"Ein bisschen zu konservativ" - Rossi trauert besserem Startplatz hinterher

Valentino Rossi steht in Le Mans in Reihe drei: Im Qualifying kann der Yamaha-Pilot einen Rutscher abfangen, doch die Schrecksekunde kostete Selbstvertrauen

"Ein bisschen zu konservativ" - Rossi trauert besserem Startplatz hinterher

Petronas-Yamaha-Pilot Valentino Rossi wird beim Frankreich-Grand-Prix in Le Mans von Startplatz neun ins Rennen starten. Im Qualifying verpasste Rossi die Bestzeit von Markenkollege Fabio Quartararo um 0,791 Sekunden.

Für Rossi war durchaus mehr drin. Zu Beginn befand sich der Italiener auf Bestzeitkurs, musste nach einem Hinterrad-Rutscher aber ins Kiesbett ausweichen. Diese Schrecksekunde wirkte sich auf das Selbstvertrauen aus.

"Es ist sicher deutlich besser als bei den ersten Rennen. Ich starte aus der dritten Reihe. Das ist ein Fortschritt", kommentiert Rossi das Qualifying am Samstagnachmittag. "Aber auch mein Renntempo ist nicht so schlecht und deutlich besser als bei den vergangenen Rennen - vor allem im Trockenen."

Im Qualifying traf das Petronas-Yamaha-Team die richtige Entscheidung und schickte Rossi und Teamkollege Franco Morbidelli mit Slicks raus, während die Konkurrenz mit Regenreifen auf die Strecke fuhr und nach einer Runde zum Wechsel zurück an die Box kam. Doch Rossi und Morbidelli konnten diesen Vorteil nur bedingt nutzen.

Schrecksekunde in der letzten Kurve zu Beginn des Q2

"Wir trafen im Petronas-Team die richtige Entscheidung und setzten auf die richtige Strategie", freut sich Rossi. "Es war ein kleiner Vorteil für uns. Leider kam ich in der zweiten Runde in der letzten Kurve auf eine feuchte Stelle und stürzte beinahe. Dadurch verlor ich etwas Gefühl, vor allem im vierten Sektor."

 

 

"Ich fuhr ein bisschen zu konservativ, andernfalls hätte ich besser abschneiden können", erklärt Rossi, der die Session mit einem Satz Reifen durchfuhr. "Ich denke nicht, dass ein frischer Hinterreifen eine große Hilfe gewesen wäre. Es war besser, weiter zu fahren, um das Gefühl zu verbessern. Wir wurden von Runde zu Runde schneller. Ich denke nicht, dass uns ein frischer Reifen einen großen Vorteil gebracht hätte."

Sorgen bereiten Rossi die Bedingungen in Le Mans. Die MotoGP hatte Glück mit dem Wetter und konnte das Qualifying bei halbwegs konstanten Bedingungen durchführen. In der Moto2 und später in der MotoE ging es chaotisch zu.

Droht im Rennen erneut ein Wetterchaos?

Rossi würde am liebsten im Trockenen fahren. Das FT3 am Samstagvormittag beendete der 42-Jährige auf der vorletzten Position. "Im Nassen hatten wir am Vormittag einige Probleme. Ich war nicht richtig schnell. Es scheint, als ob alle Yamaha-Piloten zu kämpfen hatten", grübelt Rossi.

"Am Nachmittag waren die Bedingungen unglaublich. Es regnete, hörte wieder auf, es regnete und hörte wieder auf. Innerhalb von 15 Minuten ging das mindestens sechs Mal so. Es war sehr schwierig. Doch wir fanden glücklicherweise ein Fenster, um das Training im Trockenen zu absolvieren", kommentiert er das Q2.

Valentino Rossi

Valentino Rossi hofft auf stabile Bedingungen im Rennen

Foto: Motorsport Images

"Ich fuhr eine anständige Runde und starte von Position neun. Das Problem ist, dass der Wetterbericht für morgen genau so aussieht wie der für heute. Es wird sehr schwierig", zeigt sich Rossi besorgt. "Das morgige Rennen wird 45 Minuten lang sein. Heute haben sich die Bedingungen innerhalb von 45 Minuten drei Mal geändert: von nass zu trocken zu nass. Im Rennen wird es hart."

Sicherheit und Yamahas-Regen-Performance besorgen Rossi

Auch das Thema Sicherheit besorgt Rossi. Besonders mit Slicks ist es gefährlich, wenn einige Teile der Strecke trocken sind und andere nass. "Wenn es so ist, dann ist es richtig beängstigend. Wir sind ziemlich schnell. Dann kann es sein, dass der erste Teil der Strecke trocken ist und man plötzlich zu einem Bereich kommt, der nass ist. Das ist sehr gefährlich und beängstigend", bemerkt Rossi.

Valentino Rossi

Bei Regen nicht schnell genug: Valentino Rossi beendete das FT3 auf der 21. Position

Foto: Motorsport Images

"Man hat Glück, wenn man dann noch rechtzeitig verlangsamen kann. Es wurde ziemlich schnell trocken, doch es blieben nasse Stellen übrig. Es ist nicht einfach, das zu verstehen", berichtet der MotoGP-Routinier. Und auch die Performance bei Regen besorgt den "Doctor".

"Die Yamaha bereitete in der jüngeren Vergangenheit bei Nässe Probleme. Es scheint, als ob wir Probleme beim Beschleunigen haben. Die anderen Motorräder können besser aus den Kurven beschleunigen. Doch gestern war ich im Nassen schnell. Die Platzierung war nicht besonders toll, doch mein Renntempo war gut. Heute hatten wir größere Probleme und verstehen nicht, warum das so war", gesteht Rossi.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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