Ezpeleta zur MotoGP-Zukunft: "Wir werden sicher eine Einigung erzielen"
Die MotoGP im Wandel: Neue Investoren, volle Kalender und offene Vertragsfragen prägen die Zukunft der Serie - Doch Carmelo Ezpeleta zeigt sich optimistisch
MotoGP-Boss Carmelo Ezpeleta sieht die MotoGP weiter wachsen
Foto: LAT Images
Die MotoGP treibt ihre Zukunftsplanung weiter voran, auch wenn zentrale Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind. Bei der Präsentation des Katalonien-Grand-Prix in Barcelona sprach Serienchef Carmelo Ezpeleta über Fortschritte, offene Baustellen und die Perspektiven der Königsklasse.
Im historischen Gebäude des Hospital de Sant Pau wurde am Dienstag die 35. Ausgabe des Katalonien-Grand-Prix vorgestellt, der vom 15. bis 17. Mai ausgetragen wird.
Miquel Samper, Wirtschafts- und Arbeitsminister der Region Katalonien sowie Präsident des Circuit de Barcelona-Catalunya, betonte die langfristige Bedeutung der Motorsportveranstaltung. Der aktuelle Vertrag mit der MotoGP läuft bis 2031 und soll nach seinem Willen darüber hinaus verlängert werden.
Um konkurrenzfähig zu bleiben, investiert die Strecke weiter in ihre Infrastruktur. Für rund eine Million Euro wurde das medizinische Zentrum vollständig modernisiert. Zudem wird in diesem Jahr erstmals ein sogenanntes "Fan Fest" veranstaltet.
Dieses bringt die Atmosphäre der Rennstrecke mitten ins Zentrum Barcelonas auf die Placa de Catalunya, inklusive Paddock-Elementen, Boxengasse und Auftritten von Fahrern.
Ezpeleta nutzte die Bühne, um die enge Verbindung zwischen der MotoGP (heute firmierend als MGP Entertainment Group) und Barcelona zu unterstreichen: "Als wir 1992 die Weltmeisterschaft übernahmen, waren alle Mitarbeiter Katalanen, und viele sind es noch heute. Wir hatten immer die Unterstützung der Strecke."
"Ich habe immer gesagt, dass in der Formel 1 Englisch gesprochen wird und in der MotoGP Katalanisch", ergänzt er und bezeichnete Barcelona als "Wiege" des Motorradsports.
Noch kein neuer Deal mit den Herstellern
Sportlich und wirtschaftlich hat sich die MotoGP zuletzt deutlich verändert. "Es hat sich sehr viel verändert", bestätigte Ezpeleta. Vor allem die endgültige Genehmigung der Übernahme durch Liberty Media habe neue Dynamik gebracht.
"Von außen wird man das nach und nach sehen, aber das Unternehmen befindet sich im Wandel und die Aussichten sind sehr gut", so Ezpeleta. Das Interesse an der Serie wachse spürbar: "Es gibt ein enormes Interesse an der MotoGP, insbesondere von vielen Investoren und Menschen, die Teil der Teams werden wollen."
Auch auf Veranstalterseite sei die Nachfrage groß. "Wenn wir 27 Grands Prix austragen könnten, gäbe es Städte, die daran interessiert wären", weiß der MotoGP-Manager.
Weniger Fortschritte gibt es dagegen bei den Verhandlungen über das neue Regel- und Geschäftsmodell für den Zeitraum 2027 bis 2031. Die Gespräche mit den Herstellern dauern bereits rund ein Jahr an. Ezpeleta bleibt dennoch gelassen und erklärt die Verzögerung mit der Komplexität der Änderungen.
"Der Vorschlag für die Zukunft ist anders als das, was es bisher gab, und all diese Veränderungen brauchen Zeit für Verhandlungen." Dabei wertet er die intensive Diskussionen mit den in der MotoGP aktiven Herstellern sogar als positives Zeichen.
"Ich mag keine Leute, die nicht über Verträge streiten, denn wenn sie nicht streiten, bedeutet das, dass sie nicht die Absicht haben, sie einzuhalten. Und wir streiten über Verträge, um sie einzuhalten. Aber wir werden sicher eine Einigung erzielen."
Eine konkrete Frist für den Abschluss gibt es offiziell nicht. Dennoch machte Ezpeleta deutlich, dass die Grundlagen längst geschaffen seien: "Im nächsten Jahr im März beginnt die Saison, alle Hersteller haben die Motorräder bereits gebaut und alle Fahrer verpflichtet." Seine Botschaft: Die Planungen laufen auf Hochtouren.
Kalenderplanung wird immer schwieriger
Unklar ist hingegen noch, wo der Saisonauftakt 2027 stattfinden wird. Auf die Frage nach dem Austragungsort sagte Ezpeleta: "Nein, im Moment ist das nicht bekannt. Wir werden es sagen können, wenn es bestätigt ist, aber jetzt noch nicht."
Mit Blick auf neue Impulse im Eventbereich verwies der MotoGP-Boss auf die Zusammenarbeit mit den neuen Eigentümern von Liberty Media, betonte aber auch: "Liberty verlangt nichts von uns, was wir nicht auch selbst sagen. Aber sie haben die Erfahrung aus der Formel 1, und ihr Wissen ist sehr wichtig."
Das "Fan Fest" in Barcelona sei dabei nur der Anfang. "Barcelona wird der erste Ort sein. Es ist eine Idee, die wir nach und nach auch bei anderen Grands Prix umsetzen werden."
Ein Dauerbrenner bleibt zudem die Frage nach der Zukunft der vier Spanien-Rennen im aktuellen MotoGP-Kalender. Ezpeleta dämpfte die Erwartungen: "Das wird schwierig sein, in Zukunft wird es schwierig sein." Angesichts der Begrenzung auf maximal 22 Rennen sei die diese Konstellation kaum dauerhaft haltbar.
"Wir können aufgrund von Vereinbarungen mit den Teams nicht mehr als 22 Rennen haben, daher wird es sehr schwierig sein, vier in Spanien zu behalten." Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich die MotoGP-Führung optimistisch und setzt auf Wachstum, neue Märkte und ein weiterentwickeltes Event-Erlebnis.
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.