Francesco Guidotti erklärt: Warum er von Pramac-Ducati zu KTM wechselt

Bei Pramac-Ducati stellten sich erste große Erfolge ein - Trotzdem verlässt Francesco Guidotti das Team und kehrt als Teammanager zu KTM zurück - Seine Beweggründe

Francesco Guidotti erklärt: Warum er von Pramac-Ducati zu KTM wechselt
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Francesco Guidotti übernimmt bei KTM die Leitung des MotoGP-Teams. Der 49-jährige Italiener tritt die Nachfolge von Mike Leitner an und ist neuer Teammanager. Seit 2012 hatte Guidotti im Pramac-Team diese Rolle inne. In der abgelaufenen Saison eroberte das Satellitenteam von Ducati den ersten MotoGP-Sieg.

Warum hat sich Guidotti ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt entschieden, Pramac zu verlassen und sich KTM anzuschließen? "Ich war immer ein Pramac-Mann", wird Guidotti von 'GPOne.com' zitiert. "Als ich meine Entscheidung [Paolo] Campinoti mitgeteilt habe, war er enttäuscht."

"Er hat das überhaupt nicht erwartet, weil das alles sehr schnell passiert ist. Aber Paolo hat sofort festgehalten, dass sich an unserem persönlichen Verhältnis nichts ändern wird. Es gibt gegenseitige Hochachtung und Respekt, die weit über die Arbeit hinausgehen."

"Ich habe diese Entscheidung getroffen. Der Zeitpunkt war richtig. Manchmal muss man auch unangenehme Entscheidungen treffen", so Guidotti. Er war bereits zwischen 2006 und 2009 bei KTM Teammanager. Damals fuhr die österreichische Marke in der 125er- und 250er-Klasse.

Francesco Guidotti, Paolo Campinoti

Francesco Guidotti mit Pramac-Teamchef Paolo Campinoti

Foto: LAT

In den Jahren 2010 und 2011 war Guidotti in der Superbike-WM und arbeitete dort als Teammanager des Aprilia-Werksteams. 2010 wurde Aprilia erstmals mit Max Biaggi Superbike-Weltmeister. Nach zwei Jahren wechselte Guidotti zu Pramac in die MotoGP.

"Es hat nicht lange gedauert, ich habe mich innerhalb weniger Tage entschieden", sagt er zu seiner Rückkehr zu KTM. "Ich werde nicht zum ersten Mal mit einem Werksteam arbeiten. Es ist noch schwierig zu sagen, aber ich denke, ich habe viel Erfahrung, die helfen kann."

Ohne Concession-Vorteile musste sich KTM neu aufstellen

Ducati hat es geschafft, ein konkurrenzfähiges Paket zu schnüren. Neben dem Werksteam ist Pramac mit Jorge Martin und Johann Zarco ebenfalls gut aufgestellt. KTM hat nach den Erfolgen 2020 zwar zwei Rennen gewonnen, doch insgesamt gesehen ein schwierigeres Jahr gehabt.

"Mit nur fünf Jahren MotoGP-Erfahrung ist für sie potenziell jede Situation neu", meint Guidotti über KTM. "In den ersten vier Jahren hatten sie die Concession-Vorteile und es gab mehr Flexibilität. Nun haben sie sich in einer neuen, schwierigeren Situation befunden."

Jorge Martin, Francesco Guidotti

Mit Jorge Martin feierte Francesco Guidotti den ersten MotoGP-Sieg

Foto: Motorsport Images

Mit der Umstrukturierung hat KTM darauf reagiert. Neuer technischer Leiter ist Fabiano Sterlacchini, der die diversen Abteilungen koordiniert. Auch er kommt von der Ducati-Familie und bringt sehr viel Erfahrung mit.

Laut Guidotti ist es Zufall, dass mit ihm und Sterlacchini nun zwei Italiener in leitenden Funktionen bei KTM sind: "Fabiano ist jemand mit sehr viel Erfahrung und wird aus technischer Sicht eine große Hilfe sein. Auch ich werde meine Erfahrung einbringen."

"Dass wir beide Italiener sind, ist wahrscheinlich Zufall. Auch in den japanischen Teams gibt es viele Italiener. Wir sind vielleicht empfänglicher, um unerwartete Dinge zu managen, sind etwas fantasievoller und können improvisieren."

Dass KTM in der MotoGP einen eigenen Weg verfolgt und sich mit dem Stahlrahmen und den WP-Dämpfern von der Konkurrenz unterscheidet, ist für Guidotti auch ein wesentlicher Faktor: "Meiner Meinung nach ist das ein Test der Courage."

"Dass sie in fünf Jahren schon fünf Rennen gewonnen haben, ist eine Ehre für die Firma. Es ist eine dynamische Firma, die weiß, dass man Erfahrung, Entschlossenheit und Hingabe braucht. Für mich ist es sehr schön, ein Teil dieser Herausforderung zu werden."

Mit Bildmaterial von KTM.

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