Die Theorie von Luca Marini, warum Honda im Qualifying zu kämpfen hat
Luca Marini hat eine Vermutung, warum er und seine Honda-Markenkollegen im Q1 und gegebenenfalls Q2 stärker zu kämpfen haben als andere im Feld
Luca Marini auf der Honda RC213V: In den Qualifyings hat er Schwierigkeiten
Foto: Gold Gold
Die Honda RC213V in der technischen Spezifikation für die MotoGP-Saison 2026 hat sich in den Rennen durchaus als konkurrenzfähig erwiesen, in den Qualifyings aber fällt die Performance eher durchwachsen aus.
Zwar hat man die RC213V im Vergleich zu 2025 weiter optimiert, aber es fällt sowohl den Werksfahrern als auch den Fahrern im Satellitenteam LCR schwer, konstant an die Qualifying-Performance der Fahrer heranzukommen, die für europäischen Hersteller antreten.
Während alle vier Honda-Stammfahrer - Luca Marini, Joan Mir, Diogo Moreira, Johann Zarco - in Sprints und Grands Prix der ersten Saisonhälfte 2026 bemerkenswerte Ergebnisse erzielt haben, bleibt das Qualifying im Vergleich dazu eine Schwäche. Die Folge ist, dass die Honda-Fahrer in den Rennen oft von relativ weit hinten starten und sich nach vorne kämpfen müssen.
Marini ist derjenige der vier Honda-Stammfahrer, der auf eine schnelle Runde die größten Schwierigkeiten hat. Obwohl er in der ersten Saisonhälfte mit großem Abstand die meisten WM-Punkte aller Honda-Fahrer erzielt hat MotoGP-Gesamtwertung 2026, ist dem Italiener ein Einzug ins Q2-Segment des Qualifyings nur zweimal gelungen.
"Ich für meinen Teil finde, dass ich meine Leistung im Q1 im Vergleich zum Training immer steigere. Das Problem ist, dass sich jemand anderes noch stärker verbessert", sagt Marini und hat eine Theorie: "Wir wissen, dass ein paar Hersteller etwas Performance für den Samstag zurückhalten. Sie zeigen am Freitag nicht alles, sondern erst am Samstagvormittag."
"Wir hingegen geben schon ab dem ersten Freien Training 100 Prozent. Ich bin jedes Mal ganz nah dran, mich direkt im Training [für Q2] zu qualifizieren. Aber im Q1 hatten wir es wiederholt mit sehr starken Fahrern und sehr starken Herstellern zu tun, die uns in Schwierigkeiten brachten. Unser Ziel ist es jetzt, an den Freitagnachmittagen schneller zu sein", so Marini.

Marini ist sich nicht sicher, welche Taktik die Honda-Konkurrenz hat
Foto: Gold and Goose Photography / Getty Images
Der Honda-Werkspilot aus Italien will sich allerdings nicht festlegen, ob die anderen Hersteller am Freitag absichtlich ihr wahres Tempo verbergen, oder ob sie einfach über Nacht vor dem Qualifying mehr Tempo finden: "Im Moment weiß ich das nicht. In der Vergangenheit war es so, dass man am Freitag den Motor nicht so stark beanspruchte, um ihn für Samstag und Sonntag zu schonen."
Marinis Teamkollege Joan Mir hat sich in der ersten Saisonhälfte 2026 als regelmäßiger Q2-Anwärter etabliert. Aber auch der MotoGP-Weltmeister von 2020 hatte in den Qualifyings schon des Öfteren Schwierigkeiten, das volle Potenzial der RC213V zu entfalten. Am Brünn-Wochenende erklärte Mir, dass ihn die verwirbelte Luft vorausfahrender Motorräder daran gehindert habe, den Windschatten optimal zu nutzen.
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