Gresini zwischen Schock und Erfolg: Aldeguer verletzt, Marquez stark
Licht und Schatten bei Gresini in Assen: Fermin Aldeguer erleidet einen Wirbelbruch und fällt länger aus - Alex Marquez kämpft sich unter angeschlagen auf Platz fünf
Alex Marquez kämpfte sich in Assen auf einen starken fünften Platz
Foto: AFP
Beim Grand Prix der Niederlande in Assen hat das Wochenende für Fermín Aldeguer ein bitteres Ende genommen. Der Gresini-Pilot stürzte am Freitag im Training schwer und zog sich dabei einen Bruch des Brustwirbels T7 zu. Die Konsequenz: Das komplette Rennwochenende war für ihn beendet.
Und auch die kommenden Wochen wird der Spanier aussetzen müssen - nach ersten medizinischen Einschätzungen mindestens einen Monat. Damit ist auch seine Teilnahme am nächsten Grand Prix in Deutschland Mitte Juli ausgeschlossen.
Der Unfall ereignete sich in Kurve 11 während des Trainings am Freitagnachmittag. Aldeguer verlor bei hoher Geschwindigkeit die Kontrolle, schlug hart auf und wurde anschließend im Kiesbett mehrfach herumgeschleudert. Neben dem Wirbelbruch erlitt er zahlreiche Prellungen am ganzen Körper.
Besonders heikel: Seine bereits im Januar verletzte linke Beinpartie mit eingesetztem 30-Zentimeter-Metallnagel blieb zwar unbeschädigt, verursacht aber weiterhin Schmerzen.
Aldeguer: Hätte viel schlimmer ausgehen können
Trotz der Verletzung blieb Aldeguer in Assen, um die medizinische Betreuung vor Ort fortzusetzen: "Alle Ärzte und Physios sind hier, ich werde eng überwacht. Es wäre komplizierter gewesen, am Samstag zurückzufliegen, als jetzt auf den Flug nach Madrid zu warten", erklärte er am Sonntag gegenüber DAZN.
Auf die Frage, wie es ihm gehe, sagte der Gresini-Pilot: "Gut. Es geht mir vom Schmerz her okay, alles ist unter Kontrolle. Ich bin etwas steif, aber das ist normal. Ich habe Prellungen in allen Muskeln, und der Wirbel schränkt meine Bewegung ein."
Der Spanier schilderte zudem den Sturzhergang: "Als ich noch Kontrolle hatte und dachte, ich würde einfach rutschen, wurde ich im Kiesbett hochgeworfen und habe mich überschlagen. Alle Einschläge waren im Nacken und Rücken. Dort ist dann auch die Verletzung entstanden." Doch er hatte Glück im Unglück. "Wenn man die Bilder sieht, muss man dankbar sein, dass es nur das war", weiß Aldeguer.
Alex Marquez trotz erneutem Sturz auf Platz fünf
Während er nun eine längere Pause vor sich hat, konnte Teamkollege Alex Marquez das Rennen in Assen auf Position fünf beenden, allerdings unter deutlich erschwerten Bedingungen. Denn es war der erste Grand Prix seit seiner Verletzungspause infolge des Sturzes in Barcelona. Zudem war er am Freitag ebenfalls schwer gestürzt.
"Das Erste ist, dass ich das Rennen beendet habe. Das war mein Hauptziel, die 26 Runden zu schaffen, was für mich ziemlich hart war", erklärt Marquez nach dem Rennen und gesteht: "Ich habe nicht erwartet, die 26 Runden zu beenden."
"Ich dachte, ich fahre vielleicht mehr als im Sprint und entscheide dann je nach Position, ob ich aufhöre. Aber ich habe mich besser gefühlt und versucht, durchzukommen."
Ein zentraler Faktor war dabei das Reifenmanagement: "Ich habe versucht zu überleben, den Hinterreifen nicht zu überhitzen und sehr viel zu managen. Die Gruppe vor mir hat mir geholfen, den Reifen zu schonen und nicht zu aggressiv zu fahren."
Im weiteren Rennverlauf profitierte Marquez auch von Zwischenfällen vor ihm. "Ich hatte Glück, dass einige Fahrer gestürzt sind oder technische Probleme hatten. Dadurch habe ich viele Positionen gewonnen", räumt der Gresini-Pilot ein, betont aber auch: "Mein Rhythmus war besser, als ich erwartet hatte."
Bis zum Ende blieb das Rennen jedoch eine Herausforderung: "Ich habe bis zum Schluss gepusht, bin dann etwas zurückgefallen, aber habe die Positionen wieder zurückgeholt. Ich wollte einfach nur das Rennen beenden." Am Ende stand für den MotoGP-Rückkehrer ein hart erkämpfter fünfter Platz zu Buche.
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