Ducati: Zwei Bestzeiten und drei Stürze am Trainingstag in Le Mans

Während Johann Zarco am Le-Mans-Freitag Tagesbestzeit fährt, stürzen Jack Miller und Francesco Bagnaia - Der WM-Leader glaubt: "Regenrennen wäre hier sicherer"

Ducati: Zwei Bestzeiten und drei Stürze am Trainingstag in Le Mans

Die ununterbrochene Serie von Ducati-Bestzeiten an MotoGP-Freitagen 2021 hat weiter Bestand. Auch beim Grand Prix von Frankreich in Le Mans wird nach den ersten beiden Trainings wieder eine Desmosedici GP21 an der Spitze der kombinierten Zeitenliste notiert. Diesmal ist es Lokalmatador Johann Zarco, der für sich und das Pramac-Team die Bestzeit im angesichts der Wettervorhersage überraschend trockenen zweiten Freien Training (FT2) markiert hat.

Im ersten Freien Training (FT1) war die Piste noch überwiegend feucht gewesen, aber auch da gab es eine Ducati-Bestzeit: gefahren von Jack Miller, der im Gegensatz zu vielen anderen das Risiko einging, mit Slicks zu fahren.

Im direkten Vergleich war Millers FT1-Bestzeit trotzdem mehr als sechs Sekunden langsamer als Zarcos Tagesbestzeit im trockenen FT2. Und: Im trockenen FT2 hatten sowohl Miller als auch Teamkollege Francesco Bagnaia (12.) einen Sturz zu beklagen.

Zarco nach Freitagsbestzeit beim Heimrennen happy

Zarco klingt nach seiner Freitagsbestzeit zufrieden, zumal er im Sattel geblieben ist: "Es war ein guter Tag für mich. Dass die Strecke am Morgen zunächst nass war, dann aber abtrocknete, kam mir entgegen. Ich mag solche Bedingungen, weil ich dann mehr Vertrauen in das Motorrad entwickle und ich meine Referenzpunkte setzen kann. Für mich war das ein perfektes 'Warm-Up' für den Nachmittag, als die Strecke dann komplett trocken war."

Lokalmatador Johann Zarco: Nachmittags auf trockener Piste der Schnellste

Lokalmatador Johann Zarco: Nachmittags auf trockener Piste der Schnellste

Foto: Motorsport Images

"Und", so Zarco weiter, "weil es möglicherweise die einzige trockene Session an diesem Wochenende war, mussten wir schnell sein, um es für das Qualifying in die Top 10 zu schaffen. Das ist mir gelungen und ich war sogar in der Lage, meine Rundenzeit stetig zu steigern. Dass es am Ende eine Zeit unter 1:32 geworden ist, freut mich natürlich. Jetzt müssen wir halt einfach abwarten, wie sich die Bedingungen entwickeln werden."

Miller mit FT1-Bestzeit auf Slicks und Sturz im FT2

Ducati-Werkspilot Jack Miller, der am Vormittag mit seinem Slick-Risiko der Schnellste war und sich am Nachmittag trotz Sturz immerhin noch auf P7 der Zeitenliste einreihte, erklärt: "Wenn sich die Bedingungen derart verändern, ist es extrem schwierig zu verstehen, welche Rundenzeiten man fahren muss, um überhaupt ein Gefühl für die Strecke zu bekommen. Wenn sich die Verhältnisse quasi von Runde zu Runde verändern, kannst du nicht vernünftig pushen."

 

Für seinen Sturz am Nachmittag in der langgezogenen Museum-Linkskurve (Kurve 5) übernimmt Miller die Verantwortung. "Der geht auf meine Kappe. Ich wollte in diesem Teil der Strecke einfach etwas mehr Geschwindigkeit durch die Kurven mitnehmen. Unmittelbar zuvor hatte ich das Bike gewechselt, aber die Abstimmung war noch nicht perfekt. Ich habe dem Bike dann einfach zu viel abverlangt und da ist mir das Vorderrad weggerutscht. Ich wollte den Sturz noch abfangen, hatte aber keine Chance."

WM-Spitzenreiter Bagnaia hadert mit niedrigen Temperaturen

Für Millers Teamkollege Francesco "Pecco" Bagnaia ist das Le-Mans-Wochenende das erste, das er als MotoGP-Tabellenführer bestreitet. Zum Auftakt aber lief es für den Italiener mit P12 mitsamt Sturz im Freitagsergebnis noch nicht wie gewünscht.

Bagnaias Sturz passierte ebenfalls am Nachmittag auf trockener Piste, im Gegensatz zu dem von Miller aber am Eingang der Dunlop-Schikane (Kurve 2). "Mein Sturz war unglücklich, denn er ist passiert, nachdem ich schon sieben Runden gefahren war. In dieser Kurve sind ja heute mehrere Fahrer gestürzt. Ich glaube, es lag einfach an den niedrigen Temperaturen", so der Italiener.

 

In diesem Zusammenhang merkt Bagnaia noch an: "Heute morgen hatten wir gerade mal acht Grad [Celsius]. So ist das halt, wenn man im Mai in Le Mans fährt. Da fällt es schwer, die Reifen auf Temperatur zu bringen. Michelin versucht natürlich, uns stets die bestmöglichen Reifen zu geben. Aber gerade hier kommt noch hinzu, dass die Zone für die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Boxengasse sehr lang ist."

Seit man die Ausfahrt der Boxengasse in Le Mans im vergangenen Jahr verlängert hat, mündet sie erst im Bereich der Dunlop-Schikane auf die Strecke ein. "Somit sind die Reifen schon wieder abgekühlt, wenn man auf die Strecke kommt. Das Aufwärmen fällt dann umso schwerer", kritisiert Bagnaia.

Francesco Bagnaia

Bagnaia stürzte im FT2 mit Slicks in Kurve 2 (Foto: FT1 mit Regenreifen)

Foto: Motorsport Images

Immerhin: "Im Nassen lief es gut, nachdem ich mich voriges Jahr im Regen schwergetan habe", meint der Ducati-Pilot mit Verweis auf das Auftakttraining am Vormittag und auf den Frankreich-Grand-Prix im vergangenen Oktober. Und so kommt Bagnaia nach seinen Erfahrungen vom Freitag sogar zum Schluss: "An diesem Wochenende wäre es sicherer, wenn wir ein Regenrennen hätten."

Der Vollständigkeit halber: Zarcos Pramac-Teamkollege Tito Rabat, der nach Jerez auch an diesem Wochenende wieder den verletzten Stammfahrer Jorge Martin vertritt, belegte im Tagesergebnis den 18. Platz. Und die beiden Fahrer des Esponsorama-Teams, die auf zwei Jahre alten GP19-Bikes sitzen, reihten sich auf P19 (Enea Bastianini) und P21 (Luca Marini) ein. Weil Bastianini wie die Werkspiloten Miller und Bagnaia im FT2 gestürzt ist, waren es am Freitag insgesamt sogar drei Ducati-Stürze.

Weiterer Co-Autor: Mark Bremer, Matteo Nugnes. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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