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Francesco Bagnaia: Ducati-Werksteam ist "größte Herausforderung" seines Lebens

Francesco Bagnaia spricht über den Druck und die Verantwortung, die er im Ducati-Werksteam hat - Ein Traum wird wahr - Sein vorrangiges Ziel ist sein erster Sieg

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Francesco Bagnaia: Ducati-Werksteam ist "größte Herausforderung" seines Lebens

Nach zwei Jahren im Pramac-Team hat Francesco Bagnaia den Aufstieg ins Ducati-Werksteam geschafft. 29 MotoGP-Rennen hat der Moto2-Weltmeister von 2018 bisher bestritten. Ein zweiter Platz in Misano 2020 war bisher sein bestes Ergebnis. Als Italiener für ein italienisches Werksteam zu fahren, ist etwas ganz Besonderes, aber Bagnaia ist sich auch der großen Herausforderung bewusst.

"Für mich wird ein Traum wahr. Als sie mir gesagt haben, dass ich diese Farben tragen darf, war es ein sehr emotionaler Moment", sagt Bagnaia. "Ich bin im Werksteam! Ducati ist das Team, in das ich immer kommen wollte. Schon als Kind habe ich davon geträumt."

"Es ist aber auch definitiv die wichtigste Herausforderung meines Lebens. Viele Leute haben es bei Ducati probiert, aber nur einer hat es geschafft", spricht er Casey Stoners WM-Titel im Jahr 2007 an. Weder Valentino Rossi noch Jorge Lorenzo konnten Stoners Erfolge wiederholen.

"Es wird nicht einfach, von Dovizioso zu übernehmen. Aber es ist auch nicht einfach, von Petrucci zu übernehmen, weil sie beide gute Arbeit geleistet haben. Es ist eine große Verantwortung, weil 'Dovi' drei Jahre hintereinander Vizeweltmeister war. Einmal hätte er fast gewonnen."

"Positiver Druck" des Ducati-Managements

"Es wird bestimmt sehr schwierig, aber ich bin hier", sagt Bagnaia. "Wir haben alle Karten, um zu beweisen, dass wir das schnellste Motorrad haben." Mit Bagnaia und Jack Miller läutet Ducati eine neue Ära ein und setzt auf junge Fahrer.

Das Management spricht beiden das Vertrauen aus und traut beiden zu, die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Wird von den Verantwortlichen zu früh zu viel Druck aufgebaut? "Ich finde, es ist positiver Druck", antwortet Bagnaia, der weiterhin Teil der VR46-Akademie ist, auf diese Frage.

Francesco Bagnaia, Ducati Team

Francesco Bagnaia, Ducati Team

Foto: Ducati Corse

"Das erwartet man von einem guten Fahrer. Von einem Werksfahrer darf man nicht erwarten, dass er Fünfter, Sechster wird, oder auf ein gutes Rennen drei schlechte folgen. Dieses Ziel ist wichtig, um den Weltmeistertitel zu gewinnen."

"Zunächst möchte ich es aber so machen wie 2018, als ich in mein zweites Moto2-Jahr gegangen bin. Ich will mein erstes Rennen gewinnen und erst dann an Größeres denken. Jack und ich wissen, dass wir im Werksteam große Verantwortung in Bezug auf Entwicklung und Ergebnisse haben."

Keine Sorgen vor internen Spannungen

In den vergangenen Jahren gab es bei Ducati aber auch viele Spannungen. Jorge Lorenzo wurde vergrault, als er konkurrenzfähig wurde. Zwischen Dovizioso und dem Management gab es Meinungsverschiedenheiten und kein harmonisches Verhältnis mehr.

Petrucci wurde im Vorjahr schon vor dem ersten Rennen mitgeteilt, dass er 2021 keinen Platz mehr hat. Macht sich Bagnaia deshalb Sorgen? "Ehrlich gesagt, ich habe mich bei Ducati immer gut gefühlt. Solange es nicht mit mir passiert, mache ich mir keine Sorgen."

Jack Miller, Francesco Bagnaia

Zwei Jahre fuhr Francesco Bagnaia für das Pramac-Team

Foto: Ducati

"Ich habe keine Befürchtungen, infrage gestellt zu werden. Auch die Leute, mit denen ich in engem Kontakt stehe, haben mir nie dieses Gefühl gegeben. Das Verhältnis ist sehr gut. Ich komme mit allen klar."

"Ich glaube nicht, dass es passieren wird. Außer ich bin ständig 15., aber dann muss ich natürlich selbst der Erste sein, der mich hinterfragt", meint Bagnaia. Klar ist, dass von ihm Ergebnisse verlangt werden. 2020 blieb er im Herbst deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Mehr Mitspracherecht bei Entwicklung

Auch in die technischen Weiterentwicklung wird der 24-Jährige stärker eingebunden sein. "Jeder Fahrer hat bei Ducati eine Stimme bezüglich der Entwicklung. Das ist eine großartige Sache", sagt er zu diesem Thema. "Das Gefühl mit Gigi und den Ingenieuren war schon sehr wichtig für mich."

"Als Werksfahrer hat man natürlich noch mehr Mitspracherecht. Ich möchte bestmöglich arbeiten. Was gut für mich ist, ist auch gut für Jack. Das macht es auch für Ducati einfacher. Unsere Fahrstile sind aber anders. Ducati kann dadurch verstehen, was sie tun müssen."

Nach einer durchwachsenen Rookie-Saison und einem ständigen Auf und Ab im Vorjahr muss Bagnaia nun im Ducati-Werksteam liefern. Schließlich sind die Italiener amtierende Konstrukteurs-Weltmeister.

"Wenn man im Werksteam ist, dann ist die Weltmeisterschaft immer das Ziel. Bevor ich aber daran denke, will ich mein erstes MotoGP-Rennen gewinnen", hält Bagnaia fest. "Das habe ich im Vorjahr verpasst. Ich will mein erstes Rennen gewinnen und konstant sein."

"Das hat mir in den vergangenen beiden Jahren gefehlt. In der Moto2 habe ich alle Rennen beendet und hatte keine Zweifel. In den vergangenen beiden Jahren habe ich viele Fehler gemacht. Ich will konkurrenzfähig und konstant sein - bei allen Bedingungen. Das muss ein Werksfahrer sein. Man muss immer in den Top 5 sein, selbst wenn man Probleme hat."

Mit Bildmaterial von Ducati.

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