Fahrerpoker bei VR46: "Plan A ist Diggia", doch es gibt Alternativen
VR46 kämpft um den Verbleib von Fabio Di Giannantonio, doch der Italiener ist begehrt - Über welche Alternativen Teamdirektor Uccio Salucci nachdenkt
Fabio Di Giannantonio hat auf dem Fahrermarkt 2027 sehr gefragt
Foto: AFP
VR46-Ducati setzt alles daran, Fabio Di Giannantonio über die laufende MotoGP-Saison hinaus im Team zu halten. Für Teamdirektor Alessio "Uccio" Salucci ist klar: Der Italiener bleibt die oberste Priorität, auch wenn man sich - für den Fall der Fälle - intern bereits mit Alternativen beschäftigt.
Nach einem starken Saisonstart hat sich Di Giannantonio ins Blickfeld mehrerer Teams gefahren. Der 26-Jährige bestätigte selbst, dass das Interesse groß sei.
"Wir machen auf der Strecke wirklich gute Arbeit, und das wirkt sich natürlich auf die Zukunft aus. Viele Teams wollen mich auf ihrer Seite haben. Das ist großartig, denn es bedeutet, dass man gute Arbeit leistet. Es ist noch alles offen, ehrlich gesagt, aber ich freue mich über das Interesse", verriet der Italiener zuletzt.
Salucci: "Er hat für uns Priorität"
Bei VR46 will man den aktuellen Aufwärtstrend unbedingt gemeinsam fortsetzen. Salucci erinnert im Gespräch mit Motorsport.com Italien, einer Partnerseite von Motorsport-Total.com, daran, dass das Team schon früh an Di Giannantonio geglaubt habe.
"Ich erinnere mich, als wir ihn vor zwei Jahren verpflichtet haben. Da gab es kaum Interesse an ihm. Wir haben an ihn geglaubt, und jetzt ist er heiß begehrt, was großartig ist."
Gleichzeitig erschwert genau diese Entwicklung die Vertragsverhandlungen. "Auf der anderen Seite macht es die Dinge komplizierter. Er hat für uns Priorität, und wir versuchen, ein Angebot zu schnüren, das dem heutigen Di Giannantonio gerecht wird, sowohl technisch als auch finanziell. Wir hoffen, dass es klappt und er sich entscheidet, die nächsten Jahre bei uns zu bleiben", sagt der Teamdirektor.
Klar ist: Di Giannantonio ist "Plan A" für die kommende Saison, in der er voraussichtlich an der Seite von Fermin Aldeguer fahren soll. Dessen Wechsel zu VR46 für 2027 gilt als offenes Geheimnis und steht kurz vor der offiziellen Bestätigung.
Diese Fahrer kommen noch in Frage
Dennoch bereitet sich das Team auf alle Szenarien vor. Sollte Di Giannantonio gehen - Gerüchten zufolge könnte es KTM werden -, hat VR46 mehrere Optionen in der Hinterhand.
"Alles ist möglich. Wir haben einen Plan B, C und D. Wie gesagt, Diggia ist unsere Priorität, und es würde mich enttäuschen, zu Plan B übergehen zu müssen, aber in diesem Sport braucht man immer Alternativen", weiß Salucci. Zu den möglichen Kandidaten zählt Franco Morbidelli, der aktuell mit Formschwankungen kämpft.
Auch Luca Marini ist eine Option, abhängig von seiner Zukunft bei Honda. Darüber hinaus nennt Salucci weitere Namen: "Ich mag Celestino Vietti, er liegt mir am Herzen. Und warum nicht auch Nicolo Bulega? Es gibt viele Optionen, die wir offenhalten."
Die aktuelle Phase bezeichnet Salucci als entscheidend für die langfristige Ausrichtung des Teams: "Es ist eine spannende, aber auch heikle Phase. Wir arbeiten hart, weil die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, die kommenden Jahre beeinflussen werden. Wir hoffen, die richtige Wahl zu treffen - und, dass Diggia bleibt."
Aldeguer: Klappt der Wechsel jetzt?
Parallel treibt VR46 die Verpflichtung von Aldeguer voran. Der junge Spanier, derzeit für Gresini-Ducati unterwegs, steht bei Salucci hoch im Kurs: "Für mich ist er ein Top-Fahrer."
"Er hat schon gewonnen, ist jung und hat viele Qualitäten. Er ist noch nicht bei uns, aber ich hoffe, wir können den Deal in den nächsten Wochen abschließen. Wir wollen ihn unbedingt." Dabei ist es nicht das erste Mal, dass VR46 sich um ihn bemüht.

Wechselt Aldeguer vom einen ins andere Ducati-Satellitenteam?
Foto: Getty Images Europe
Ein früherer Versuch, Aldeguer zu verpflichten, scheiterte an dessen damaliger Moto2-Situation: "Wir haben es schon früher versucht, aber er war bei einem Moto2-Team und wir wollten keine Probleme verursachen. Also haben wir gewartet, in der Hoffnung, ihn später zu verpflichten, und hoffentlich passiert genau das."
Ein anderes Wunschziel konnte VR46 hingegen nicht realisieren: Pedro Acosta. Trotz intensiver Bemühungen, auch von Teamchef Valentino Rossi persönlich, kam ein Wechsel nicht zustande. Acosta entschied sich stattdessen für das Ducati-Werksteam.
Salucci zeigt sich darüber offen enttäuscht: "Das bedaure ich. [Acosta] und Fermin gehören zu den talentiertesten jungen Fahrern. Sie sind die Zukunft der MotoGP. Wir hätten Pedro sehr gerne bei uns gehabt, aber es gab Verträge und eine komplizierte Situation um ihn herum. Am Ende hat es einfach nicht geklappt."
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