Ducati: Jack Miller verwirrt Jorge Lorenzo

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Ducati: Jack Miller verwirrt Jorge Lorenzo
Autor: Sebastian Fränzschky
19.02.2018, 08:38

Jack Miller beeindruckt auch beim Thailand-Test mit der 2017er-Ducati und behauptet sich vor seinen prominenten Markenkollegen aus dem Werksteam.

Jack Miller, Pramac Racing
Jack Miller, Pramac Racing
Jack Miller, Pramac Racing
Jack Miller, Pramac Racing

Nach der positiven Vorstellung in Sepang (Malaysia) setzte sich Pramac-Ducati-Pilot Jack Miller auch beim Thailand-Test stark in Szene. In der kombinierten Wertung landete der Australier auf Position sechs und war damit bester Ducati-Pilot. Er behauptete sich direkt vor Werkspilot Andrea Dovizioso und ließ Jorge Lorenzo weit hinter sich. Auch das teaminterne Duell mit Danilo Petrucci entschied Miller für sich.

Gibt es noch etwas, was Miller im Moment fehlt? "Nein, mir fehlt nichts. Ich habe das Gefühl, ein richtig gutes Motorrad unter mir zu haben. Ich brauche noch mehr Erfahrung mit der Maschine und dann können wir uns in allen Bereichen weiter verbessern. Unser Motorrad ist sehr konkurrenzfähig, wie man im Vorjahr sehen konnte. Es ist ein sehr starkes Motorrad. Wir müssen es nur richtig angehen und dann wird es für die Rennen gut sein, denke ich", kommentiert der Pramac-Pilot.

"Unsere Abstimmung wird immer besser, denn wir ändern immer weniger Einstellungen am Motorrad. Mit Blick auf die Rennen ist das eine richtig gute Nachricht, denn man hat Rennwochenenden nicht viel Zeit für die Abstimmungsarbeit", berichtet Miller, der am finalen Tag einen harmlosen Sturz verdauen musste.

"Es war nur ein kleiner Fehler von mir und eine Kleinigkeit bei der Abstimmung, die nicht richtig war", bemerkt Miller. "Ich bremste vielleicht ein bisschen zu aggressiv. Ich orientierte mich an dem Bremspunkt, an dem ich normalerweise bremse. Doch mit dem vollen Tank war das nicht möglich. Ich kam auf eine Bodenwelle, die Gabel schlug durch und ich verlor die Front an einer blöden Stelle."

"Abgesehen davon fühle ich mich mit jedem Stint wohler und habe mehr Vertrauen in das Motorrad. Ich werde immer schneller und bin froh darüber", schildert der Pramac-Neuzugang, der sich ab dem Saisonstart in Katar keine weiteren Fehler erlauben möchte: "Wir machten hier diesen kleinen Fehler und einen in Malaysia am zweiten Vormittag. Es wäre schön, wenn wir das in den Griff bekommen vor dem Saisonstart. Abgesehen davon bin ich mit der Performance der Maschine sehr zufrieden. Zudem bin ich richtig zufrieden mit meiner eigenen Leistung und auch mit der des Teams."

"Ich denke nicht, dass ich mich jemals so wohl gefühlt habe und die Sachen machen konnte, zu denen ich in der Lage bin. Ich war nicht so froh und hatte nicht das Selbstvertrauen, das ich in der Moto3 hatte. Es fühlt sich an, als ob das Motorrad richtig gut reagiert", lobt Miller das Fahrverhalten seiner Desmosedici.

Verwirrung herrschte am finalen Testtag bei Werkspilot Jorge Lorenzo, der mit einer 2017er-Maschine ausrückte, um Vergleiche zu erhalten. Zweifelt Lorenzo am 2018er-Bike? "Darüber weiß ich nichts. Lorenzo ist ein sehr talentierter Fahrer mit sehr viel Erfahrung. Ich denke, wenn er Probleme hat, dann kann er diese selbst lösen", kommentiert Miller.

Wäre der Australier an einem Test mit der aktuellen Werks-Ducati interessiert? "Natürlich möchte jeder das neueste und beste Material probieren. Aber ich bin momentan mit meinem Motorrad zufrieden", bemerkt Miller und lobt die Zusammenarbeit mit Ducati-Corse-Chef Luigi Dall'Igna: "Die enge Verbindung zum Hersteller ist gut. Sie interessieren sich für unsere Feedbacks."

In den vergangenen drei Jahren mühte sich Miller mit dem spitzen Handling der Honda RC213V ab und tat sich oft schwer, das Maximum aus der Maschine herauszuholen. Waren die Honda-Jahre hilfreich? "Schwierig zu sagen. Ich lernte in den vergangenen drei Jahren, wie man Wheelies kontrolliert. Das war mit der Honda sehr wichtig. Marc (Marquez) hat das sehr gut drauf, Dani (Pedrosa) aber auch. Sie stellen ihre Maschinen im richtigen Winkel an und nutzen den Reifen richtig gut", stellt Miller fest. "Die Honda ist kein schlechtes Motorrad. Doch ich konnte sie nie richtig nutzen. Deshalb kann ich nicht allzu viel dazu sagen."

Ist die Ducati in Sachen Elektronik überlegen? "Die Elektronik der Honda war gut. Es ist schwierig, festzustellen, wer die beste Elektronik hat. Die Yamaha ist am Kurvenausgang eines der besten Motorräder. Alle waren sehr gut vorbereitet in Sachen Elektronik, doch es hängt stärker von der Motorcharakteristik ab als von allem anderen. Alle haben unterm Strich die gleiche Software. Natürlich hängt es davon ab, wie man die Elektronik an das Motorrad anpasst. Doch die Traktionskontrolle fühlt sich ähnlich an wie bei den Maschinen, die ich davor fuhr", erklärt Miller.

Auf Prognosen möchte sich der ehemalige Honda-Pilot nicht einlassen. "Es ist noch zu zeitig. Ich möchte noch nichts sagen. Es lief hier gut. In Valencia hatte ich ebenfalls einen guten Test. In Jerez war es schwierig, doch in Sepang und hier war es richtig gut. Ich bin gespannt, wie es in Katar wird. Dort gibt es mehr Kurven", so Miller.

Pramac-Teamkollege Danilo Petrucci landete beim Thailand-Test auf der neunten Position und verlor knapp zwei Zehntelsekunden auf Miller. "Marquez und Dovizioso machen auch hier wieder den Unterschied aus, wie schon im Vorjahr. Wir sind dennoch relativ nahe dran. Wir haben viele Fahrer innerhalb einer halben Sekunde gesehen. Das ist also sehr wichtig. Hier gibt es nicht so viele Kurven, da muss man schon jede perfekt erwischen", kommentiert der Italiener.

Petrucci mag den Chang International Circuit: "Das ist eine sehr gute Strecke. Sie hat sehr viel Grip, das ist gut. Wir konnten mit dem Reifen arbeiten und haben ihn nicht zerstört, wie sonst immer auf einer neuen Strecke. Die Strecke befindet sich in einem guten Zustand", lobt der Pramac-Pilot.

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