Dovizioso und Lorenzo: Wie sich MotoGP im Laufe der Jahre verändert hat

Andrea Dovizioso findet, dass Aero und Elektronik in der modernen MotoGP-Ära eine zu große Rolle spielen - Jorge Lorenzo lobt die große Leistungsdichte im Feld

Dovizioso und Lorenzo: Wie sich MotoGP im Laufe der Jahre verändert hat

Die Königsklasse der Motorrad-Weltmeisterschaft hat in den vergangenen Jahren einen Wandel durchlebt. Durch gezielte Eingriffe wie etwa die Einführung einer Einheitselektronik für alle Hersteller ist es MotoGP-Promoter Dorna gelungen, das Feld eng zusammen zu führen.

Der fahrerische Aspekt spielt zwar immer noch eine große Rolle, ist aber im Verlauf der Jahre kleiner geworden. So sagt etwa der kürzlich aus dem Ruhestand zurückgekehrte Andrea Dovizioso: "Meiner Meinung nach gibt es in der MotoGP-Klasse heutzutage zu viel Aerodynamik und zu viel Elektronik."

Das wirkt sich auf die Zweikämpfe auf der Strecke aus. "Es fällt schwerer, jemandem zu folgen. Mit der Aerodynamik ist es unmöglich, dicht dran zu bleiben und zu überholen", beschreibt "Dovi" im Gespräch mit 'MotoGP.com' ein Problem, das man in erster Linie aus dem Automobilrennsport kennt, das mittlerweile aber in gewissem Grad auch in der Motorrad-WM anzutreffen ist.

"Das Wichtigste heutzutage ist eigentlich, wie hoch dein reines Tempo ist. Das ist mittlerweile wichtiger als wie du dir dein Rennen einteilst", bemerkt Dovizioso. Mit dieser Ansicht steht der dreimalige MotoGP-Vizeweltmeister nicht allein da. "Im Vergleich zu vor zehn Jahren hat sich die MotoGP-Welt komplett verändert", sagt auch Jorge Lorenzo im Gespräch mit 'MotoGP.com'.

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Die enorme Leistungsdichte im heutigen MotoGP-Feld begeistert Lorenzo

Foto: Motorsport Images

Lorenzo erinnert sich an die Zeit, als es in der Königsklasse neben den Werksteams und den Satellitenteams der Werke noch die sogenannten Claiming-Rule-Teams (CRT) gab, um das Starterfeld aufzufüllen: "Der Unterschied zwischen dem schnellsten Fahrer und Bike einerseits und dem langsamsten Fahrer und Bike andererseits lag damals im Bereich von vier bis viereinhalb Sekunden."

"Heutzutage liegt das komplette Feld innerhalb von sieben Zehntelsekunden. Das ist unglaublich", bemerkt Lorenzo und spricht die Leistungsdichte der Bikes von Aprilia, Ducati, Honda, KTM, Suzuki und Yamaha an: "Von der Performance her sind momentan alle Bikes in der Lage, auf das Podium zu fahren und sogar zu gewinnen."

"Das hat es in der Vergangenheit nicht gegeben. Es zeigt die großartige Arbeit der Dorna, die es Schritt für Schritt geschafft hat, diese Ausgeglichenheit im Feld herzustellen", lobt der dreimalige MotoGP-Weltmeister, der seine aktive Karriere am Ende der Saison 2019 beendet hat und das Leben heute in vollen Zügen genießt.

Mit Bildmaterial von Yamaha.

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