E-Fuels in der MotoGP: Hersteller befürworten den eingeschlagenen Weg

Die Hersteller und Vereinigungen loben die Bestrebungen, die MotoGP grüner zu machen, um die Chance zu vergrößern, auch in Zukunft Verbrenner-Racing zu sehen

E-Fuels in der MotoGP: Hersteller befürworten den eingeschlagenen Weg

Ende November verkündeten Motorrad-Weltverband FIM und MotoGP-Rechteinhaber Dorna, dass in Zukunft fossilfreie Kraftstoffe zum Einsatz kommen (mehr Informationen). Ab der Saison 2024 sollen die Kraftstoffe zu 40 Prozent aus nachhaltigen Inhaltsstoffen bestehen. Drei Jahre später steigt der Anteil von 40 auf 100 Prozent an. Für die Hersteller ist das eine große Herausforderung. Doch die Nachricht wurde mit Blick auf die Zukunft begrüßt.

"Wir haben zusammen entschieden, in Zukunft nachhaltige Kraftstoffe zu verwenden. Ab 2024 kommen in der MotoGP nachhaltige Kraftstoffe zum Einsatz. Ab 2027 werden wir ausschließlich mit nachhaltigen Kraftstoffen fahren", erklärt KTM-CEO Stefan Pierer, der auch der Vorsitzende der Herstellervereinigung MSMA ist.

Pierer erwartet, dass der Großteil der Fortbewegung in Zukunft mit rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen erfolgt. Doch für Performance-Motorräder, die nicht vorrangig zur Fortbewegung gedacht sind, könnten E-Fuels eine Alternative sein.

Nachhaltigkeit ist für die MotoGP seit vielen Jahren ein Thema

Tech-3-Teamchef Herve Poncharal, der gleichzeitig Präsident der Teamvereinigung IRTA ist, begrüßt den Schritt: "Die ganze Welt macht sich Gedanken, wie man weiterhin so effizient sein kann und gleichzeitig die Umwelt schont und nachhaltiger ist."

"Die MotoGP hat bereits einige drastische Entscheidungen getroffen, um ein Fahrerlager zu schaffen, das die Umwelt so gut es geht schont. Aluminiumdosen und Plastikflaschen werden recycelt. Wir stellen das überflüssige Essen denjenigen bereit, die es benötigen", erklärt der Franzose.

Herve Poncharal

IRTA-Präsident Herve Poncharal lobt die Entwicklung

Foto: Motorsport Images

"Jedes Team versucht, seinen Fußabdruck zu verkleinern. Dieser Prozess läuft bereits. Es ist nicht einfach, doch wir sind entschlossen. Die MotoGP ist ein Teil der Welt und die Welt achtet immer stärker auf die Umwelt", so Herve Poncharal.

Die Hersteller loben die Bestrebungen in Sachen E-Fuels

Yamaha-Rennleiter Lin Jarvis kann die Entscheidung, auf E-Fuels zu setzen, sehr gut nachvollziehen. "Die meisten Unternehmen auf der Welt peilen eine CO2-neutrale Zukunft an. Das ist auch bei Yamaha der Fall. Wir haben einen Plan für die Zukunft. Es ist nur logisch, dass die MotoGP einen eigenen Plan verfolgt, um die Meisterschaft an die Bedürfnisse der Zukunft anzupassen", kommentiert der Brite.

Honda-Teammanager Alberto Puig sieht den Wechsel zu den nachhaltigen Kraftstoffen als Experiment an, von dem nicht nur die MotoGP selbst profitiert. "Wir testen diese Technologien in der MotoGP. Später werden diese dann anderen Bereichen zugänglich gemacht", bemerkt der Spanier. "Die MotoGP ist die Spitze bei den Motorrädern. Von den in der MotoGP gemachten Erfahrungen können auch andere profitieren."

Und auch bei Aprilia stößt die Idee auf Zustimmung. "Es ist ein wichtiger Schritt", kommentiert Rennleiter Massimo Rivola. "Als Teil der Piaggio-Gruppe haben wir die Mobilität im Auge und somit auch die Nachhaltigkeit. Wir als Aprilia sehen uns als einen Teil dieses Prozesses."

"Ab 2024 werden wir zu 40 Prozent nachhaltige Kraftstoffe verwenden. Das ist wichtig. Ab 2017 sind es 100 Prozent. Es ist eine deutliche Nachricht, obwohl die MotoGP von außen betrachtet alles andere als grün wirkt. Doch wir kümmern uns auch darum", so der Italiener.

Mit Bildmaterial von Repsol.

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