Ducati: Zwei Stürze auf nasser Piste, aber starke Form auf trockener

Jack Miller und Francesco Bagnaia legen sich am Valencia-Freitag je einmal hin, sind im Klassement aber trotzdem Spitze - Vor allem "Pecco" fühlt sich richtig stark

Ducati: Zwei Stürze auf nasser Piste, aber starke Form auf trockener

Für das Ducati-Werksteam ist der Trainingstag zum MotoGP-Finale 2021 in Valencia nach zwei Stürzen am Vormittag letztlich mit P1 und P3 am Nachmittag zu Ende gegangen. Im FT1 am Vormittag war der Circuit Ricardo Tormo entgegen der Wettervorhersage komplett nass. Francesco Bagnaia und Jack Miller stürzten binnen weniger Minuten, allerdings an unterschiedlichen Stellen der Strecke.

Vizeweltmeister Bagnaia rutschte auf der nassen Piste in Kurve 2 das Vorderrad seiner GP21 weg. An genau der gleichen Stelle ist am Nachmittag auf trockener Piste Weltmeister Fabio Quartararo mit seiner Yamaha gestürzt.

Miller hingegen zeigte seinen Sturz kurz nach jenem von Bagnaia in Kurve 1. Genau wie Quartararo, so blieben auch die beiden Ducati-Piloten unverletzt. Und am trockenen Nachmittag drehten sie im Gegensatz zu Quartararo richtig auf.

Miller fuhr auf trockener Piste mit 1:30.927 Minuten die Tagesbestzeit. Bagnaia hatte als Dritter gerade mal 0,068 Sekunden Rückstand. Zwischen dem Ducati-Duo liegt im Tagesklassement der seinerseits gestürzte Honda-Pilot Pol Espargaro. Der Spanier ging am Nachmittag in Kurve 6 zu Boden.

Miller gestürzt, nachdem er genau das vermeiden wollte

Dem Tagesschnellsten Miller ist sein Sturz in Kurve 1 beinahe peinlich. "Ich hatte überhaupt keine Chance", sagt der Australier und erklärt: "Ich hatte ein gutes Gefühl, war an dieser Stelle aber ein bisschen zu schnell. Ich dachte mir: Hey, es ist nur FT1. Ich fahre halt einen weiten Boden und es wird okay sein."

"Ich wollte nichts erzwingen und womöglich in Kurve 1 einen Sturz riskieren", so Miller, dem dann aber genau das passiert ist: "Als ich auf die lackierte Auslaufzone kam, hatte ich kaum Schräglage. Aber sobald ich auf dieses Zeug kam, war es so als wäre ich auf Eis gefahren."

 

Das Problem: Die Auslaufzone ist an dieser Stelle der Strecke großflächig (orangefarben) lackiert. Und die Kombination aus dem Regen und dem Farblack ist es, weshalb Miller keinerlei Chance hatte, den Sturz zu vermeiden. "Ich wurde komplett überrascht", bestätigt der Ducati-Pilot und bekennt: "Ich hasse es zu stürzen."

Dank seiner Bestzeit im trockenen Nachmittagstraining geht der Freitag für Miller aber doch noch mit einem Lachen zu Ende. "Am Nachmittag konnte ich das Blatt ja wenden. Das ist natürlich positiv", resümiert er.

Bagnaia fühlt sich "zum ersten Mal stark" in Valencia

Bagnaia, der den Tag mit knappem Rückstand auf P3 abgeschlossen hat, klingt sogar noch deutlich euphorischer als Miller. Für den Italiener war der Circuit Ricardo Tormo in den vergangenen Jahren nie ein gutes Pflaster gewesen. Auf das Podium hat es der Moto2-Weltmeister von 2018 in seiner gesamten WM-Karriere in Valencia noch nie geschafft.

2019, in seiner Rookie-Saison in der Königsklasse, musste Bagnaia auf eine Teilnahme am Valencia-Rennen verzichten, nachdem er sich bei einem Sturz im Freien Training das Schlüsselbein gebrochen hatte. Und 2020, als es zwei MotoGP-Rennen in Valencia gab, schied "Pecco" im ersten mit Sturz aus, im zweiten verpasste er mit P11 die Top 10.

 

So sagt Bagnaia am diesjährigen Valencia-Freitag ungeachtet seines harmlosen FT1-Sturzes im Regen: "Ich glaube, das war mein bester Valencia-Freitag überhaupt. Ich hatte heute viel Spaß. Als es vormittags nass war, hatte ich ein gutes Gefühl. Als es nachmittags trocken war, hatte ich sogar ein großartiges Gefühl, und zwar von Beginn an."

"Wir konnten unterschiedliche Dinge ausprobieren und wissen schon jetzt, welchen Weg wir an den kommenden Tagen einschlagen werden. Verglichen mit dem vergangenen Jahr ist es eine komplett andere Welt. Ich habe zum ersten Mal das Gefühl, hier auf dieser Strecke stark zu sein", bilanziert Bagnaia zufrieden.

Sollte Bagnaia auch am Samstag so gut zurechtkommen und im Qualifying auf die Pole fahren, wäre es seine sechste Pole in Folge. Ein solche Serie eines MotoGP-Piloten hat es zuletzt zu Beginn der Saison 2014 gegeben. Damals fuhr Marc Marquez sechsmal in Folge auf die Pole. Zusammen mit Ende 2013 waren es für den derzeit verletzten Honda-Piloten jahresübergreifend sogar sieben Poles in Folge.

Francesco Bagnaia

Schafft Francesco Bagnaia am Samstag seine sechste Pole in Folge?

Foto: Motorsport Images

Weitere Co-Autoren: Matteo Nugnes. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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