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Formel-1-Kurs in Madrid für MotoGP keine Option: "Nicht geeignet"

Die MotoGP plant trotz des Adelaide-Projekts keine Flut von Stadtkursen und auch der Madring in Madrid ist laut Carlos Ezpeleta aktuell keine Option

Formel-1-Kurs in Madrid für MotoGP keine Option: "Nicht geeignet"

Die Formel 1 gastiert am Wochenende zum ersten Mal auf dem neuen Madring

Foto: Ferrari Ferrari

Die MotoGP wird vorerst nicht auf dem neuen Madring in Madrid fahren. Carlos Ezpeleta, stellvertretender CEO der MotoGP Sports Entertainment Group (MSEG), stellt klar, dass der neue Formel-1-Kurs in seiner aktuellen Form nicht für die Motorrad-Weltmeisterschaft infrage kommt.

Die Formel 1 wird dort erstmals in dieser Woche gastieren. Der Kurs ersetzt den Circuit de Barcelona-Catalunya als Austragungsort des Spanien-Grand-Prix.

Spekulationen darüber, dass die MotoGP folgen könnte, erteilt jedoch eine klare Absage. "Der Madring wäre für die MotoGP nicht geeignet", sagt der Spanier. Gleichzeitig schließt der MotoGP-Manager eine Anpassung des Kurses nicht grundsätzlich aus.

Entscheidend seien die Anforderungen des Motorradrennsports, insbesondere mit Blick auf die Sicherheit. "Ob sie Änderungen vornehmen müssten oder nicht, möglicherweise wäre es machbar. Aber der Madring und die Strecke in Adelaide sind völlig unterschiedlich", zieht er den Vergleich zum neuen MotoGP-Stadtkurs.

Adelaide soll zunächst ein Einzelprojekt bleiben

Adelaide, das ab 2027 als neuer Austragungsort des Grands Prix von Australien fungieren wird, ist für die MotoGP ein Experiment mit großer strategischer Bedeutung.

Der Kurs befindet sich innerhalb der Stadt, soll aber gleichzeitig die für Motorräder notwendigen Sicherheitsstandards erfüllen. Unter anderem sind umfangreiche Auslaufzonen und Kiesbetten vorgesehen. Das Projekt gilt als eines der ambitioniertesten Vorhaben der MotoGP in den vergangenen Jahren.

Ob das Konzept anschließend auf weitere Städte übertragen werden könnte, lässt Ezpeleta jedoch offen. Zunächst müsse Adelaide erfolgreich umgesetzt werden: "Ich denke, dass es im Moment wichtig ist, dass Adelaide gut funktioniert", sagt er.

"In den kommenden Monaten liegt noch eine Menge wichtiger Arbeit vor uns, um sicherzustellen, dass es ein Erfolg wird. Wir sind vollkommen davon überzeugt, dass dies der Fall sein wird." Die MotoGP sieht in dem Projekt eine wichtige Lernphase, "denn es wird das erste Mal sein, dass wir so etwas durchführen", betont der stellvertretende CEO. "Wir müssen Millionen Kubikmeter Kies aufbringen."

Sollte das Konzept funktionieren, will die MotoGP die gesammelten Erfahrungen auch anderen potenziellen Veranstaltern präsentieren. "Wir werden ein Erlebnis schaffen, das wir anschließend, sofern Interesse besteht, auch anderen Grand-Prix-Veranstaltern präsentieren können", kündigt Ezpeleta an.

Kurzfristig erwartet er aber keine weitere Ausweitung dieses Konzepts. "Im Moment konzentriert sich unser Fokus bei dieser Art von Rennstrecke ausschließlich auf Adelaide."

Und weiter: "Wir gehen nicht davon aus, dass kurzfristig etwas Vergleichbares in den Kalender aufgenommen wird. Aber natürlich eröffnet dies für die Zukunft ein entsprechendes Potenzial." Doch auch wenn Adelaide ein Erfolg wird, wolle die MotoGP ihren Rennkalender künftig nicht mit Stadtkursen füllen.

Keine Flut an Stadtkursen im Rennkalender

Auf die Frage, ob eine größere Zahl solcher Veranstaltungen in naher Zukunft geplant sei, stellt Ezpeleta zunächst klar: "Der Begriff 'füllen' ist zu weit gefasst. Für uns ist es von entscheidender Bedeutung, dass dieser Grand Prix gut funktioniert."

Er sieht in Adelaide vor allem eine Möglichkeit, die MotoGP einem neuen Publikum zugänglich zu machen. Gerade die Lage mitten in der Stadt könne einen Unterschied machen. "Wir glauben, dass er einen enormen Mehrwert für die Stadt Adelaide, die Gemeinschaft in South Australia und die MotoGP schaffen kann."

Der entscheidende Vorteil liegt für Ezpeleta darin, dass die Zuschauer MotoGP unmittelbar im Stadtzentrum erleben könnten. "Wir glauben, dass wir viele neue Fans gewinnen werden, wenn die Menschen im Stadtzentrum die MotoGP aus unmittelbarer Nähe erleben können", erklärt er die Vorzüge des Stadtkurses. "Aber das Erlebnis selbst wird etwas sein, das andere Städte nachahmen wollen."

Umsetzung in anderen Städten schwierig

Gleichzeitig warnt Ezpeleta davor, aus Adelaide ein allgemeingültiges Modell für die MotoGP zu machen. Die Voraussetzungen seien in anderen Städten nur schwer reproduzierbar.

"Natürlich wird es in vielen Städten auf der Welt nicht möglich sein, eine MotoGP-Rennstrecke wie die in Adelaide zu bauen. Das ist ein äußerst kompliziertes Unterfangen." Eine massive Ausweitung solcher Kurse hält er deshalb für ausgeschlossen.

"Wir gehen nicht davon aus, dass dies dazu führen wird, dass künftig ein Drittel oder ein Viertel des MotoGP-Kalenders auf diese Weise organisiert wird." Gleichwohl bestätigt Ezpeleta, dass es dennoch Interesse von anderen Veranstaltern gebe.

"Wir erhalten Anfragen von anderen Rennstrecken. Uns ist bewusst, dass wir unsere Ambitionen mit dem Machbaren in Einklang bringen müssen. " Damit verfolgt die MotoGP einen Mittelweg: neue Veranstaltungsformen und Märkte erschließen, ohne den Kalender mit kurzfristig realisierten Stadtkursen zu überladen.

Adelaide steht vor großer Bewährungsprobe

Die nächsten Monate werden deshalb zunächst ganz im Zeichen der Vorbereitung des Australien-Grand-Prix stehen. Der Wechsel von Phillip Island nach Adelaide ist für die MotoGP ohnehin ein großer Schritt. Der neue Kurs soll nach umfangreichen Anpassungen die notwendigen Sicherheitsanforderungen erfüllen und gleichzeitig ein völlig anderes Veranstaltungserlebnis ermöglichen.

Ezpeleta betont deshalb, dass die Einführung neuer Strecken nicht beliebig beschleunigt werden könne: "Solche Dinge brauchen Zeit. Es gibt bereits einen Plan für neue Rennstrecken, die in die WM aufgenommen werden sollen, und es ist nicht möglich, jedes Jahr drei oder vier neue Strecken ihr Debüt feiern zu lassen."

Adelaide sei eine besondere Herausforderung und müsse zunächst beweisen, dass es in der Praxis funktioniert. "Wie gesagt, es gibt Anfragen von anderen Rennstrecken, aber im Moment muss Adelaide erfolgreich sein", fasst Ezpeleta zusammen.

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