Ducati warnt: Gegner müssen sich in der MotoGP-Saison 2022 "warm anziehen"

Vizeweltmeister Francesco Bagnaia geht mit mehr Selbstvertrauen in die Saison 2022 - Jack Miller schickt Warnung an die Konkurrenz und will sich selbst steigern

Ducati warnt: Gegner müssen sich in der MotoGP-Saison 2022 "warm anziehen"

Auf dem Papier hatte Ducati eine starke MotoGP-Saison 2021. Der ganz große Triumph aber ist den Italienern verwehrt geblieben. Francesco "Pecco" Bagnaia errang in seiner ersten Saison im Werksteam vier Siege und hat als der einzige ernsthafte Gegner von Fabio Quartararo den WM-Titel um 26 Punkte verpasst.

Jack Miller, für den es ebenfalls die erste Saison im Werksteam war, wurde nach zwei Siegen WM-Vierter. Sowohl in der Herstellerwertung als auch in der Teamwertung hat Ducati die Saison mit dem WM-Titel abgeschlossen. Das hätte beinahe auch in der Fahrerwertung geklappt.

Rückblickend wäre Bagnaia ohne seinen in Führung liegend passierten Sturz beim zweiten Misano-Rennen Weltmeister geworden, weil Quartararo das Rennen dann nicht als Vierter, sondern Fünfter beendet hätte. Aber dass "hätte, wäre, wenn" nicht zählt, weiß man bei Ducati nur zu gut. Mit dem ersten MotoGP-Fahrertitel seit Casey Stoner 2007 soll es nun 2022 klappen.

Bagnaia geht mit mehr Selbstvertrauen in die Saison 2022

Vizeweltmeister Bagnaia spricht in Vorausschau auf 2022 von "einem anderen Level des Selbstvertrauens" und begründet das so: "Wir wissen jetzt, dass wir gewinnen können."

Francesco Bagnaia

"Pecco" Bagnaia war in der zweiten Saisonhälfte 2021 der stärkste Fahrer

Foto: Motorsport Images

"Das Bike war [2021] im Großen und Ganzen dasselbe wie im Jahr zuvor. Es ist uns in der Zusammenarbeit mit allen [Ducati-]Fahrern aber gelungen, das 'Turning' zu verbessern", sagt Bagnaia und unterstreicht: "Ich muss sagen, ist unser Bike ist jetzt wirklich unglaublich gut. Und natürlich sind auch die Fahrer unglaublich gut. Wir sind einfach ein großartiges Team."

Miller warnt Gegner vor nächstem Ducati-Schritt

Anlässlich der Testfahrten Ende November in Jerez zeigte sich Bagnaia beeindruckt davon, dass Ducati das "schon perfekte Bike noch verbessert" habe. Und auch Miller sagt: "Wir haben schon ein paar neue Teile für 2022 getestet. Und ehrlich gesagt finde ich, dass es alles nur noch besser ist. Ich kann alle anderen nur warnen. Sie werden sich nächstes Jahr richtig warm anziehen müssen."

Gruppenfoto: Ducati-Fahrer für die MotoGP-Saison 2022: Marco Bezzecchi, Luca Marini, Jorge Martin, Johann Zarco, Francesco Bagnaia, Jack Miller, Enea Bastianini, Fabio Di Giannantonio

Ducati-Fahrer 2022: Bezzecchi, Marini, Martin, Zarco, Bagnaia, Miller, Bastianini, Di Giannantonio

Foto: Ducati

Und wie sieht es innerhalb des Ducati-Werksteams aus? Mit Blick auf Bagnaias starke zweite Saisonhälfte 2021 wendet sich Miller zu diesem und sagt: "Wenn ich mir deine letzten fünf, sechs Rennen so anschaue, dann sieht es so aus, als würdest du nächstes Jahr alles gewinnen wollen."

Dall'Igna gibt zu: Miller hat Erwartungen 2021 nicht ganz erfüllt

Miller selbst kam nach seinen zwei Siegen im Frühjahr (Jerez und Le Mans) etwas außer Tritt. Bei den 13 Rennen nach Le Mans wurde er noch dreimal Dritter, mehr aber nicht. 2022 will der Australier neu durchstarten und Bagnaia keineswegs von vorn herein die Vorherrschaft im Team, geschweige denn den WM-Titel, überlassen.

"Ich werde mich zu Hause einfach darauf konzentrieren, Kleinigkeiten zu verbessern. Die Konstanz ist sicher einer dieser Bereiche", sagt Miller. Das sieht auch Ducati-Corse-Chef Gigi Dall'Igna so: "Es stimmt, dass wir ein wenig mehr Konstanz von Jack erwartet hatten. Wir sind aber überzeugt, dass er ein starker Fahrer ist, der eine Führungsrolle übernehmen kann. Warum? Weil es ihm an nichts fehlt."

Luigi Dall'Igna

Luigi "Gigi" Dall'Igna traut Jack Miller eine Führungsrolle durchaus zu

Foto: LAT

Trotz seiner Ankündigung, wonach sich die Ducati-Konkurrenz warm anziehen müsse, stellt sich Miller schon mal auf eine hart umkämpfte Saison 2022 ein. "'Pecco' sieht natürlich superstark aus. Aber es gibt einfach so viele. Auch [Jorge] Martin hat einen fantastischen Job gemacht. Fabio [Quartararo] ist der Weltmeister. Ich bin auch noch da. Man könnte die Liste noch fortsetzen", so der Australier.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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