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Fahrerbeben bei Yamaha: Quartararo äußert Zweifel an Strategie

Yamaha baut sein Werksteam für 2027 offenbar radikal um und setzt auf Ai Ogura und Jorge Martin - Wie Fabio Quartararo die Fahrerwahl bewertet

Fahrerbeben bei Yamaha: Quartararo äußert Zweifel an Strategie

Fabio Quartararo hält sich bezüglich Yamahas Fahrerwahl bedeckt

Foto: Getty Getty

Yamaha stellt sich für die MotoGP 2027 völlig neu auf. Nachdem man Fabio Quartararo nicht hat halten können, wurde zuletzt auch das Aus von Alex Rins im Werksteam der Japaner publik. An seine Stelle soll Ai Ogura rücken, der neben Jorge Martin das Gespann für die neue Regelära bilden wird.

Offiziell bestätigt ist der Deal mit beiden zwar noch nicht, doch intern gelten die Weichen als gestellt. Während Quartararo sich öffentlich auffallend distanziert zu den Personalentscheidungen seines (Noch-)Arbeitgebers äußert, gibt es aus dem Umfeld von Ogura bereits deutlich klarere Signale zu vernehmen.

Trackhouse will vorerst keinen Rookie mehr

Trackhouse-Teamchef Davide Brivio bestätigte dessen Abgang zum Ende der Saison gegenüber Sky am letzten Rennwochenende in Jerez und zeigte Verständnis: "Ein bisschen schade ist es schon, aber jeder trifft seine eigenen Entscheidungen."

Man habe bei der Verpflichtung Oguras bereits einkalkuliert, dass er sich nach zwei Jahren im Trackhouse-Team nach einer Werkschance umsehen könnte. "Das gehört zum Geschäft", so Brivio, der bereits ankündigte, nach einer Alternative zu suchen.

Dabei deutet vieles auf einen Strategiewechsel bei Trackhouse hin. Brivio machte klar, dass man eher auf Routine setzen will: "Ich denke ja", antwortete er auf die Frage nach einem erfahrenen Ersatz für Ogura. "Ich glaube nicht, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, in einen Rookie zu investieren", meint der Teamchef.

"Wir denken, dass erfahrene Fahrer uns helfen können, das Potenzial des Motorrads besser auszuschöpfen." Eine klare Abkehr von der bisherigen Nachwuchsstrategie.

Quartararo stärkt Rins indirekt den Rücken

Im Yamaha-Lager selbst bleibt die Kommunikation hingegen zurückhaltend, insbesondere bei Quartararo. Der Weltmeister von 2021 wollte sich, angesprochen auf die neuesten Entwicklungen, nicht in interne Entscheidungsprozesse einmischen.

"Ich glaube, es geht nicht darum, ob jemand außen vor bleibt oder nicht", sagt der Franzose auf die Frage, ob die Entscheidung seitens Yamaha zu früh getroffen wurde. "Ich möchte nicht wirklich darauf eingehen." Gleichzeitig betont er, dass nur wenige beurteilen könnten, wie konkurrenzfähig Yamaha aktuell sei.

"Es ist schwierig, Resultate zu beurteilen, wenn man unser Motorrad mit den anderen vergleicht", so Quartararo. "Im vergangenen Jahr haben wir ein paar Polepositions geholt, aber das Motorrad war nicht fantastisch." Daraus die richtigen Schlüsse für die Fahrerwahl zu ziehen, hält der 27-Jährige für problematisch.

"Wenn man für die Zukunft einen Fahrer auswählt und dabei nur auf die Ergebnisse schaut, die wir letztes Jahr hatten, dann ist das aus meiner Sicht nicht die richtige Entscheidung."

Damit ergreift Quartararo indirekt Partei für Teamkollege Rins, dessen Resultate aus seiner Sicht nicht viel über die tatsächliche Leistung aussagen, weil das Motorrad im Vorjahr nicht konkurrenzfähig genug war. Das gilt gleichermaßen für diese Saison, nach nur wenigen, dafür aber schwierigen Rennen mit dem neuen V4-Motorrad.

Gleichzeitig macht Quartararo deutlich, dass er selbst keinen Einfluss auf die Personalpolitik von Yamaha habe: "Ich habe Glück, dass ich nicht derjenige bin, der die Fahrer auswählt. Das ist ihr Problem." Deshalb will er auch zur möglichen Verpflichtung von Ogrua und Martin für 2027 keine große Bewertung abgeben.

Zwar erkenne er die Qualität beider an, doch letztlich spiele das für ihn keine Rolle: "Um ehrlich zu sein, es interessiert mich nicht. Es sind zwei gute Fahrer, aber das ist für mich nicht wichtig", so Quartararo, der 2027 zu Honda wechseln wird.

Und Ogura? Der Japaner hält sich erwartungsgemäß bedeckt. Auf Nachfrage, ob er zu den Gerüchten um seine Zukunft etwas sagen wolle, reagiert er klar und kurz: "Nein, nichts."

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