Formel 1: Marc Marquez scherzt über Besuch im Cockpit von Audi
Marc Marquez blickt nach Ungarn wieder optimistischer nach vorne - Wie er seine Fitness, den Titelkampf und die aufstrebende MotoGP-Generation einschätzt
In Ungarn feierte Marc Marquez zuletzt seinen ersten Sonntagssieg 2026
Foto: NurPhoto NurPhoto
Während die Formel 1 am vergangenen Wochenende beim Grand Prix von Barcelona in Katalonien gastierte, sorgte auch ein prominenter Besucher aus der MotoGP für Aufmerksamkeit: Marc Marquez nutzte die Rennpause für einen Abstecher ins Fahrerlager und stattete dem Audi-Team einen Besuch ab.
Der neunmalige Motorrad-Weltmeister nahm sogar im Audi R26 Platz, auch wenn der Ausflug ins Cockpit eher humorvoll endete. "Der Sitz war für jemanden mit 1,90 Meter gemacht, deshalb habe ich gar nichts gesehen", scherzt der Spanier bei Sky.
Sportlich befindet sich Marquez derzeit in einer deutlich besseren Stimmung als noch vor wenigen Wochen. Nach seinem jüngsten Erfolg in Ungarn spricht der Ducati-Pilot von neuer Energie und positiven Gefühlen, die ihm der Sieg zurückgegeben habe.
Marquez: "Suche meine eigenen 100 Prozent"
"Ich fühle mich gut, besser als am letzten Rennwochenende davor", erklärt Marquez. "Natürlich tut es dem Körper gut, dieses Gefühl des Siegens wieder zu erleben."
Trotz der jüngsten Erfolgserlebnisse sieht der Spanier seinen körperlichen Zustand jedoch noch nicht am Limit. Nach den schweren Verletzungen und Rückschlägen der vergangenen Jahre bleibt die vollständige Rückkehr zu alter Stärke ein Prozess. Eine konkrete Prozentzahl will Marquez deshalb nicht nennen.
"Jeden Tag muss ich meine eigenen 100 Prozent suchen", sagt der Spanier. "Es spielt keine Rolle, ob mein aktuelles Niveau bei 60 oder 70 Prozent liegt. Ich muss versuchen, das Maximum aus dem herauszuholen, was ich im Moment habe."
Die kommenden Wochen betrachtet der amtierende Weltmeister mit Vorsicht. Nach seiner Einschätzung stehen mit Brünn und Assen zunächst zwei schwierige Rennwochenenden bevor, ehe es nach dem Sachsenring in die Sommerpause geht - eine Möglichkeit bietet, weiter an seiner körperlichen Verfassung zu arbeiten. "Dort werden wir versuchen, noch einmal einen Schritt nach vorne zu machen."
Titelkampf? Marquez bleibt zurückhaltend
Auf die Frage, ob er im Titelkampf noch an seine Chancen glaube, zeigt sich Marquez gewohnt kämpferisch, gleichzeitig aber realistisch. Für ihn sei es selbstverständlich, auf der Strecke immer alles zu geben, unabhängig von den äußeren Umständen.
"Vom ersten bis zum letzten Rennen versuche ich immer, 100 Prozent zu geben", betont der 33-Jährige. "Dann wird man sehen, was passiert. Im Motorsport kann alles passieren."
Für eine echte Angriffshaltung im Titelkampf sei es allerdings noch zu früh. Zunächst müsse er verstehen, wie sich seine sportliche und vor allem körperliche Zukunft entwickle. Erst dann könne er einschätzen, welche Ziele realistisch seien.
Acosta und Aldeguer: Neue Generation klopft an
Im aktuellen Starterfeld zählt Marquez zu den dienstältesten Fahrern und die nächste Generation steht schon bereit. Während die Formel 1 von den Leistungen eines jungen Kimi Antonelli begeistert ist, erlebt die MotoGP mit Talenten wie Pedro Acosta und Fermin Aldeguer einen ähnlichen Generationswechsel.

Mit Pedro Acosta duellierte sich Marquez in dieser Saison nicht nur einmal
Foto: Getty Images Europe
Marquez begegnet dieser Entwicklung bemerkenswert gelassen. Statt sich gegen die neue Konkurrenz zu stemmen, sieht er darin einen natürlichen Prozess im Spitzensport.
"Manchmal ist es besser, das einfach zu akzeptieren", sagt er. "Da kommen Fahrer wie Acosta oder Aldeguer, die zehn oder zwölf Jahre jünger sind. Sie bringen eine andere Aggressivität, eine andere Energie mit. Das ist der natürliche Weg eines Athleten."
Der Spanier weiß aus eigener Erfahrung, wie sich die Machtverhältnisse im Paddock verschieben. Schließlich war er selbst einst der junge Herausforderer, der die etablierte Generation unter Druck setzte. Dennoch will er den Nachwuchs nicht kampflos vorbeiziehen lassen. "Wir werden versuchen, noch ein bisschen härter zu arbeiten, um es diesen jungen Fahrern weiterhin schwer zu machen", versichert er.
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