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Ende einer Ära: MotoGP verlässt legendäre Australien-Strecke

Nach 30 Jahren verliert Phillip Island den Australien-Grand-Prix der Motorrad-WM - Ein neuer Austragungsort für das Rennen soll bereits feststehen

MotoGP-Kultrennen vor dem Aus: Phillip Island verliert Australien-GP

30 Jahre fuhr die MotoGP auf Phillip Island - nach 2026 ist damit Schluss

Foto: Gold Gold

Nach fast drei Jahrzehnten endet eine Ära im australischen Motorradsport: Der Bundesstaat Victoria verliert den Grand Prix von Australien der Motorrad-WM. Wie aus einem Bericht von ABC News hervorgeht, wird das Rennen 2026 letztmals auf der Traditionsstrecke von Phillip Island ausgetragen.

Der Australien-Lauf der MotoGP zählt seit 1997 zu den spektakulärsten Rennen im Kalender. Die Kombination aus Highspeed-Passagen, Meeresnähe und wechselhaften Wetterbedingungen macht Phillip Island zu einer Fahrer- und Fan-Lieblingsstrecke. Genau dort wird nun zum letzten Mal 2026 um WM-Punkte gefahren.

Die Entscheidung folgt nur 24 Stunden nach einem letzten Finanzierungsangebot der Regierung von Victoria, mit dem das Event am Standort gehalten werden sollte.

Streit um möglichen Umzug nach Melbourne

Zuvor hatte der MotoGP-Promoter Überlegungen angestrengt, das Rennen künftig auf den Stadtkurs von Albert Park Circuit zu verlegen. Dies lehnte die Regierung jedoch ab.

Victorias Sport- und Eventminister Steve Dimopoulos erklärte, man sei zu finanziellen Zugeständnissen bereit gewesen, nicht jedoch zu einem Standortwechsel.

"Wir wissen, dass wir [das Rennen] in Victoria hätten behalten können, wenn wir Phillip Island aufgegeben hätten. Wir waren jedoch nie bereit, Phillip Island aufzugeben".

Alle anderen Forderungen des Veranstalters habe man erfüllt, inklusive Lizenzgebühren und zusätzlicher Mittel - ohne Erfolg. Wo der Grand Prix ab 2027 stattfinden wird, ist offiziell noch nicht bekannt. Dimopoulos gibt an, den künftigen Austragungsort zu kennen. "Aber ich werde es nicht sagen. Das ist nicht meine Aufgabe."

Schwere wirtschaftliche Folgen für die Region

In der Region sorgt die Nachricht vom Aus für große Enttäuschung. Kommunalvertreter warnen vor erheblichen wirtschaftlichen Einbußen. Laut einem Wirtschaftsbericht aus dem Jahr 2023 brachte die Veranstaltung jährlich mehr als 29 Millionen australische Dollar Wertschöpfung und sicherte rund 284 Vollzeitstellen.

Die Bürgermeisterin der Bass Coast Region betont, dass insbesondere kleine Betriebe stark vom MotoGP-Wochenende profitiert hätten. Nun hoffe man auf staatliche Unterstützung und die Ansiedlung eines neuen Großevents, nicht zwingend im Motorsport.

Auch auf Bundesebene wird die Entscheidung kritisch gesehen. Vertreter der Region verweisen auf die vorhandene, weltweit anerkannte Rennstrecken-Infrastruktur und sprechen von einem schweren Rückschlag für Wirtschaft und Tourismus.

Australien-GP künftig auf Stadtkurs in Adelaide?

Vom Veranstalter der Rennserie gibt es bislang kein offizielles Statement. Damit bleibt vorerst offen, wo der Australien-Grand-Prix nach dieser Saison stattfinden wird.

Wie Motorsport.com, einer Partnerseite von Motorsport-Total.com, erfahren hat, ist ein Umzug nach Adelaide wahrscheinlilch. Die Regierung von Südaustralien soll ein sehr attraktives Angebot eingereicht haben - mit Plänen für einen echten Stadtkurs.

In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass Adelaide bereits zwischen 1985 und 1995 den Formel-1-Grand-Prix von Australien ausgerichtet hat. Ein mögliches neues Abkommen mit der MotoGP würde voraussichtlich ab der Saison 2027 in Kraft treten, vorbehaltlich der Fertigstellung der notwendigen Bauarbeiten.

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