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Espargaro und Smith: Woran es Aprilia im Vergleich zu KTM fehlt

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Espargaro und Smith: Woran es Aprilia im Vergleich zu KTM fehlt
Autor:
Co-Autor: Lewis Duncan

Aleix Espargaro und Bradley Smith über die Unterschiede der MotoGP-Projekte von Aprilia und KTM - Smith staunt über seinen ehemaligen Arbeitgeber

Beim Grand Prix von Tschechien in Brünn ist KTM am 9. August 2020 ein Meilenstein gelungen. In seiner vierten vollen MotoGP-Saison hat der Motorradhersteller aus Österreich erstmals auf dieser Bühne ein Rennen gewonnen. Im Gegensatz dazu wartet Aprilia noch auf den ersten MotoGP-Sieg, obwohl man diese Bühne in der aktuellen Form schon zwei Jahre vor KTM betreten hat.

Als Aprilia anno 2015 in die MotoGP-Klasse zurückkehrte (2002 bis 2004 war man bereits dabei gewesen), tat dies der italienische Hersteller mit Alvaro Bautista, der die ganze Saison 2015 fuhr und mit Marco Melandri, der zu Saisonmitte durch Stefan Bradl abgelöst wurde. In der Anfangsphase des Projekts Aprilia RS-GP fuhr man ähnlich hinterher wie es auf das Projekt KTM RC16 in der Anfangsphase zutraf.

Inzwischen aber unterscheiden sich die Erfolgskurven der beiden neuesten MotoGP-Projekte recht deutlich. Während KTM schon beim letzten Rennen der zweiten Saison den ersten Podestplatz feierte und zu Beginn der vierten Saison den ersten Sieg, wartet man bei Aprilia nach den ersten Rennen der sechsten Saison noch immer auf die erste Top-5-Platzierung.

Aleix Espargaro: "Man kann KTM nur gratulieren"

Aleix Espargaro, Bradley Smith

Mit der RS-GP können Aleix Espargaro und Bradley Smith keine Bäume ausreißen

Foto: Motorsport Images

"Die Realität ist, dass wir momentan nicht auf dem Level sind, auf dem ich gerne wäre und auf dem auch Aprilia gerne wäre", sagt Aleix Espargaro, der seit Saisonbeginn 2017 für Aprilia fährt. Zu diesem Zeitpunkt wurde mit seinem eigenen Bruder Pol Espargaro gerade das KTM-Projekt gestartet, wenngleich das Debüt der KTM RC16 bereits beim Saisonfinale 2016 in Valencia mit Mika Kallio als Einzelkämpfer erfolgt war.

"KTM ist zwei Jahre später als wir eingestiegen", sagt Aleix Espargaro aus Aprilia-Sicht und lobt: "Man kann ihnen nur gratulieren. Mit ihrem eigenen Chassis (Stahl-Trellis-Rahmen anstatt Aluminium-Rahmen) verfolgen sie eine ganz eigene Philosophie. Zwar würde ich sagen, dass ich in diesem Jahr das beste Bike habe, das ich je bei Aprilia hatte. Das reicht aber eben noch nicht."

Pol Espargaro, Aleix Espargaro

Espargaro-Brüder: Pol auf KTM erfolgreicher als Aleix auf Aprilia

Foto: Motorsport Images

Den Hauptunterschied zwischen Aprilia und KTM sieht der ältere der beiden Espargaro-Brüder aber nicht beim Chassis: "Ich glaube nicht, dass die Aprilia ein schlechteres Motorrad ist als die KTM. Der größte Unterschied ist meiner Meinung nach der Motor. Auf diesem Gebiet ist die KTM eine Rakete, vor allem wenn das Bike aufgerichtet ist. Beim Beschleunigen machen sie ihre Zeit."

Ex-KTM-Pilot Smith von schneller KTM-Steigerung überrascht

Einer, der über die Unterschiede genauer Bescheid wissen muss, ist Espargaro Aprilia-Teamkollege Bradley Smith. Schließlich war der Brite in den Jahren 2017 und 2018 auf Vollzeitbasis für das KTM-Werksteam am Start, bevor er sich zur Saison 2019 als Testfahrer dem Aprilia-Projekt anschloss. In dieser Rolle waren für ihn eigentlich nur Wildcard-Starts vorgesehen. Aufgrund der Doping-Sperre von Andrea Iannone hat Smith aber alle bisherigen Saisonrennen 2020 auf der RS-GP bestritten und wird das wohl bis mindestens 15. Oktober noch tun.

Bradley Smith

Der heutige Aprilia-Pilot Bradley Smith fuhr zwei Jahre lang für KTM und staunt

Foto: LAT

Über seinen ehemaligen Arbeitgeber KTM sagt Smith: "Man geht Projekte dort mit einer Siegermentalität an. Das erklärt natürlich, warum sie in unterschiedlichen Disziplinen, wie etwa neben dem Straßenrennsport auch im Offroad-Bereich, so erfolgreich sind. Es fängt damit an, wie sie alles planen und welche Leute sie auf welche Position setzen."

"Ihre Mentalität ist einfach eine von Champions", spricht Smith als Aprilia-Pilot ungewöhnlich offen und direkt über die KTM-Vorzüge. Allerdings gibt der Brite auch offen zu: "Ich bin sehr überrascht, wie stark sie das Bike verbessern konnten, seitdem ich dieses Projekt Ende 2018 verlassen habe. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es so schnell gehen würde, dass sie ein Rennen gewinnen."

Beeindruckt zeigt sich Smith davon, dass KTM nach dem MotoGP-Premierensieg mit Brad Binder in Brünn "direkt am Tag darauf mit zwei Bikes und fünf Fahrern testen war. So muss man es machen und das ist der Grund für ihre aktuelle Position. Es wird jetzt interessant sein zu beobachten, wie sie sich im weiteren Saisonverlauf schlagen und wo genau sie stehen".

Den Vorteil der ausgedehnten Testfahrten mit den Stammpiloten droht KTM schon bald genauso zu verlieren wie den Vorteil, dass man pro Fahrer zwei Motoren mehr einsetzen darf als man es bei Ducati, Honda, Suzuki und Yamaha dürfen. Allerdings gibt es im Gegenzug eine Regeländerung, die KTM entgegenkommen sollte. Derweil liegt Aprilia noch ein Stück zurück.

Pit Beirer: Aprilia ist nicht KTMs MotoGP-Motivation

Wie beurteilt man das aktuelle Kräfteverhältnis KTM vs. Aprilia im KTM-Lager, das Smith vor eineinhalb Jahren verlassen hat? "Nun, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich niemals gesagt habe, dass wir hier mitfahren, um Aprilia etwas zu beweisen", sagt KTM-Motorsportchef Pit Beirer auf Nachfrage.

Vielmehr hat Beirer "zwei Kennzahlen, von denen das gesamte Team weiß, dass sie mich interessieren. Das ist zum einen im Qualifying der Zeitunterschied zum Schnellsten und das ist zum anderen im Rennen der Abstand in vollen Sekunden zum Sieger. Das ist die zwei Zahlen, auf die ich immer schaue. Darum geht es mir und nicht um andere Hersteller".

Pit Beirer

Pit Beirer erklärt, worum es ihm und KTM mit dem MotoGP-Projekt geht

Foto: Motorsport Images

"Wenn man einmal in der MotoGP-Klasse angelangt ist", so der KTM-Motorsportchef weiter, "gibt es ohnehin kein schlechtes Bike und keinen schlechten Fahrer. Es ist einfach die höchste Stufe im Motorradrennsport. Deshalb will ich gar nicht über andere Marken und ihre Arbeit sprechen. Jeder, der in der MotoGP-Klasse arbeitet, leistet Außergewöhnliches. Wir sind einfach glücklich, ein Teil dieser Show zu sein".

Einen Absatz zu den anderen Herstellern hat Beirer dann aber doch noch auf Lager: "Sie alle haben uns freundlich in diesem Paddock aufgenommen. Natürlich wollen sie nicht, dass wir sie schlagen. Das ist ja klar. Aber deshalb fahren wir ja Rennen. Unsere Motivation ist es nicht, sagen zu können, dass wir einen bestimmten Hersteller geschlagen haben. Wir wollen Rennen gewinnen, weil wir einfach gerne Motorradrennen fahren. Und wenn du mal ein Rennen gewonnen hast, dann hast du zwangsläufig ziemlich viele andere geschlagen. Eine andere Motivation gibt es da nicht."

Weiterer Co-Autor: Gerald Dirnbeck. Mit Bildmaterial von KTM.

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