Gresini wieder als eigenständiges MotoGP-Team: "Sehr schwierige Monate"

Trotz des Todes von Fausto Gresini hält sein Rennstall an den Plänen fest, wieder ein eigenständiges Team zu werden - Einfach waren die vergangenen Monate nicht

Gresini wieder als eigenständiges MotoGP-Team: "Sehr schwierige Monate"

Das Gresini-Team tritt ab der MotoGP-Saison 2022 wieder als eigenständiger Rennstall auf. Die Kooperation mit Aprilia geht zu Ende. Die italienische Marke tritt künftig auch in der Meldeliste als offizielles Werksteam an.

Es hatte sich schon im Laufe des Jahres 2019 und spätestens 2020 angedeutet, dass sich Aprilia und Gresini trennen werden. Die Zusammenarbeit bestand seit 2015. Im Herbst 2020 sprach Teamgründer Fausto Gresini offen darüber und stellte die ersten Weichen.

Ende Februar 2021 verstarb der zweimalige 125er-Weltmeister. Trotzdem wurden die Pläne nicht aufgegeben, wieder als eigenständiges MotoGP-Team aufzutreten. Seine Witwe Nadia Padovani führt formell den Rennstall weiter. Um das Tagesgeschäft kümmert sich Carlo Merlini.

Hinter den Kulissen zieht der kaufmännische Direktor und Marketingleiter des Teams die Fäden. Merlini hat mehr als 20 Jahre mit Gresini zusammengearbeitet und kümmert sich um die Finanzierung und Organisation des neuen MotoGP-Projekts.

"Das Jahr war für uns sehr schwierig", sagt Merlini über die vergangenen Monate. "Fausto hat eine große Lücke hinterlassen. Manchmal haben wir gedacht, dass wir es nicht schaffen. Aber das war nur von kurzer Dauer."

Lorenzo Savadori

Nach sieben Jahren trennen sich Aprilia und Gresini

Foto: Motorsport Images

"Nadia wollte seinen Traum, dieses Projekt und sein Vermächtnis weiterverfolgen. Die andere Option wäre gewesen, wenn wir aufgehört hätten. Ich glaube, es sind alle glücklich, dass die Gresini-Familie weiter im Fahrerlager ist und das Projekt fortsetzt."

Das italienische Team ist auch in der Moto2, in der Moto3 und in der MotoE mit einem Team am Start. "Diese Saison ist ein Übergangsjahr, wir mussten eine neue Balance im Team finden", sagt Merlini, der es momentan ausschließt, von außen einen neuen Teamchef zu engagieren.

Im nächsten Jahr wird das Moto3-Team zugesperrt. "Schon mit Fausto haben wir überlegt, dass es mit dem eigenständigen MotoGP-Team zu viel werden könnte, wenn wir in vier Kategorien fahren. Deshalb schließen wir das Moto3-Team."

"Wir wollten aber in der Moto2 bleiben", bekräftigt Merlini und begründet: "Das ist strategisch wichtig, weil es das Tor zur MotoGP ist. Auch die MotoE werden wir fortsetzen." Aktuell fährt Fabio di Giannantonio für Gresini Moto2. Ihn holt man in die MotoGP.

Enea Bastianini

Ducati platziert Enea Bastianini im Gresini-Team

Foto: Motorsport Images

Das Fahrerduo wird nächstes Jahr Enea Bastianini und di Giannantonio heißen. Bastianini fuhr bereits in der Moto3-Klasse drei Jahre für Gresini. Di Giannantonio war sogar vier Moto3-Jahre bei Gresini. Man kennt beide Fahrer bestens.

"Vertraglich haben wir mit Ducati die 2021er-Maschine vereinbart", sagt Merlini. "Das ist ein sehr konkurrenzfähiges Motorrad. Wir sind mit diesem Paket sehr zufrieden. Enea hat zuletzt als Rookie besondere Ergebnisse erobert. Es freut uns natürlich, dass er in unser Team kommt."

Könnte Bastianini deshalb auf eine GP22 hochgestuft werden? "Er ist vertraglich an Ducati gebunden. Und wenn die Ergebnisse weiterhin kommen, dann bin ich mir sicher, dass ihm Ducati helfen wird. Aber wie gesagt, wir sind mit dem 2021er-Paket auch sehr zufrieden."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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