Espargaro: "Brauchen kein neues Bike, um Honda-Probleme zu lösen"

Honda erlebt nach 2020 eine abermals schwierige MotoGP-Saison, doch nach dem Test in Barcelona glauben die Fahrer, bald Fortschritte machen zu können

Espargaro: "Brauchen kein neues Bike, um Honda-Probleme zu lösen"

Nachdem Honda bereits im Vorjahr eine desaströse MotoGP-Saison erlebte, die mageren Ergebnisse aber auf die Abwesenheit von Marc Marquez schieben konnte, setzt sich die Formkrise des japanischen Herstellers auch 2021 fort.

Selbst der zurückgekehrte Marquez kommt nicht umhin festzustellen: "Die Situation, in der sich Honda befindet, ist nicht die beste. Schon im vergangenen Jahr hatten sie zu kämpfen. Und in diesem Jahr sieht es so aus, als hätten wir noch mehr zu kämpfen." Dabei ist speziell seine Lage freilich eine besondere.

Denn bisher ging Marquez aufgrund seiner langwierigen Verletzung nie völlig fit an den Start. "Wenn ich die Situation in meiner Box analysiere, dann ist es im Moment so, dass ich dem Bike nicht helfe und das Bike mir nicht hilft", so der Spanier. "Das macht es natürlich schwer, die Ergebnisse zu erzielen."

"Aber ich werde versuchen, mich im Verlauf der Saison zu verbessern. Und ich weiß, dass Honda, HRC und mein Team, wir alle gemeinsam daran arbeiten, die Performance des Motorrads zu verbessern. So werden wir unser Niveau zusammen hoffentlich steigern können und am Ende der Saison ein gutes Gesamtpaket haben, um konkurrenzfähig in die Vorsaison für 2022 zu starten."

Pol Espargaro vertraut auf Hondas Erfahrungswerte

Daran arbeitete Honda auch beim Montagstest in Barcelona nach dem Grand Prix von Katalonien. "Wir hatten keine großen Teile", blickt Pol Espargaro zurück. "Wir sind jetzt gerade dabei, unsere Probleme zu verstehen. Erst dann bauen wir ein neues Chassis, eine neue Schwinge, neue Sachen, die bald kommen werden."

"Aber jetzt sind wir in diesem Prozess, dass wir einfach ein paar kleine neue Sachen ausprobieren, kleine ältere Sachen aus der Vergangenheit, von denen wir denken, dass sie vielleicht nützlich sein können", erklärt der Spanier die Vorgehensweise.

Er ist überzeugt, dass Honda mit den gesammelten Informationen in der Lage sein wird, die Situation deutlich zu verbessern. "Wir müssen auch nicht ein komplett neues Motorrad bauen, um die Probleme zu lösen, die wir derzeit haben."

"Das Gute ist, dass Honda seit vielen Jahren in der MotoGP fährt. Sie haben erstaunliche Daten über alle Probleme, die sie in ihrer Geschichte hatten, und sie haben die Lösungen für diese Probleme. Daran arbeiten wir gerade und haben in Barcelona verschiedene Sachen am Motorrad ausprobiert", erklärt Espargaro.

Einiges davon habe sehr gut funktioniert: "Und nach einem guten Test will man das Motorrad an einem anderen Ort wieder auf die Strecke bringen, um zu sehen, ob das, was man ausprobiert hat, richtig war oder nicht. Im Moment sind wir glücklich (mit den Fortschritten), aber wir wissen nicht, was wir erwarten können."

Nach dem Rennwochenende in Katalonien hatte Marc Marquez den mangelnden Grip am Hinterrad als Hauptproblem ausgemacht, weshalb die Honda sowohl beim Einlenken als auch in der Beschleunigung gegenüber der Konkurrenz verliere.

Fehlender Grip am Hinterrad bleibt größtes Problem

"Darunter leiden alle Honda-Fahrer", bestätigt Alex Marquez, der im Satellitenteam von LCR ebenfalls eine RC213V pilotiert. "Wir haben noch keine wirkliche Lösung für unser Hauptproblem gefunden, den fehlenden Grip am Hinterrad", hält er fest. "Aber wir haben an anderer Stelle Lösungen gefunden, die sich in Zukunft positiv auswirken können und das Bike etwas fahrbarer machen."

Ohne ins Detail zu gehen, spricht der jüngere Marquez von Anpassungen im Bereich der Elektronik und Aerodynamik, die aber erst auf anderen Strecken validiert werden müssten. Für das Rennwochenende auf dem Sachsenring schöpft der LCR-Pilot aufgrund der hiesigen Honda-Statistik leise Zuversicht.

"Hier auf dieser Strecke waren insbesondere Marc, aber auch Honda im Allgemeinen immer schnell. Es wird also interessant sein zu sehen, wo unser Level in diesem Jahr liegt. Auf dem Papier sieht es so aus, als würde die Strecke zu uns passen. Es wird also gut sein zu erfahren, wo das wahre Potenzial des Motorrads liegt."

Alex Marquez

Nach zwei Podien im Vorjahr sucht Alex Marquez nach seiner Form

Foto: Motorsport Images

Zugleich räumt er ein: "Ich weiß natürlich, dass ich auch selbst einen Schritt nach vorn machen muss. Darauf arbeiten wir hin und analysieren genau, was wir verbessern können. Insgesamt muss das Gesamtpaket, ich und das Bike, besser werden."

"Wir müssen abwarten, ob wir hier ähnliche Gripprobleme haben werden wie in Montmelo, wo es wirklich ein Desaster war. Wenn wir damit weniger Probleme haben, werden wir besser zurechtkommen. Denn mit mehr Traktion verändert sich der Charakter des Bikes völlig. Es wird leichter, die Kurven anzufahren. Das Turning wird besser. Insofern hoffe ich von Anfang an auf besseren Grip."

Diese Hoffnung teilt Alex Marquez mit Teamkollege Takaaki Nakagami. Auch hadert mit fehlendem Grip am Hinterrad. "Es ist schwierig, eine Lösung zu finden, und hängt auch immer von den Reifen und dem Layout der Strecke ab." In Jerez erzielte der Japaner mit Platz vier Hondas bisher bester Saisonergebnis.

Mit Bildmaterial von Repsol Honda.

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