Ducati in Assen: Nur Dovizioso kann im Qualifying glänzen

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Ducati in Assen: Nur Dovizioso kann im Qualifying glänzen
Markus Lüttgens
Autor: Markus Lüttgens
Co-Autor: Oriol Puigdemont
30.06.2018, 16:03

Während Andrea Dovizioso nach dem Qualifying der MotoGP in Assen mit Startplatz vier zufrieden ist, geht Jorge Lorenzo nur als Zehnter ins Rennen

Gemischte Gefühle bei Ducati nach dem Qualifying der MotoGP zum Grand Prix der Niederlande in Assen. Während Andrea Dovizioso am Samstagnachmittag bei sonnigen, aber windigen Bedingungen auf Position vier und damit in die zweite Startreihe fuhr, kam sein Teamkollege Jorge Lorenzo nicht über Platz zehn hinaus, von wo aus der dritte Sieg in Folge eine schwierige Aufgabe wird.

Dovizioso war in Q2 nur 0,079 Sekunden langsamer als Polesetter Marc Marquez und verpasste die erste Startreihe um nur 20 Tausendstelsekunden. Doch das war dem Italiener unter dem Strich recht egal. "Die Rundenzeit war heute im Qualifying nicht so wichtig, denn die war bei allen mehr oder weniger gleich", sagt er. "Wichtig war die Position. Über die zweite Reihe bin ich richtig glücklich."

Fotos MotoGP Assen

Dovizioso konnte seine Desmosedici im Vergleich zum Freitag verbessern, allerdings nur im Detail, wie er erklärt: "Es ging nicht um große Veränderungen, sondern darum, das Motorrad an die Charakteristik der Strecke anzupassen, Kleinigkeiten beim Set-up. Das hat wie erwartet funktioniert", sagt er. "Wir haben mit einem guten Tempo angefangen und konnten uns steigern. Ich fahre jetzt auch besser, bin aber noch nicht hundertprozentig zufrieden. Assen ist eine seltsame Strecke, und bei dem Wind sind die schnellen Kurven schwierig zu fahren."

Weniger zufrieden als der Italiener war Lorenzo. Der Spanier lag kurz vor Ende des Qualifyings noch an der Spitze, wurde dann aber zunächst von Andrea Iannone (Suzuki) und dann von einer Gruppe von acht Fahrern, die in einem geschlossenen Zug um die Strecke fuhren, bis auf Position zehn durchgereicht.

"Sie hatten den perfekten Abstand. Sie waren nicht zu dicht dran, um sich in den Kurven zu behindern und nicht zu weit weg, um den Windschatten zu verlieren", sagt Lorenzo über die Achtergruppe. "Das war ein seltsames Qualifyings. Fast alle hatten diesen Vorteil, der einem zwei bis vier Zehntel bringt. Alle, die alleine waren wie Zarco und ich, stehen jetzt auf acht und zehn."

Sein Abschneiden im Qualifying will Lorenzo aber nicht nur auf den fehlenden Windschatten schieben. "Hätte ich im letzten Sektor nicht so viel verloren, hätte ich auch ohne einen Fahrer vor mir in die dritte Reihe fahren können", meint er. "Morgen im Warm-up muss ich versuchen, in den schnellen letzten beiden schnellen Kurven mehr Vertrauen zum Motorrad zu gewinnen. Diese beiden Probleme haben heute verhindert, dass wir weiter vorne stehen."

Als störend empfanden beide Ducati-Piloten den am Samstag teils böigen Wind. "Unser Motorrad ist bei diesem Wind schwierig zu kontrollieren. Das trifft uns vielleicht stärker als die anderen Motorräder", sagt Lorenzo. Und auch Dovizioso meint: "Am Morgen war es im letzten Sektor der Strecke sehr schwierig, das Motorrad zu fahren."

Für das Rennen ist der Italiener nach dem für ihn guten Qualifying zuversichtlich: "Im Rennen werden wir eine gute Pace haben und werden mit zu den Schnellsten gehören. Marc (Marquez; Anm. d. Red.) ist sehr konstant, und auch die Yamahas sind für das Rennen gut aufgestellt. Wir sind aber auch da, es ist wichtig, vorne zu starten. Im Rennen wird der Verbrauch eine Rolle spielen und der Reifen. Wir müssen sehen ob die Rundenzeiten zulassen, dass man den Reifen schont oder nicht."

Ergebnisse MotoGP Assen

In dieser Beziehung sieht sich Dovizioso aber gut aufgestellt, da die GP18 sowohl mit dem weichen als auch mit dem harten Hinterreifen schnell sei. "Gestern Nachmittag sind wir mit dem harten Reifen ein gutes Tempo gefahren. Daher könnten wir den vielleicht auch im Rennen fahren. Das könnte über die Distanz der bessere Reifen sein", meint er.

Diesen Eindruck bestätigt auch Lorenzo, der aber nicht daran glaubt, dass er aus Startreihe vier nach den Erfolgen in Mugello und Barcelona den dritten Sieg in Folge einfahren kann. "Wenn man so weit hinten steht, wird es schwierig", sagt er. "Diese Strecke ist sehr schmal, Überholen ist schwierig. In der ersten oder zweiten Reihe zu stehen, wäre besser. Aber mir sind bisher an diesem Wochenende gute Starts gelungen. Wenn mir das morgen auch gelingt, kann ich vielleicht eine Reihe überholen."

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