Erstes Podium für Joan Mir: Suzuki kämpft in Spielberg um den Sieg

Mit gutem Handling und starker Pace ist Suzuki auf der Powerstrecke in Spielberg dabei- Alex Rins stürzt im Kampf um die Führung, erster Podestplatz für Joan Mir

Erstes Podium für Joan Mir: Suzuki kämpft in Spielberg um den Sieg

Beim vierten MotoGP-Rennen der Saison 2020 stand zum ersten Mal ein Suzuki-Fahrer auf dem Podest. Joan Mir konnte Jack Miller (Pramac-Ducati) noch in den letzten beiden Kurven überholen und Platz zwei erobern. Teamkollege Alex Rins sah in Österreich die Zielflagge nicht. Im Duell mit Andrea Dovizioso (Ducati) um die Führung gab es einen Sturz.

Der Red-Bull-Ring in Spielberg ist für Mir eine besondere Strecke. In seiner Moto3-Debütsaison 2016 gewann er dort völlig überraschend seinen ersten Grand Prix. Es war damals sein erster Podestplatz überhaupt. 2017, als Mir Moto3-Weltmeister wurde, siegte er erneut in Österreich.

Und nun schaffte der 22-Jährige mit Rang zwei seinen ersten Podestplatz in der Königsklasse. "Ich fühle mich unglaublich gut", lacht Mir. "Es war hart, das erste Podium zu schaffen. Ich habe den Speed schon seit einigen Rennen. Hier hat es endlich geklappt."

Warum Suzuki in Spielberg so konkurrenzfähig war

Die GSX-RR zählt mit dem Reihenvierzylinder nicht zu den stärksten Motoren, aber trotzdem konnten sowohl Mir als auch Rins gegen die Ducati-Piloten Dovizioso und Miller kämpfen. "Ducati ist hier in den Sektoren 1 und 2 so schnell, aber wir sind in 3 und 4 sehr gut", vergleicht Mir.

"Überholen ist für uns nicht so einfach, auch die KTM von Pol war auf der Geraden sehr schnell." Aber die Suzuki glänzt in den schnellen Kurven des zweiten Streckenabschnitts mit gutem Handling. "Wir spielen unsere Karten gut aus", grinst Mir.

Joan Mir, Jack Miller

In der vorletzten Kurve schnappte sich Mir noch Jack Miller

Foto: Motorsport Images

Deshalb zählte Suzuki auf dieser Powerstrecke dank guter Rennpace zu den Mitfavoriten für das Podium und sogar für den Sieg. Rins konnte zunächst in Runde 9 Miller überholen und setzte dann zum Angriff auf den Führenden Dovizioso.

"Meine Pace war besser als Doviziosos Pace, aber leider ist mir das Vorderrad weggerutscht", seufzt Rins. "Es gibt hier nur zwei Kurven, wo ich die Ducati überholen kann. Kurve 6 war eine davon." Und genau dort hatte er es aus einem guten Grund versucht.

"Wenn ich ihn in Kurve 6 überholt hätte, hätte ich mir in den Kurven 7 und 8 einen kleinen Vorsprung herausholen können, um meine Position auf der Geraden halten zu können", verrät Rins seine Taktik. So wurde es aber nichts aus dem vielleicht möglichen Sieg.

Auch Dovizioso ist sich bewusst, dass Rins ein harter Gegner gewesen wäre: "Es wäre sehr schwierig gewesen, das Rennen gegen Alex zu gewinnen. Ich gehe davon aus, dass es beim nächsten Rennen sehr schwierig wird, weil er sehr verärgert sein wird."

Qualifying & Start: Schwächen ausgemerzt

Auffällig waren in Spielberg aus Suzuki-Sicht zwei Dinge. Einerseits sind beide Fahrer im Qualifying stärker als noch vergangene Saison. Mir stand auf Startplatz sechs und Rins auf acht. Beim Neustart war Mir Vierter und Rins wieder Achter.

"Das Qualifying war besser und auch der Start war gut", betont Mir. "Das waren unsere Schwächen. Unsere Rennpace ist normalerweise gut. Aber es ist schwierig, Positionen gutzumachen. Wenn es nicht so heiß ist wie Jerez, dann funktioniert unser Motorrad auf jeder Strecke sehr gut."

Alex Rins

Alex Rins hätte die Chance auf den Sieg gehabt

Foto: Motorsport Images

Dazu kommt, dass Suzuki nun auch das Holeshot-Device verwendet und es sehr gut funktioniert, wie die Starts gezeigt haben. "In Brünn hat es Alex verwendet und hier hatte ich es auch", sagt Mir und freut sich: "Wir hatten einen sehr guten Start."

"Es war in beiden Rennen mein bisher bester Start. Wenn ich beim Restart aus der ersten Reihe losgefahren und vorne gewesen wäre, wäre vielleicht noch mehr möglich gewesen. Wenn wie heute alles zusammenpasst, werden wir auf mehr Strecken vorne mitkämpfen können."

In der Weltmeisterschaft verbesserte sich Mir auf Rang neun, Rins ist WM-Zwölfter. In der Marken-Wertung ist Suzuki auf dem vierten Platz. Bereits am kommenden Wochenende gibt es in Spielberg die zweite Chance. Suzuki wird wieder zum Kreis der Favoriten zu zählen sein.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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