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MotoGP Aragon

"Eine Legende", sagt sein Crewchief, aber Pedro Acosta sieht das anders

Pedro Acosta jagt Marc Marquez in Aragon bis ins Ziel - Sein Crewchief ist begeistert und nennt ihn eine Legende - Acosta selbst ordnet es anders ein

Gerald Dirnbeck

Veröffentlicht: 03.09.2026, 09:34

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"Eine Legende", sagt sein Crewchief, aber Pedro Acosta sieht das anders

Pedro Acosta eroberte in Aragon seinen vierten Podestplatz der Saison

Foto: Stephen Blackberry / NurPhoto via Getty Images

Nach dem zweiten Platz von Pedro Acosta beim MotoGP-Rennen in Aragon herrschte in der KTM-Box Partystimmung. Sein Crewchief Paul Trevathan schwärmte unmittelbar nach dem Zieleinlauf von Acostas Leistung, denn er musste sich nur Marc Marquez knapp geschlagen geben.

"Er ist eine Legende", sagte Trevathan. "Er hatte insgesamt ein fantastisches Wochenende. Er hat keine wirklichen Fehler gemacht und hebt sein fahrerisches Niveau von Woche zu Woche auf ein neues Level."

Einmal mehr war Acosta im MotorLand Aragon der mit Abstand beste KTM-Fahrer. Enea Bastianini wurde Achter und Brad Binder Zehnter. Acosta ist in dieser Saison der einzige KTM-Fahrer, der bislang auf dem Podium stand.

Es war sein vierter Podestplatz in einem Hauptrennen in dieser Saison. Mit 14 Podestplätzen ist Acosta der KTM-Fahrer mit den meisten Podestplätzen in der MotoGP. Allerdings wartet er noch auf seinen ersten Grand-Prix-Sieg.

Zudem stand in der MotoGP-Geschichte kein Fahrer häufiger auf dem Podium, ohne ein Rennen gewonnen zu haben. Zweiter in dieser Statistik ist Colin Edwards mit zwölf Podestplätzen ohne Sieg.

"Bis zur Legende ist es noch ein weiter Weg", meint Acosta selbst über die Worte seines Crewchiefs, "aber ich glaube, wir machen die richtigen Dinge. Wir fahren gute Rennen."

"Angesichts all der Zuverlässigkeitsprobleme, die wir in der ersten Saisonhälfte hatten, war es ziemlich schwierig mitanzusehen, wie uns der dritte Platz in der Meisterschaft entglitt."

"Jetzt sieht es so aus, als würde es funktionieren. Es stimmt, dass wir noch weit davon entfernt sind, ein Rennen zu gewinnen. Andererseits schaffen wir es immer konstanter, in den Top 5 zu landen."

Sein bestes MotoGP-Rennen war nicht Aragon

War Aragon vielleicht sein bestes MotoGP-Rennen, weil er Marc Marquez auf einer seiner stärksten Strecken unter Druck setzen konnte? "Ich würde sagen, Silverstone vor zwei Wochen", nennt Acosta ein anderes Rennen.

Marc Marquez, Pedro Acosta

In Aragon machte Pedro Acosta Druck auf Marc Marquez

Foto: Stephen Blackberry/NurPhoto via Getty Images

In Großbritannien wurde er Fünfter. "Auf flüssig zu fahrenden Strecken habe ich Schwierigkeiten. In Silverstone war ich wohl zum ersten Mal kurz davor, ein Rennen auf einer solchen Strecke bis zum Ende konkurrenzfähig zu bestreiten."

"Und das trotz des Reifenverschleißes, mit dem wir dabei zu kämpfen hatten. Ich denke, Silverstone war bisher mein bestes Rennen, sogar deutlich besser als einige Podestplätze, die ich erreicht habe."

Reifeprozess im Vergleich zum vergangenen Jahr

Diese Einordnung zeigt Acostas Reifeprozess in seiner dritten MotoGP-Saison. Im vergangenen Jahr gab es zunächst viele Fehler und viel Frust. Erst ab dem Sommer konnte Acosta seine Performance stabilisieren und wieder Podestplätze holen.

"Nun, ich weiß, dass ich im vergangenen Jahr vielleicht, ich würde nicht sagen, dass ich unprofessionell war, aber ich war wirklich wütend auf das Leben, würde ich sagen. Ich habe meine Emotionen sehr stark in alles einfließen lassen."

"Jetzt halte ich diese Emotionen vielleicht etwas mehr auf Abstand. Es sieht so aus, als wäre mein Kopf dadurch kühler. Ich kann in den entscheidenden Momenten besser nachdenken und erkennen, was ich tun muss, um schnell zu sein."

Pedro Acosta

Noch wartet Pedro Acosta auf seinen ersten Sieg im Hauptrennen

Foto: Stephen Blackberry/NurPhoto via Getty Images

"Diese schwierige Phase im vergangenen Jahr hat mir dabei sehr geholfen", sagt Acosta über seinen Reifeprozess. Seine Performance ist für KTM auch extrem wichtig, denn ohne ihn wäre man nicht regelmäßig im Spitzenfeld dabei.

Testfahrer Pol Espargaro bringt es auf den Punkt: "Er holt viel mehr heraus, als das Motorrad eigentlich leisten kann. Ich habe keine Worte für das, was er in Silverstone geleistet hat, aber in Aragon war es wahnsinnig."

"Für alle im Werk ist das wie ein großer Schub. Das wird uns helfen, für Pedro weiter Druck zu machen, denn er verdient für die kommenden Rennen das bestmögliche Material und Motorrad."

Was fehlt noch für den ersten Sieg?

Noch neun Rennwochenenden wird Acosta für KTM bestreiten, bevor er zu Ducati wechselt. Sein erster Grand-Prix-Sieg ist das große Ziel. KTM wartet auch schon seit 2022 auf einen Sieg am Sonntag.

Was fehlt Acosta noch, um dieses Ziel zu schaffen? "Nun, es fehlen viele Dinge", antwortet er auf diese Frage. "Im Moment möchte ich mich aber auf das konzentrieren, was ich habe."

"Über kurze Distanzen fehlt uns noch viel, besonders im Qualifying. Normalerweise habe ich Schwierigkeiten, in die erste Startreihe zu kommen, die einem am Anfang eines Rennens normalerweise einen gewissen Vorteil verschafft."

"Aber wie gesagt: Im Moment will ich mich auf die Dinge konzentrieren, die mir helfen können, ein Rennen zu gewinnen und nicht auf das, was mir fehlt." In der WM-Wertung liegt Acosta nach dem 13. von 22 Rennwochenenden auf dem sechsten Platz.

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