Ducati-CEO Domenicali vor Misano: "Die Meisterschaft ist sehr offen"
Nach der Heimniederlage in Mugello wird Misano für Ducati zum Prestigeduell gegen Aprilia - Claudio Domenicali spricht von einem möglichen Wendepunkt der Saison
Misano 2025: Marc Marquez gewann knapp vor Marco Bezzecchi
Foto: Mirco Mirco
Das Duell Ducati gegen Aprilia prägt die MotoGP-Saison 2026. Besonders prestigeträchtig ist der Zweikampf bei den beiden Heimrennen. Aprilia konnte Ende Mai erstmals den Grand Prix von Italien in Mugello gewinnen.
Mit Marco Bezzecchi und Jorge Martin auf den ersten beiden Plätzen konnte Aprilia sogar einen Doppelerfolg feiern. Ducati musste sich mit dem dritten Platz von Francesco Bagnaia begnügen. Erstmals seit 2021 wurde Ducati in Mugello besiegt.
Nun steht am kommenden Wochenende in Misano das zweite Italien-Rennen der Saison auf dem Programm, auch wenn es offiziell der Grand Prix von San Marino ist. Auch in Misano hat Ducati eine sehr gute Erfolgsbilanz aufzuweisen.
2007, 2018, 2021, 2022, 2023, 2024 und 2025 gewann Ducati den Grand Prix von San Marino. In jüngerer Vergangenheit gab es in einer Saison dreimal zwei Rennen in Misano. Das zweite Rennen war der Grand Prix der Emilia-Romagna.
2020 und 2021 konnte Ducati dieses zweite Misano-Rennen nicht gewinnen, dafür aber 2024. Aprilia hat in der Königsklasse noch keinen Grand Prix in Misano gewonnen. Im Vorjahr gewann Bezzecchi den Sprint.
Nach der Niederlage in Mugello wird Misano für Ducati zu einem prestigeträchtigen Rennwochenende, denn in diesem Jahr feiert Ducati das 100-jährige Firmenbestehen mit zahlreichen Feiern und Ausstellungen in Italien.
Ducati-CEO Claudio Domenicali betont, dass "das Heimrennen immer sehr emotional und sehr wichtig ist". Zum Duell mit Aprilia sagt er, dass es "ein Stolz für das Land ist", weil "es zwei italienische Motorräder sind, die um diese WM kämpfen".
Aprilia führt nach 13 von 22 Rennwochenenden alle drei WM-Wertungen an. In der Fahrerwertung liegt Marc Marquez nur noch 19 Punkte hinter Martin. Mit einem erfolgreichen Misano-Wochenende könnte Marquez die WM-Führung übernehmen.

Claudio Domenicali hofft, dass Misano ein Wendepunkt werden könnte
Foto: Mirco Lazzari gp/Getty Images
Domenicali weiß, dass Misano ein Wendepunkt sein könnte. "Vor drei Monaten schien diese Weltmeisterschaft unwiederbringlich verloren. Heute sieht die Perspektive ganz anders aus. Ich würde sagen, die Meisterschaft ist sehr offen."
"Der Saisonstart war sehr schwierig. Dann haben sich die Dinge über den Sommer stark ausgeglichen", wird Domenicali von der La Gazzetta dello Sport zitiert. "Wir liegen zurück und sind daher nicht die Favoriten."
"Wenn die Meisterschaft schon fortgeschritten ist und man noch Punkte aufholen muss, ist es immer schwierig. Aber das Schöne ist, dass wir noch im Rennen sind. Die Fans werden ein spannendes Saisonfinale erleben."
Mit seinen jüngsten Siegen hat sich Marquez als Herausforderer der beiden Aprilia-Werksfahrer im WM-Kampf positioniert. VR46-Fahrer Fabio Di Giannantonio fehlen 48 Punkte auf Martin.
Aber aufgrund der Einschränkung des rechten Arms hat Marquez ein großes Handicap, das je nach Streckencharakteristik unterschiedlich groß ausfällt. Auch Domenicali ist sich bewusst, dass sein Starfahrer nicht bei 100 Prozent ist.
"Er muss während des Wochenendes gezielt arbeiten: Er muss versuchen, am Freitag weniger zu pushen, um Kraft für Samstag und Sonntag zu sparen." Besonders in den Rechtskurven hat Marquez Schwierigkeiten.
In Misano gibt es zehn Rechts- und sechs Linkskurven. Zu den Rechtskurven zählt auch der schnelle Streckenabschnitt zwischen den Kurven 10 und 14 inklusive der ultraschnellen Curvone.
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