Geringer Grip in Misano beraubt Ducati seiner größten Stärken

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Geringer Grip in Misano beraubt Ducati seiner größten Stärken
Autor:
Co-Autor: Matteo Nugnes
13.09.2019, 16:54

Weil Traktion fehlt, verliert Ducati in Misano sowohl auf der Bremse als auch in der Beschleunigung - Danilo Petrucci und Andrea Dovizioso sind trotzdem zufrieden

Im Gesamtklassement kamen die Ducati-Werkspiloten Danilo Petrucci und Andrea Dovizioso am Trainingsfreitag in Misano nicht über die Plätze acht und zehn hinaus. Mit etwa einer Sekunde Rückstand auf die Spitze konnten beide das Tempo von Marc Marquez und den Yamahas nicht mitgehen zum Trainingsbericht.

"Wir wussten, dass wir zum Beispiel im Vergleich zu Silverstone, Österreich oder Mugello etwas mehr zu kämpfen haben werden. Aber ich bin mit dem heutigen Tag sehr zufrieden", sagt Petrucci. Eine Erklärung für den noch großen Rückstand sieht er in den Streckenbedingungen.

So hält der Ducati-Pilot fest: "Wir haben verstanden, dass es ein Problem mit dem Grip des Asphalts gibt, das wir versuchen zu lösen. Im Moment gibt es drei Fahrer, die besonders schnell sind, aber wir können kämpfen. Vielleicht nicht um den Sieg oder das Podium, aber ich muss sagen, dass wir nicht so weit weg sind, wie es aussieht."

Petrucci: Yamaha beim Kurvenspeed im Vorteil

Vor allem Yamaha konnte mit allen vier Bikes in den Top 5 am Freitag überzeugen. "Sie waren auch schon den ganzen Test über schnell", blickt Petrucci auf den jüngsten MotoGP-Test in Misano zurück und erklärt: "Wenn es viel Grip gibt, sind wir sehr schnell, weil wir hart bremsen und hart beschleunigen können."

Dieser Vorteil geht bei niedrigen Gripverhältnissen verloren. Auf Yamaha angesprochen konstatiert der Italiener: "Sie sind auf der Geraden vielleicht etwas langsamer, aber dafür sehr schnell in den Kurven. Uns hingegen fehlt es im Moment an Kurvengeschwindigkeit. Yamaha ist in diesem Bereich schon immer sehr stark."

Teamkollege Dovizioso analysiert die Situation ähnlich. "Der Grip ist geringer und man kann die Traktion nicht nutzen wie sonst", sagt er. "Darunter leidet die Beschleunigung, die eigentlich unsere Stärke ist. Wir sind nicht in der Lage, so wie im vergangenen Jahr zu fahren."

Silverstone-Crash für "Dovi" kein Thema mehr

Denn dieses Mal sei der Grip noch geringer als damals. Das führe zu vielen Rutschern am Vorderrad, das auch häufiger blockiere, erklärt Dovizioso weiter. "Die Situation ist für jeden gleich, aber unser Motorrad funktioniert auf eine andere Weise. Deshalb haben wir unter diesen Umstände ein wenig mehr zu kämpfen als die anderen."

Andrea Dovizioso

Andrea Dovizioso ist nach seinem Sturz in Silverstone wieder vollkommen fit

Foto: LAT

Zudem habe sich die Konkurrenz im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. "Und so kommt es zu dieser Situation, aber wir arbeiten daran und habe uns heute schon sehr gesteigert", hält der Ducati-Pilot fest. Sein schwerer Sturz in Silverstone, als ihn Fabio Quartararo vom Motorrad riss, tangiere ihn nicht mehr, versichert er.

"Damit hatte ich heute kein Problem. Bereits beim Test war alles in Ordnung, sodass wir diesen normal durchführen konnten, was wichtig war. Auch wenn wir mehr zu kämpfen haben als im vergangenen Jahr, bin ich glücklich, weil sich mein Gefühl während der beiden Trainings auf dem Motorrad deutlich verbessert hat."

Dovizioso glaubt: Bei Rennpace nicht weit weg

Zwar könne man das Tempo der schnellsten Fahrer noch nicht mitgehen, "aber die Lücke kann enger werden", ist Dovizioso überzeugt. "Wir werden morgen sehen, ob wir das Gefühl noch weiter verbessern können, denn was die Rennpace betrifft, sind wir nicht allzu weit weg."

Im Detail heißt das: "Der Rückstand im Renntempo beträgt etwa fünf Zehntel. Auf die schnellste Runde gesehen sind wir eine Sekunde langsamer als die Spitze. Das ist ein großer Abstand, aber auch ganz normal, wenn man kein besonderes Gefühl hat und sein Potenzial gerade auf frischen Reifen noch nicht ausschöpfen kann.?

Auf gebrauchten Reifen sieht "Dovi" aber bereits Fortschritte gegenüber dem Test. "Ich konnte damit Zeiten von 1:34.21 Minuten fahren, was nicht allzu schlecht ist", sagt der Italiener. Die Konkurrenz hat er genau im Blick: "Alle Yamahas sind sehr stark, auch Rins und Marc sind recht stark. Wir liegen hinten, aber es fehlt nicht so viel."

Schnellster Ducati-Fahrer war am Freitag übrigens Testpilot Michele Pirro, der sich in der kombinierten Zeitenliste auf den siebten Platz schob. Die beiden Kundenpiloten bei Pramac, Francesco Bagnaia und Jack Miller, kamen hingegen nicht über die Ränge 15 und 16 hinaus. Ihr Rückstand lag bei etwas mehr als 1,2 Sekunden.

Mit Bildmaterial von LAT.

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