Position des permanenten Ersatzfahrers würde ihn nicht reizen. "Von diesem Vorschlag, Ersatzfahrer einzuführen, hatte ich noch nichts gehört. Ich wusste nicht einmal, dass es das in der Formel 1 gibt", sagt Rins auf Nachfrage von Motorsport.com Spanien.
"Ich bin zu manchen Rennen gereist, obwohl ich wusste, dass ich wegen einer Verletzung nicht fahren würde. Das war für mich wirklich sehr schwer. Wenn das also umgesetzt wird, kann es für denjenigen, der reisen muss und das ganze Wochenende tatenlos zusehen soll, sehr hart werden."
"Ich würde das nicht machen", betont Rins, "denn es würde bedeuten, genauso lange von zu Hause weg zu sein wie die Stammfahrer, und das in dem Wissen, normalerweise gar nicht aufs Motorrad zu kommen."
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