Ducati: Marc Marquez und "Pecco" Bagnaia finden besseres Gefühl
Marc Marquez und Francesco Bagnaia glauben nach Jerez-Test dank neuer Aero für die GP26 an Fortschritte, betonen aber beide, dass Entwicklung weitergehen muss
Ducati probierte beim Jerez-Test unter anderem eine neue Verkleidung für die GP26
Foto: Mirco Lazzari GP / Getty Images
Nachdem Marc Marquez am Sonntag im Grand Prix von Spanien in Jerez bereits in der zweiten Runde gestürzt ist und damit am Tag nach seinem Sprint-Sieg direkt eine Nullnummer verbucht hat, ist ihm beim MotoGP-Test am Montag in Jerez ein Fortschritt gelungen, wie er glaubt.
Getestet wurde im Ducati-Werksteam am Montag unter anderem eine neue Verkleidung für die Desmosedici GP26. Außerdem wurde eine neue Schwinge ausprobiert, die ebenfalls verkleidet war. Marc Marquez legte im Verlauf des Tages insgesamt 78 Runden zurück, wobei er sich mit seiner persönlichen Bestzeit von 1:36.277 Minuten hinter drei Aprilia-Fahrern auf P4 der Zeitenliste einreihte.
Nachdem er an den bisherigen Rennwochenenden der Saison 2026 noch nicht das optimale Gefühl für die GP26 gefunden hat, spricht Marquez nach dem Montagstest von einem ersten Fortschritt. "Wir haben uns für den Großteil des Tages auf die Aerodynamik konzentriert, haben gleichzeitig aber auch am Chassis gearbeitet. Wir hatten ein paar Modifikationen, ein paar interessante Dinge, dabei", so Marquez.
Dank neuer Aero: Marc Marquez spürt die Front besser
Laut dem MotoGP-Weltmeister von 2025 "war es wichtig, das richtige Gefühl für den Vorderreifen wiederzufinden. Denn das ist der Bereich, in dem wir uns über weite Strecken der bisherigen Saison schwergetan haben. Was diesen Bereich betrifft, sind uns ein paar Schritte gelungen. Außerdem war die Aerodynamik hier und da zuträglich für meinen Fahrstil".
Im Monat Mai stehen im MotoGP-Kalender 2026 gleich drei Grands Prix auf dem Plan: Frankreich (Le Mans), Katalonien (Barcelona) und Italien (Mugello). Direkt nach dem Katalonien-Grand-Prix gibt es einen weiteren Montagstest, an dem die Hersteller ihre aktuellen Motorräder im Idealfall weiter verbessern können, bevor man später im Jahr den Fokus auf das neue technische Reglement für 2027 verlagern wird.

Neben der Verkleidung war am Montag an der GP26 auch die Schwinge neu
Foto: German Garcia Casanova
Was Marc Marquez betrifft, so hofft er, dass einige der am Montag in Jerez getesteten Teile möglichst bald auch an den Rennwochenenden eingesetzt werden. "Bei Ducati wird extrem hart gearbeitet", sagt er und stellt heraus: "Wir hatten hier bei diesem Test jede Menge Teile dabei. Das freut mich. Es war ein stressiger, aber interessanter Test."
"Jetzt müssen wir alle Teile evaluieren und dann entscheiden, wenn wir diese Neuerungen bringen werden. In drei Wochen haben wir ja schon den nächsten Test in Barcelona. Einige von den Dingen, die wir hier getestet haben, ein paar davon größer, andere kleiner, können sofort helfen. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Le Mans eine andere Strecke ist und dass dort sicherlich auch das Wetter anders sein wird", so Marquez.
Francesco Bagnaia erkennt Fortschritt, hofft aber auf mehr
Teamkollege Bagnaia bestätigt, dass das Hauptaugenmerk beim Jerez-Test auf den neuen Aero-Teilen lag. "Die Aerodynamik war das, worauf wir uns am meisten konzentriert haben. Wir haben aber auch im Bereich der Elektronik etwas getestet." Ähnlich wie Marquez, so spricht auch der MotoGP-Weltmeister von 2022 und 2023 dank der neuen Teile von einem etwas besseren Gefühl für die GP26 und glaubt mittelfristig an einen Fortschritt.

"Pecco" Bagnaia sieht in der Aero eine Hilfe, in der Elektronik (noch) nicht
Foto: Mirco Lazzari GP / Getty Images
"Was die Front betrifft, ist uns ein Schritt gelungen. Es ist kein großer, sondern ein kleiner, aber er hilft beim Einlenken. Das ist etwas, was ich am diesjährigen Motorrad doch ziemlich vermisst habe", sagt Bagnaia und spannt den Bogen zur Software: "Wir haben außerdem etwas an der Elektronik getestet, um das Motorrad besser zu verzögern."
Von einem Durchbruch im Bereich der Elektronik will Bagnaia nach dem Jerez-Test aber noch nicht sprechen. "Eine Lösung haben wir nicht gefunden, aber vielleicht eine Richtung. Jetzt hoffe ich, dass das Team den Fokus darauf legen wird. In ungefähr einem Monat werden wir dann hoffentlich etwas haben, das uns wirklich hilft", blickt "Pecco" auf den Barcelona-Test am 18. Mai voraus.
Marc Marquez lobt einheitliches Feedback zu Neuerungen
Abgesehen von den beiden Ducati-Werkspiloten Marc Marquez und "Pecco" Bagnaia war am Montag in Jerez auch der Sieger vom vergangenen Sonntag, Gresini-Pilot Alex Marquez, mit den neuen Teilen an der GP26 unterwegs. Hingegen fuhr Fabio Di Giannantonio seine GP26 im VR46-Team ohne neue Teile.

Auch Gresini-Pilot Alex Marquez testete die neue Verkleidung und Schwinge der GP26
Foto: German Garcia Casanova
Was Marc Marquez besonders gefällt, ist der Umstand, dass positives Feedback nicht nur von ihm selbst und von Bagnaia zu hören war. "Wir haben hier eine Menge verstanden, insbesondere was die neue Aerodynamik angeht. Wir haben aber, wie bereits erwähnt, auch am Chassis gearbeitet. Und alle Fahrer haben mehr oder weniger das gleiche Feedback abgegeben, also 'Pecco', Alex und ich."
Aber Marc Marquez gibt auch zu, dass die Arbeit noch lange nicht abgeschlossen ist: "Mein eigenes Feedback war sehr klar dahingehend, wo wir meiner Meinung nach noch zulegen müssen. Ich spreche da nicht von einer Richtung. Ich spreche einfach vom Handling des Motorrads. Positiv ist, dass wir alle die gleichen Rückmeldungen gegeben haben."
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