Druck auf VR46-Fahrer: Rossi-Team denkt über neue Konstellation für 2027 nach
VR46-Teamdirektor Uccio Salucci spricht über seine Fahrerstrategie für 2027: Ihm schwebt eine Kombination aus Erfahrung und jungem Talent vor
Können sich Fabio Di Giannantonio und Franco Morbidelli bei VR46 behaupten?
Foto: Motogp.com
Bei VR46 bahnt sich für die MotoGP-Saison 2027 eine Veränderung im Fahrer-Line-up an. Teamdirektor Uccio Salucci macht deutlich, dass er sich künftig eine Kombination aus einem erfahrenen Piloten und einem jungen Talent wünscht.
Damit steigt auch der Druck auf die aktuellen Fahrer Franco Morbidelli und Fabio Di Giannantonio, früh in der Saison mit starken Leistungen zu überzeugen.
Di Giannantonio pilotiert dank eines bereits 2024 geschlossenen Vertrags eine Ducati in aktueller Werksspezifikation, während Morbidelli erneut sein Teamkollege auf der letztjährigen GP25 ist. Doch im Zuge der Vorbereitungen auf die neue Regelära 2027 denkt das Team bereits über mögliche Veränderungen nach.
Im Gespräch mit Motorsport.com, einer Partnerseite von Motorsport-Total.com, bestätigt Salucci, dass er grundsätzlich eine klare Vorstellung habe, wie die Fahreraufstellung künftig aussehen könnte: "Einer erfahren und einer jung. Das ist meine Idee. Aber ich weiß es nicht. Im Moment ist das noch ein Prozess."
Eine Entscheidung zu treffen, sei aktuell jedoch noch schwierig. Zunächst wolle sich das Team darauf konzentrieren, das Maximum aus den aktuellen Fahrern herauszuholen.
"Es ist im Moment sehr schwierig, eine Entscheidung zu treffen. Zuerst möchte ich jetzt mit unseren Fahrer so viel wie möglich pushen - mit Di Giannantonio und Morbidelli. Im nächsten Monat werden wir anfangen, darüber nachzudenken."
Während die fünf Werksteams ihre Fahrerplanungen für das kommende Jahr intern bereits weitgehend geklärt haben, sind bei den sechs Satellitenteams weiterhin mehrere Cockpits offen. Dazu zählt auch das Team von Valentino Rossi, das seine Zusammenarbeit mit Ducati auch über 2026 hinaus fortsetzen möchte.
Die Mannschaft hat sich in den vergangenen Jahren mehrfach als Talentschmiede für junge Fahrer bewiesen. Piloten wie Marco Bezzecchi oder Luca Marini schafften nach ihrer Entwicklung innerhalb der Strukturen rund um Rossis Akademie später den Sprung in Werksteams - zu Aprilia und zu Honda.
Bereits im Januar wurde bekannt, dass VR46 für 2027 mindestens einen jungen Fahrer verpflichten möchte. Als möglicher Kandidat gilt der aktuelle Gresini-Pilot Fermin Aldeguer.
Der Spanier soll bereits eine Vereinbarung mit Ducati für die kommende Saison besitzen, allerdings ist noch offen, bei welchem Satellitenteam er letztlich eingesetzt wird. Zwar soll Aldeguer nach seinem Debüt im vergangenen Jahr gern bei Gresini bleiben wollen, doch auch VR46 zeigt Interesse an ihm für 2027.
Salucci bestätigt, dass er bereits einige Namen im Blick hat, will diese aber noch nicht öffentlich machen. "Ich habe einige Namen [für 2027]", sagt er, ohne sie zu nennen. Eine intensivere Planung soll erst nach dem Katar-Grand-Prix beginnen.
"Erst dann möchte ich wirklich gründlich über die Fahrer für das nächste Jahr nachdenken. Davor möchte ich mich auf meine beiden Fahrer konzentrieren, denn sie sind fantastisch."
Seine Aussagen lassen darauf schließen, dass mindestens einer, möglicherweise sogar beide, um seinen Platz für 2027 kämpfen muss. Morbidelli und Di Giannantonio sollen jedoch zunächst die Chance erhalten, ihren Wert auf der Strecke zu beweisen.
Di Giannantonio erlebte im vergangenen Jahr seine bislang stärkste MotoGP-Saison, nachdem Ducati ihn mit Werksmaterial ausgestattet hatte. Einen klaren Vorsprung gegenüber Teamkollege Morbidelli konnte er allerdings nicht herausfahren.
Morbidelli geriet seinerseits in die Kritik, nachdem er beim Saisonfinale in Valencia einen Startunfall ausgelöst hatte. Was die beiden Italiener leisten müssen, um ihre Zukunft bei VR46 zu sichern, formuliert Salucci klar: "In jedem Rennen um die ersten fünf Positionen kämpfen. Ja, immer vorne dabei sein."
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