Franco Morbidelli: Warum engagieren sich die MotoGP-Piloten kaum?

Abgesehen von den Kampagnen von MotoGP-Promoter Dorna zeigen nur wenige Fahrer Initiative: Franco Morbidelli kann nachvollziehen, warum das so ist

Franco Morbidelli: Warum engagieren sich die MotoGP-Piloten kaum?
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In der Formel 1 gilt Lewis Hamilton als Vorreiter, wenn es darum geht, auf soziale Missstände hinzuweisen. Kein anderer Fahrer engagiert sich so stark, um auf die Probleme abseits der Rennstrecken hinzuweisen. Aber auch Sebastian Vettel machte seine Position bezüglich umweltrelevanter Themen immer wieder deutlich. Warum zeigen die MotoGP-Fahrer so wenig Engagement, wenn es darum geht, auf Missstände hinzuweisen?

Yamaha-Werkspilot Franco Morbidelli kann gut nachvollziehen, warum seine Kollegen keine Projekte neben der MotoGP betreiben: "So ist es im Moment. Man braucht in der MotoGP sehr viel Kraft und ist auch mental sehr stark gefordert. Man muss sich in einer besonderen Situation befinden, um sich auch noch um andere Dinge kümmern zu können."

"In der MotoGP wird der Fahrer stark gefordert. Zudem gibt es große Risiken. Dafür braucht man einen klaren Kopf", nennt der MotoGP-Vizeweltmeister der Saison 2020 die Gründe für das ausbleibende Engagement seiner Kollegen.

Morbidelli selbst hatte in der Saison 2020 mit einem speziellen Helmdesign auf das Thema Rassismus hingewiesen (mehr Informationen zum Helm). Beim Heim-Grand-Prix in Misano fuhr der Italiener mit einem besonderen Design. "Ich wollte die Nachricht der Gleichberechtigung in verschiedenen Sprachen verbreiten", erklärt er.

Doch Aktionen wie diese sieht man im MotoGP-Paddock nicht allzu oft. "Die Dorna versucht, auf einige Probleme hinzuweisen", bemerkt Morbidelli. "Es gibt auch einige tolle Projekte, die außerhalb der MotoGP stattfinden."

Es sind aber nur selten die Fahrer, die solche Aktionen in Gang bringen. "Es stimmt, dass einige Fahrer keine Ambitionen zeigen für solche Dinge. Doch es ist nachvollziehbar, weil man sich voll und ganz auf den Rennsport konzentrieren muss. Ich verstehe den Sport und kann nachvollziehen, dass man sich schnell ablenken lassen kann", erklärt Morbidelli.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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