Goyon bestätigt Honda-Gespräche: Wie geht es für Tech3 weiter?
Hinter den Kulissen stellt Tech3 die Weichen für die Zukunft - Nicolas Goyon spricht über Verhandlungen, neue MotoGP-Verträge und Druck auf dem Fahrermarkt
Fahrer und Marke: Wichtige Zukunftsfragen drängen bei Tech3 auf eine Antwort
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Wohin steuert Tech3 in der Zukunft? Während hinter den Kulissen noch an den neuen Verträgen zwischen Teams, Herstellern und der MotoGP gearbeitet wird, muss sich die Satellitenmannschaft auf eine entscheidende Weichenstellung für 2027 vorbereiten: Bleibt man bei KTM oder folgt der Wechsel zu Honda?
Teammanager Nicolas Goyon bestätigt, dass neben KTM auch Honda eine konkrete Option ist. "Günther spricht auch mit Honda", erklärt der Franzose gegenüber Motorsport.com, einer Partnerseite von Motorsport-Total.com. Günther Steiner führt seit der Übernahme des Teams die strategischen Gespräche.
Neue MotoGP-Verträge sorgen für Verzögerungen
Die komplizierte Situation hängt eng mit den laufenden Verhandlungen rund um die Zukunft der MotoGP zusammen. Bislang existierten unterschiedliche Verträge zwischen Dorna und den Werksteams beziehungsweise den unabhängigen Teams. Ab 2027 soll die Struktur offenbar vereinheitlicht werden.
"Wir, die unabhängigen Teams, haben unsere Arbeit mit Dorna erledigt", sagt Goyon. "Die Verträge sind noch nicht unterschrieben, aber wir befinden uns in der finalen Phase."

Nicolas Goyon weiß, dass hinter Kulissen bereits vieles entschieden ist
Foto: KTM
Nach Einschätzung des Franzosen befinden sich die Gespräche grundsätzlich auf einem guten Weg. Trotzdem sorgt die fehlende endgültige Einigung aktuell dafür, dass viele Entscheidungen im Fahrerlager offiziell noch auf Eis liegen. "Solange nicht alles unterschrieben ist, können viele Ankündigungen nicht gemacht werden", erklärt Goyon mit Blick auf noch ausstehende Fahrer- und Herstellerverträge.
Ein ernsthaftes Risiko für die Zukunft der MotoGP sieht er trotz der stockenden Verhandlungen allerdings nicht. "Ich glaube nicht, dass irgendein Hersteller sagt: 'Wir haben keine Einigung mit Dorna, also steigen wir aus der Meisterschaft aus.'"
Tech3 steht vor möglichem Herstellerwechsel
Während viele andere Teams ihre Zukunft intern offenbar bereits geklärt haben, befindet sich Tech3 noch mitten im Entscheidungsprozess. Laut Goyon laufen die Gespräche mit KTM weiterhin positiv, gleichzeitig sondiert Steiner aber bewusst Alternativen.
"Er schaut sich den Markt an, analysiert die verschiedenen Möglichkeiten und will keine vorschnelle Entscheidung treffen", erklärt Goyon das Vorgehens des Teameigners.
Besonders Honda gilt derzeit als ernsthafte Alternative. Im Paddock wird seit Monaten darüber gesprochen, dass Honda neben dem Werksteam und LCR langfristig ein drittes Team in der MotoGP etablieren möchte. Tech3 wäre dafür ein logischer Partner. Doch gleichzeitig bleibt die Verbindung zu KTM eng.
Seit 2019 arbeitet Tech3 mit den Österreichern zusammen, erhielt zuletzt praktisch Werksmaterial und zwei vollwertige Werksfahrer mit Enea Bastianini und Maverick Vinales.
KTM selbst kämpft intensiv darum, die Partnerschaft fortzuführen. Motorsportchef Pit Beirer bezeichnete Tech3 zuletzt sogar als "Priorität Nummer 1" für die Zukunft des Projekts. Mit einem Wechsel würde KTM sein einziges Kundenteam verlieren.
Die Herstellerfrage blockiert den Fahrermarkt 2027
Für Goyon ist klar, dass die Entscheidung dringend getroffen werden muss - vor allem wegen der Fahrerplanung für 2027. "Wir haben Fahrer, die mit uns sprechen wollen", sagt er offen. "Aber aktuell können wir ihnen keinen klaren Plan anbieten."
Deshalb drängt der Teammanager intern auf eine schnelle Klärung der Markenfrage. "Es ist absolut entscheidend, zuerst den Hersteller festzulegen", betont Goyon.
Die Situation wird zusätzlich durch das neue MotoGP-Reglement ab 2027 verkompliziert. Mit den neuen 850ccm-Prototypen beginnt für alle Hersteller praktisch bei null eine neue Entwicklungsphase. "Die Basis wird zunächst ähnlich sein", erklärt Goyon. "Danach wird sich alles über die Entwicklung entscheiden."
Auch Testplanung hängt von der Entscheidung ab
Selbst die Vorbereitung auf die neue Motorradgeneration wird bereits von der offenen Herstellerfrage beeinflusst. Erste Tests der 2027er-Prototypen laufen schon bald an, allerdings zunächst nur mit den Werksteams. Für Tech3 wird vor allem der Test in Spielberg, angesetzt für den 21. September 2026, relevant. Doch auch dort hängt vieles davon ab, wie die Zukunft des Teams aussehen wird.
"Wenn wir bei KTM bleiben, bekommen wir vielleicht Zugriff auf den 850er-Prototypen", sagt Goyon. "Wenn wir zu Honda wechseln, wird das natürlich schwierig." Noch sei allerdings nichts endgültig entschieden. "Ich denke, es gibt eine klare Tendenz", sagt Goyon. "Jetzt müssen nur noch die letzten Details geklärt werden."
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